
Russische Wettbewerbsbehörde lässt Treibstoffverkauf auf Online-Plattformen sperren
Die Maßnahme soll spekulative Weiterverkäufe unterbinden, während das Land mit Produktionsausfällen und regionalen Engpässen kämpft.
Die russische Föderale Antimonopoldienst (FAS) hat die großen digitalen Plattformen des Landes veranlasst, Anzeigen für den Verkauf von Benzin und Diesel zu blockieren. Auf Avito wurden mehr als 660 entsprechende Angebote privater Anbieter vorübergehend ausgeblendet; Ozon und Wildberries unterbinden die Erstellung solcher Produktkarten bereits in der Moderationsphase. Die unmittelbare Wirkung zeigt sich im Verschwinden eines Parallelmarkts, auf dem Treibstoff in der Region Moskau zu Preisen von bis zu 130 Rubel je Liter angeboten wurde – gegenüber einem durchschnittlichen Zapfsäulenpreis von rund 75 Rubel für AI-95. Auf der annektierten Krim lagen die Forderungen nach Einführung von Abgabebeschränkungen bei 200 bis 350 Rubel.
Die Sperrungen sind Teil eines abgestimmten Vorgehens gegen spekulative Weiterverkäufe, das die FAS parallel auf dem Großhandelsmarkt vorantreibt. Gegen drei große Ölhändler – Solid-Towarnyje Rynki, Agrotorg Jug und Hansel – wurde ein Kartellverfahren eröffnet. Nach Darstellung der Behörde koordinierten die Unternehmen ihre Gebote an der Börse, um Benzin und Diesel systematisch zu überhöhten Preisen weiterzuveräußern und daraus Einkünfte in besonders großem Umfang zu erzielen. Zugleich forderte die FAS die Tankstellenketten Neftmagistral und Trassa im Moskauer Raum auf, bis zum 26. Juni detaillierte Angaben zu gewichteten Durchschnittspreisen und Absatzmengen vorzulegen. Die Gebietsstellen wurden angewiesen, die Treibstoffabgabe an landwirtschaftliche Betriebe verstärkt zu kontrollieren.
Hintergrund der behördlichen Eingriffe ist ein sich ausweitender Treibstoffengpass, der nach Branchenangaben auf ukrainische Drohnenangriffe gegen Raffinerien und Öldepots zurückgeht. Die Produktion von Benzin sank im Juni auf etwa 90.000 Tonnen pro Tag – ein Rückgang von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und von 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Niveau vom März, bevor die Angriffe intensiviert wurden. Der tägliche Inlandsbedarf wird in der sommerlichen Hochsaison auf mindestens 110.000 Tonnen geschätzt. In 53 Regionen sowie auf den besetzten ukrainischen Gebieten gelten inzwischen Abgabelimits für Privatfahrzeuge; auf der Krim wurde der Verkauf nach einem Angriff auf die Kertscher Fährverbindung zeitweise vollständig ausgesetzt. Der durchschnittliche Benzinpreis in Russland stieg seit Jahresbeginn um 6,6 Prozent auf 69,11 Rubel je Liter.
Die nächsten faktischen Wegmarken sind die Berichtsfrist der beiden Tankstellenketten am 26. Juni sowie die weiteren Ermittlungen im Kartellverfahren gegen die drei Großhändler. Das Energieministerium hat zudem eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe mit den großen Ölkonzernen eingerichtet, um die Versorgung zu stabilisieren. Zur teilweisen Deckung der Lücke greift Russland nach Händlerangaben auf Importe aus Belarus zurück, die auf 100.000 bis 150.000 Tonnen monatlich geschätzt werden; auch Lieferungen auf dem Seeweg aus Asien werden nach Agenturberichten erwogen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die russischen Behörden wiesen Online-Marktplätze an, spekulative Kraftstoffweiterverkäufe zu blockieren, und die Plattformen kamen dem prompt nach. Der Antimonopoldienst leitete zudem Verfahren gegen drei Ölhändler wegen mutmaßlicher Preisabsprachen ein. Der Schritt zeigt die wirksame staatliche Aufsicht zum Schutz des Marktes.
Russland verbietet den Benzinverkauf auf Marktplätzen, um Spekulation einzudämmen, doch der eigentliche Grund sind Treibstoffengpässe infolge ukrainischer Angriffe auf Raffinerien. Landesweit steigen die Zapfsäulenpreise, und die Kartellmaßnahmen wirken wie eine verspätete Reaktion auf eine tiefere Krise. Der Krieg setzt der russischen Wirtschaft weiter zu.
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