
Rettungseinsatz, Salzplaneten und ein Teleskop auf Reisen
Die NASA stemmt sich mit einer robotischen Mission gegen den Absturz ihres Swift-Observatoriums, während das James-Webb-Teleskop die Atmosphäre eines fernen Himmelskörpers entschlüsselt und das Roman-Weltraumteleskop zum Startplatz gebracht wird.
Für das im Sinkflug befindliche NASA-Observatorium Swift hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen. Die durch Sonnenaktivität verstärkte Abbremsung in der Hochatmosphäre droht den seit 2004 aktiven Gammablitz-Jäger noch in diesem Jahr zum Verglühen zu bringen. Ein im September 2025 eilig vergebener Auftrag an das Unternehmen Katalyst Space Technologies aus Flagstaff, Arizona, soll das verhindern. In nur 250 Tagen entwickelte und baute das Start-up die robotische Service-Einheit LINK, die nun an Bord einer Pegasus-XL-Rakete von einem Trägerflugzeug aus über dem Pazifik starten soll. Gelingt das Andocken und der Schubimpuls, könnte Swift im Herbst den Wissenschaftsbetrieb wieder aufnehmen – ein Testfall für die Zukunft der Satellitenwartung, wie man in der NASA-Zentrale in Washington betont.
Während die Rettungsmission an der operationellen Grenze arbeitet, schöpft das James-Webb-Weltraumteleskop das wissenschaftliche Potenzial seiner Instrumente weiter aus. Dem Observatorium gelang der Nachweis von Salzwolken in der Atmosphäre des rund 57 Lichtjahre entfernten Objekts GJ 504b. Der wegen seiner rötlichen Färbung als „Pink Planet“ bekannte Himmelskörper mit etwa 25 Jupitermassen bewegt sich an der Grenze zwischen Gasriese und Braunem Zwerg. Mit rund 290 Grad Celsius ist er für solche Begleiter ungewöhnlich kühl und daher für bodengebundene Teleskope kaum zu erfassen. Erst das Infrarotspektrum von Webb zeigte Wasser, Methan, Kohlendioxid und Ammoniak – und machte zugleich deutlich, dass nur die Annahme von Salzpartikeln in tieferen Wolkenschichten die physikalischen Modelle mit den Daten in Einklang bringt. Für die Forscher aus den USA ist es die erste direkte Beobachtung solcher Wolken in einem massearmen Objekt.
Parallel dazu rückt der Start des nächsten großen NASA-Observatoriums näher. Das Nancy-Grace-Roman-Teleskop, benannt nach der ersten Chef-Astronomin der Behörde, hat seinen Reinraum verlassen und wurde auf der legendären Pegasus-Barge zur Küste Floridas transportiert. Acht Monate vor dem Zeitplan und unter dem veranschlagten Budget fertiggestellt, soll es im August 2026 an Bord einer Falcon Heavy zum Lagrange-Punkt L2 fliegen. Mit einem Sichtfeld, das mehr als das Hundertfache des Hubble-Teleskops abdeckt, und einer 300-Megapixel-Kamera wird es Milliarden Galaxien kartieren und der dunklen Energie nachspüren. Zwei der Präzisionskameras für den Koronografen stammen von den kanadischen Firmen Nüvü Cameras aus Montreal und ABB aus Québec. Sie ermöglichen die direkte Abbildung von Exoplaneten und sind ein seltener Fall, in dem das Jet Propulsion Laboratory einen Großauftrag außerhalb der üblichen nationalen Partnerschaften vergab.
Die jüngsten Beobachtungen von Webb unterstreichen den Wert solcher Instrumente: Ein internationales Team mit Beteiligung aus Brasilien und den Niederlanden identifizierte den Galaxienhaufen-Vorläufer TGSS J1530+1049 aus der Zeit 1,5 Milliarden Jahre nach dem Urknall. Sechs Galaxien drängen sich dort auf engstem Raum und beherbergen einen aktiven Kern – ein Labor zur Entstehung der größten Strukturen des Kosmos. Während Swift nun auf seine Rettung hofft und Webb weiter Daten liefert, ist der nächste Meilenstein der Transport des Roman-Teleskops zum Weltraumbahnhof. Für das deutsche und europäische Publikum bleibt die Beteiligung an solchen Missionen vor allem über wissenschaftliche Kooperationen und spezialisierte Zulieferer wie die kanadischen Kamerabauer von Bedeutung.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Iranian press highlights the astonishing discovery by the James Webb telescope of a 'pink planet' with salty clouds at extreme temperatures, calling it a breakthrough that defies previous understanding. The coverage emphasizes the unique chemistry and the challenge of classifying this object, portraying it as a curiosity that expands the boundaries of exoplanet science.
The Atlantic bloc focuses on the urgent rescue of NASA's Swift telescope by an Arizona startup, framing it as a race against time due to atmospheric drag intensified by solar activity, alongside coverage of the upcoming Roman telescope with Quebec-made cameras, blending anxiety about aging infrastructure with pride in new technology.
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