
Rekordgewinne an der Wall Street: SpaceX-IPO und Marktvolatilität treiben Erträge
Die größten US-Banken übertrafen im zweiten Quartal die Erwartungen, warnten jedoch vor geopolitischen und konjunkturellen Risiken.
Die fünf größten US-Banken – JPMorgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo – haben im zweiten Quartal 2026 durchweg die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. JPMorgan erzielte den höchsten Quartalsgewinn, den je eine amerikanische Bank verbuchte, und steigerte seine Marktkapitalisierung auf über 920 Milliarden Dollar. Goldman Sachs verzeichnete einen Gewinnsprung von 78 Prozent auf sechs Milliarden Dollar, Citigroup legte um 45 Prozent zu. Treiber waren ein boomendes Investmentbanking, lebhafte Handelsaktivitäten und der bislang größte Börsengang der Wall Street: das IPO des Raumfahrtunternehmens SpaceX, das den beteiligten Banken Gebühren von rund 500 Millionen Dollar einbrachte.
Die Erträge aus der Beratung bei Fusionen und Übernahmen sowie aus Aktienemissionen stiegen weltweit im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf 61,4 Milliarden Dollar. An der Wall Street profitierten die Handelsabteilungen von einer anhaltend hohen Volatilität, die durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran, die Ungewissheit über die wirtschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz und schwankende Ölpreise genährt wurde. Zugleich erwies sich die US-Konjunktur als widerstandsfähiger als erwartet: Starker Konsum, Investitionen in KI und gesunkene Energiekosten stützten die Geschäfte. Der SpaceX-Börsengang, der Elon Musk zum ersten Billionär der Geschichte machte, wirkte als Katalysator; die Banken rechnen mit weiteren Erträgen aus dem Handel mit der Aktie und der Vermögensverwaltung für die neu geschaffenen Milliardäre.
Doch aus Sicht der Bankmanager mehren sich die Warnsignale. Jeremy Barnum, Finanzchef von JPMorgan, sprach von einer ‚fragilen und gefährlichen‘ Lage und verwies auf stark gestiegene fremdfinanzierte Investitionen und ‚extrem hohe‘ Unternehmensbewertungen. Brian Moynihan, Vorstandschef der Bank of America, nannte Inflation und eine straffe Geldpolitik als Hauptrisiken. Gonzalo Lucchetti, Finanzchef von Citigroup, warnte, dass der Nahostkonflikt das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen im Zeitverlauf beeinträchtigen könne. Auch Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf betonte, dass derart günstige Bedingungen nicht von Dauer seien und viele Institute hohe Risiken in ihren Portfolios aufbauten.
Ungeachtet dieser Risiken richtet sich der Blick nun auf Morgan Stanley, das am Mittwoch als letztes der sechs großen US-Institute seine Quartalszahlen vorlegt. Die Ergebnisse werden Aufschluss darüber geben, ob sich der positive Trend im Investmentbanking und Handel fortsetzt. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die geopolitische Lage und die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve auf die künftige Ertragsentwicklung der Wall-Street-Häuser auswirken.
| Russische & GUS-Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.80 | aligned |
Russland prangert an, dass amerikanische Banken auf den Krieg mit dem Iran spekulieren und den Konflikt in eine Gewinnmöglichkeit verwandeln.
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Das kontinentale Europa feiert den Erfolg der amerikanischen Banken und führt ihn auf charismatische Persönlichkeiten wie Elon Musk und die Stärke der US-Wirtschaft zurück.
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