
USA setzen Seeblockade gegen Iran wieder in Kraft – Teheran droht mit Ausweitung der Energiestörungen
Mit der Wiederaufnahme der Seeblockade und neuen Luftschlägen verschärft Washington den Druck auf Teheran, während der Iran den Schiffsverkehr durch Hormus für geschlossen erklärt und Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte in der Golfregion ausweitet.
Die Vereinigten Staaten haben am Dienstagabend (Ortszeit) die Seeblockade gegen sämtliche iranische Häfen wieder in Kraft gesetzt und zeitgleich eine neue Welle von Luftschlägen auf küstennahe Militäranlagen des Iran geflogen. Wie das US-Zentralkommando (CENTCOM) mitteilte, zielten die über sieben Stunden andauernden Angriffe auf Raketen- und Drohnenstellungen, Marinekapazitäten sowie Küstenverteidigungssysteme in der Nähe der Straße von Hormus. Zuvor hatten Schiffsverfolgungsdaten des Analysehauses Kepler einen kurzfristigen Anstieg des Verkehrs durch die Meerenge gezeigt: Am Dienstag passierten elf Schiffe die Passage, neun davon auf der iranischen Route, darunter leere Rohöltanker sowie mit Methanol, Eisenerz und Flüssiggas beladene Frachter – ein letztes Aufflackern iranisch dominierter Schifffahrt vor Inkrafttreten der Blockade.
Aus Washingtoner Sicht soll der wiederaufgenommene maritime Druck Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. Präsident Donald Trump drohte in einem Fernsehinterview für die kommende Woche mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte der Iran die Gespräche nicht wieder aufnehmen. Zugleich rückte das Weiße Haus von einem zuvor erwogenen Zwanzig-Prozent-Zoll auf Hormus-Passagen ab und stellte stattdessen Handels- und Investitionsabkommen mit Golfstaaten in Aussicht. Die iranische Führung wies die Forderungen umgehend zurück. Die Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, die Straße von Hormus bleibe so lange geschlossen, bis die USA ihre „aggressiven Handlungen“ einstellten, und drohten damit, „andere Exportrouten für Öl und Gas, die den Interessen Amerikas und seiner Verbündeten dienen“, zu unterbinden. Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi sagte, die Blockade habe das unter pakistanischer Vermittlung zustande gekommene Waffenstillstands-Memorandum vom 17. Juni faktisch untergraben.
Die Eskalation hat den kommerziellen Schiffsverkehr durch das Nadelöhr, über das vor Kriegsausbruch im Februar rund ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen floss, nahezu zum Erliegen gebracht. Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) wurden seit Wochenbeginn mehrere Tanker attackiert, wobei mindestens zwei Seeleute starben; betroffen waren unter anderem zwei emiratische Tanker sowie ein norwegischer Frachter vor der omanischen Küste. Analysten von Goldman Sachs wiesen auf einen starken Einbruch der Transportströme über die omanischen und internationalen Korridore hin und warnten, dass selbst bei nachlassenden Spannungen die nächste Phase der Erholung der Ölflüsse „langsamer als die anfängliche“ verlaufen dürfte. Die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über die „schwerwiegenden sozioökonomischen und humanitären Folgen“ einer Lahmlegung der Schifffahrt in der Meerenge.
Die militärische Konfrontation weitete sich unterdessen auf die gesamte Golfregion aus. Der Iran feuerte nach eigenen Angaben Marschflugkörper auf ein Logistikzentrum der US-Streitkräfte im kuwaitischen Mina Abdullah sowie Drohnen auf Einrichtungen der Fünften US-Flotte in Bahrain und auf die jordanische Azraq-Basis ab; die jordanische Armee bestätigte den Abschuss dreier ballistischer Raketen. Die Angriffe sind Teil einer seit Ende Februar andauernden kriegerischen Auseinandersetzung, die mit einer ersten, rund zweimonatigen US-Blockade zwischen April und Juni bereits einen Vorlauf hatte. Mit der nun vierten Nacht aufeinanderfolgender US-Luftschläge und der iranischen Drohung, auch die südliche Ölroute am Bab el-Mandeb ins Visier zu nehmen, steht die Region vor einer weiteren Zuspitzung. Die nächste entscheidende Wegmarke ist Trumps Ultimatum für die kommende Woche, das bei ausbleibender Verhandlungsbereitschaft Teherans die Ausweitung der Angriffe auf die zivile Infrastruktur des Iran vorsieht.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | −0.20 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | −0.60 | critical |
The Arab region denounces the US and Iranian escalation as a threat to stability, calling for de-escalation.
It presents the crisis as a failure of diplomacy, emphasizing the humanitarian and economic consequences for the Arab world.
It does not highlight the Iranian threats to cut off other energy routes, which are present in the Gulf bloc.
The Gulf states warn against Iranian threats to energy security, emphasizing the need to protect maritime routes.
It uses a direct quote from the IRGC to create a sense of imminent threat, legitimizing the US military presence.
It does not include the Iranian narrative of self-defense against American aggression.
Iran presents itself as a victim of American aggression, rejecting accusations and defending its sovereignty.
It uses the term 'claim' to cast doubt on the credibility of Western sources, and presents facts to emphasize unilateral American action.
It does not mention the Iranian threat to close other energy routes, which is central in the Gulf bloc.
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