
Queiroz vor Duell mit Kolumbien: „Perfektion für 90 Minuten“ und eine Pflicht für Afrika
Ghanas Trainer Carlos Queiroz sieht im WM-Achtelfinale gegen Kolumbien keinen Raum für Fehler und verpflichtet sein Team, als zweites afrikanisches Team ins Viertelfinale einzuziehen.
Im Pressesaal des Kansas City Stadiums wählte Carlos Queiroz am Donnerstag klare Worte, die den Charakter der K.-o.-Runde einfingen: „Morgen gibt es keinen Raum für Fehler. Es gibt kein Morgen. Wir müssen 90 Minuten lang alles richtig machen – oder 120, falls nötig.“ Der portugiesische Trainer Ghanas umriss die Partie gegen Kolumbien als ein Spiel, in dem „alles für den Sieger, nichts für den Verlierer“ sei, und fügte hinzu, der Druck sei „kein Problem, sondern ein Privileg“. Seine Mannschaft, die erstmals seit dem Viertelfinaleinzug 2010 wieder in einer WM-K.-o.-Runde steht, werde mit der richtigen Inspiration und Einstellung auftreten, um das von den Fans erwartete Ergebnis zu erzielen.
Aus afrikanischer Perspektive lastet auf der Begegnung eine besondere Verantwortung. Neun der zehn gestarteten afrikanischen Teams hatten die Gruppenphase überstanden, doch nach den Niederlagen von Senegal, Elfenbeinküste und der DR Kongo ist Marokko bislang der einzige Vertreter des Kontinents im Achtelfinale. Queiroz sprach von einer „Pflicht, diese Statistik zu verbessern“ und betonte: „Es liegt auf unseren Schultern, sicherzustellen, dass wir ein weiteres afrikanisches Team in die nächste Runde bringen.“ Kapitän Jordan Ayew erinnerte an die magischen Momente von 2010 und versprach: „Wir werden Afrika und Ghana stolz machen.“
Queiroz’ persönliche Geschichte mit dem Gegner verlieh der Pressekonferenz eine emotionale Note. Der 73-Jährige, der Kolumbien zwischen 2019 und 2020 betreut hatte, würdigte die aktuelle Mannschaft von Néstor Lorenzo als „sehr gut organisiert, mit viel Disziplin und hervorragenden Spielern auf allen Positionen“. Zugleich betonte er, es sei die Pflicht seines Stabes, „das heutige Kolumbien zu studieren, nicht das gestrige“. In Erinnerung an seinen damaligen Torwarttrainer Des McAleenan, der nach einer Covid-Isolation in Bogotá an den Folgen einer schweren Depression starb, richtete er einen Appell an den kolumbianischen Verband, die Situation für die Familie zu bereinigen. „Morgen sollten wir das Leben feiern“, sagte Queiroz.
In kolumbianischen Medien wurde Queiroz’ Aussage, „Kolumbien ist nicht perfekt, wir sind auch nicht perfekt“, als gezielte Ansage vor dem Duell gewertet. Der Trainer wies Spekulationen über ein früheres Zerwürfnis mit James Rodríguez zurück und erklärte, seine Aufgabe sei es stets gewesen, das Beste aus allen Spielern herauszuholen. Die kolumbianische Zeitung El Espectador hob hervor, dass Queiroz die Stärken des Gegners anerkannte, aber auf die eigenen Qualitäten und den Kampfgeist seiner Mannschaft vertraue, der „im Blut dieser Jungs aus Ghana“ liege.
Der Sieger der Partie zieht ins Viertelfinale ein. Anstoß ist am Samstag um 01:30 Uhr GMT. Für Ghana geht es darum, nach dem historischen Lauf von 2010 erneut ein afrikanisches Ausrufezeichen zu setzen, während Kolumbien seine Favoritenrolle untermauern will.
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Ghana trägt die Hoffnungen eines ganzen Kontinents in die K.o.-Partie gegen Kolumbien. Nach einer Reihe afrikanischer Ausscheiden spricht Trainer Queiroz von einer Pflicht gegenüber Afrika und fordert eine perfekte Leistung über 90 Minuten. Der Druck wird nicht als Last, sondern als Privileg dargestellt, das die Black Stars annehmen müssen.
Carlos Queiroz heizte die Stimmung vor dem Spiel an, indem er erklärte, Kolumbien sei nicht perfekt, und an seine eigene Zeit als Trainer der kolumbianischen Nationalmannschaft erinnerte. Seine Äußerungen werden als provokative Botschaft an den kolumbianischen Verband und als psychologisches Manöver vor dem Duell der Runde der letzten 32 gewertet. Die Darstellung hebt den Versuch des portugiesischen Trainers hervor, einen der Turnierfavoriten zu verunsichern.
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