
Anschlag in Damaskus: Tote bei Explosion nahe Justizpalast – Regierung verspricht Aufklärung
Nach dem Bombenanschlag auf ein Café in der syrischen Hauptstadt mit mindestens neun Toten verurteilen arabische Staaten die Tat und bekunden Solidarität mit der neuen Führung.
Ein Sprengsatz detonierte am Donnerstagnachmittag in einem belebten Café in der Nähe des Justizpalastes im Zentrum von Damaskus und tötete nach offiziellen Angaben mindestens neun Zivilisten, mehr als zwanzig weitere wurden verletzt. Das syrische Innenministerium erklärte, es habe sich um einen etwa ein Kilogramm schweren improvisierten Sprengsatz mit Metallsplittern gehandelt, der erheblichen Sachschaden verursachte. Es war der folgenreichste Anschlag in der Hauptstadt seit einem Angriff auf eine Kirche vor einem Jahr, zu dem sich eine sunnitisch-fundamentalistische Gruppe bekannte. Eine unmittelbare Bekennerschaft für die jüngste Tat blieb zunächst aus.
Die syrische Regierung verurteilte den Vorfall als terroristischen Akt und kündigte an, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Das Innenministerium richtete einen Sicherheitskordon ein und leitete eine Untersuchung unter Einbeziehung von Spurensicherung, Zeugenbefragungen und der Auswertung von Überwachungskameras ein. Aus der arabischen Welt kamen umgehend Solidaritätsbekundungen: Das libanesische Außenministerium sprach von einem Versuch, Sicherheit und Stabilität in einer heiklen Phase des Wiederaufbaus zu untergraben, und betonte die volle Unterstützung für Syrien. Saudi-Arabien verurteilte den Anschlag und bekräftigte seine Ablehnung aller Formen von Gewalt und Extremismus. Das Arabische Parlament rief zu gemeinsamen Anstrengungen gegen den Terrorismus auf. Der ägyptische Unternehmer Naguib Sawiris hingegen machte öffentlich „Überreste des früheren Regimes“ für den Versuch verantwortlich, den politischen Übergang zu sabotieren.
Sicherheitskreise in westlichen Hauptstädten verweisen darauf, dass die seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 regierende islamistische Koalition weiterhin mit erheblichen Herausforderungen bei der Konsolidierung der Staatsgewalt konfrontiert ist. Zellen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sind nach Erkenntnissen internationaler Nachrichtendienste weiterhin aktiv und haben wiederholt Anschläge auf religiöse Minderheiten verübt. Die Wahl des Anschlagsziels in unmittelbarer Nähe des Justizpalastes wird in Damaskus als symbolischer Angriff auf die sich neu formierenden rechtsstaatlichen Institutionen gedeutet. Nur einen Tag später kam es zu einem weiteren Zwischenfall an einem Kontrollpunkt in der Vorstadt Dscharamana, bei dem ein mit Haftbefehl gesuchter Mann eine Handgranate zündete und dabei ums Leben kam; drei Sicherheitskräfte wurden verletzt.
Die Ermittlungen zu dem Café-Anschlag dauern an. Das Innenministerium rief die Bevölkerung dazu auf, ausschließlich offiziellen Verlautbarungen zu vertrauen und keine unbestätigten Informationen zu verbreiten. Beobachter in der Region erwarten, dass die neue Führung den Vorfall nutzen wird, um ihre Entschlossenheit im Kampf gegen Extremismus zu demonstrieren und zugleich internationale Unterstützung für den Wiederaufbau des Sicherheitsapparats einzufordern. Konkrete Ergebnisse der Untersuchung oder Festnahmen wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Golfpresse verurteilt den Terroranschlag in Damaskus scharf und stellt ihn als verzweifelten Versuch von Anhängern des gestürzten Regimes dar, den neuen syrischen Staat und seinen Weg nach der Revolution zu sabotieren. Solidaritätsbekundungen und Beileidsbekundungen häufen sich und betonen die Notwendigkeit, den Terrorismus zu bekämpfen und die Stabilität Syriens zu unterstützen.
Die kontinentaleuropäischen Medien sehen den Anschlag von Damaskus als deutliche Mahnung an die anhaltende terroristische Bedrohung in Syrien, die die Autorität von Präsident Ahmed Al-Charaa direkt herausfordert. Der Anschlag, der blutigste seit 2025, offenbart die prekäre Sicherheitslage des Landes trotz politischer Übergänge.
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