
Putin wirft NATO offene Kriegsvorbereitung vor – Lawrow bietet zugleich Gespräche an
Während der russische Präsident vor Militärabsolventen eine westliche Bedrohung beschwört, signalisiert der Außenminister Verhandlungsbereitschaft mit Kiew – die Positionen bleiben unvereinbar.
Bei einer Rede vor Absolventen höherer Militärakademien hat der russische Präsident Wladimir Putin den NATO-Staaten vorgeworfen, sich offen auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten. Die Allianz sei von der Unterstützung der Ukraine zu einer direkten Konfrontation übergegangen und erhöhe ihre Verteidigungsausgaben drastisch. Parallel dazu erklärte Außenminister Sergej Lawrow am selben Tag, Moskau sei bereit, die Friedensgespräche mit Kiew „von dem Punkt an wieder aufzunehmen, an dem sie unterbrochen wurden“. Die letzte von den USA vermittelte Verhandlungsrunde hatte im Februar in Genf stattgefunden, bevor Washington und Israel militärische Operationen gegen Iran begannen.
Aus Moskauer Sicht nutzt der Westen eine angebliche russische Bedrohung, um die eigene Militarisierung zu rechtfertigen. Putin zeichnete das Bild einer gezielten Provokation: Zuerst schaffe der Westen Gefahren für Russland, zwinge es zu Selbstverteidigungsmaßnahmen und beschuldige es dann aller Verfehlungen. Als historische Parallele verwies er auf den deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941, nach dem das NS-Regime versucht habe, die UdSSR der Aggression gegen den „kollektiven Westen“ zu bezichtigen. Iranische Staatsmedien zitierten Putin zudem mit der Behauptung, die israelische Armee bereite sich auf einen Krieg mit Russland vor – eine Aussage, die in westlichen und anderen russischen Quellen nicht auftauchte.
In den Hauptstädten der NATO-Mitglieder werden solche Äußerungen als Versuch gewertet, die eigene Aufrüstung und den Krieg gegen die Ukraine rhetorisch abzusichern. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko verwies auf die laufenden trilateralen Übungen Polens, Litauens und Frankreichs im Suwalki-Korridor („Gallant Boar 2026“) und erklärte, Moskau beobachte diese Manöver genau und sei bereit, Maßnahmen für die eigene Sicherheit zu ergreifen. Nach Angaben des weißrussischen Sicherheitsstaatssekretärs Alexander Wolfowitsch hat der Westen in strategischen Dokumenten das Jahr 2030 als Horizont für einen möglichen Konflikt festgelegt. Lawrow bezeichnete eine gemeinsame Erklärung des französischen Präsidenten, des britischen Premierministers und des deutschen Kanzlers nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj am 7. Juni als „Kapitulationsforderung“ an Russland; das Papier nennt einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie ohne Anerkennung von Grenzänderungen durch Gewalt sowie Sicherheitsgarantien für die Ukraine als Bedingungen.
Die Gesprächsbereitschaft Moskaus bleibt an Forderungen geknüpft, die Kiew ablehnt: den Verzicht auf einen NATO-Beitritt und den vollständigen Abzug ukrainischer Truppen aus den Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Lawrow bekräftigte, dass Russland an dieser Position festhalte. Die ukrainische Führung wiederum schließt Gebietsabtretungen aus und bereitet sich nach einem Bericht des „Economist“ auf eine Fortsetzung der Kampfhandlungen über zwei bis drei Jahre vor. Ein Durchbruch in den festgefahrenen Gesprächen ist damit nicht absehbar; die nächsten Schritte hängen wesentlich von der weiteren militärischen Entwicklung und der Haltung der neuen US-Administration ab.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russland wirft der NATO vor, sich offen auf einen Krieg vorzubereiten und damit über die bloße Unterstützung des illegitimen Kiewer Regimes hinauszugehen. Westliche Führer nutzen erfundene 'russische Bedrohungsszenarien', um explodierende Militärausgaben zu rechtfertigen. Moskau sei bereit, auf jede Aggression schnell und angemessen zu antworten.
Putin warnte, dass westliche Mächte, einschließlich Israel, sich offen auf einen Krieg gegen Russland vorbereiten. Iranische Militärkreise signalisierten gleichzeitig die Bereitschaft zu Präventivoperationen und stellten den Moment als Teil einer instabilen Weltordnung dar, die eine multipolare Neuausrichtung erfordert.
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