
Südossetiens Präsident wird Putins Berater – Kambolow übernimmt interimistisch
Alan Gaglojew tritt zurück und wechselt in die Kreml-Administration, während der aus Nordossetien stammende Ex-Kurtschatow-Direktor Marat Kambolow die Amtsgeschäfte führt.
Der Präsident der nur von Russland und wenigen Staaten anerkannten Republik Südossetien, Alan Gaglojew, hat am 23. Juni seinen Rücktritt erklärt und zugleich das Amt eines Beraters von Wladimir Putin angetreten. Ein entsprechender Erlass des russischen Präsidenten wurde auf der Kreml-Website veröffentlicht. Gaglojew erklärte in einer Videoansprache, er habe das Angebot Putins angenommen und wolle künftig an der Umsetzung des am 9. Mai unterzeichneten Vertrags über eine vertiefte Integration mitwirken. Die interimistische Führung der selbstproklamierten Republik übernimmt verfassungsgemäß der erst Mitte Juni zum Regierungschef ernannte Marat Kambolow.
Aus Moskauer Sicht festigt der Schritt die im Integrationsabkommen vorgesehene Angleichung der rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen. Gaglojew selbst sprach von einer „historischen Aufgabe“, das Schicksal des geteilten ossetischen Volkes zu überwinden und die Wiedervereinigung mit Nordossetien und „Großrussland“ voranzutreiben. Kambolow, ein gebürtiger Nordossete und ehemaliger russischer Vizeminister für Bildung, leitete zuletzt das Kurtschatow-Institut, dessen Präsident Michail Kowaltschuk als enger Vertrauter Putins gilt. Seine Ernennung zum Staatsberater Gaglojews im Mai und die rasche Übernahme des Premierpostens deuten nach Einschätzung von Beobachtern in Brüssel auf eine von langer Hand geplante Personalrochade hin, die den Einfluss Moskaus auf die politische Führung in Zchinwali weiter verstetigt.
Die Regierung in Tiflis sowie die Europäische Union werten den Vorgang als weiteren Schritt einer schleichenden Annexion. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte Ende Mai gefordert, Russland müsse seine Truppen aus Georgien – wozu sie ausdrücklich Südossetien und Abchasien zählte – abziehen. Das südossetische Außenministerium wies dies mit dem Hinweis zurück, man sei ein souveräner, von Russland anerkannter Staat. Völkerrechtlich gilt das Gebiet jedoch als Teil Georgiens, und die meisten Staaten betrachten die nach dem Krieg von 2008 etablierte De-facto-Kontrolle Russlands als Verstoß gegen die territoriale Integrität. Russland unterhält in beiden abtrünnigen Regionen Militärstützpunkte; nahezu alle Bewohner Südossetiens besitzen russische Pässe.
Das im Mai unterzeichnete und von der Staatsduma bereits ratifizierte Abkommen verpflichtet Südossetien zur schrittweisen Harmonisierung seiner Gesetzgebung mit russischen Normen. Im Gegenzug übernimmt Moskau Verantwortung für soziale Garantien, Renten und die Anhebung des Lebensstandards. Gaglojew wird als Kreml-Berater die Implementierung begleiten. Für 2027 sind in Südossetien Präsidentschaftswahlen vorgesehen; nach übereinstimmenden Berichten ossetischer Medien soll Kambolow als klarer Favorit gelten. Die faktische Integration der Region in den russischen Staatsverbund dürfte sich damit weiter beschleunigen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Präsident der selbsternannten Republik Südossetien ist zurückgetreten, um Berater von Wladimir Putin zu werden, nach der kürzlichen Ratifizierung eines Integrationspakts mit Moskau. Die interimistische Führung geht an einen ehemaligen Direktor des Kurtschatow-Instituts, während Gaglojew von der Wiedervereinigung mit Nordossetien und 'Großrussland' spricht. Der Schritt wird als weiterer Schritt in der Ausrichtung der Region auf den Kreml dargestellt, obwohl ihr Status umstritten bleibt.
Der Führer Südossetiens ist zurückgetreten, um die Ehre anzunehmen, persönlicher Berater von Präsident Putin zu werden – ein Schritt, der als historischer Meilenstein auf dem Weg zum ersehnten Traum der Wiedervereinigung mit Nordossetien und Großrussland gefeiert wird. Ein Kreml-Dekret formalisierte die Ernennung, und der Premierminister wird die Republik vorübergehend führen. Die Darstellung betont die Loyalität zum 'historischen Führer' Putin und die Erfüllung einer langgehegten nationalen Sehnsucht.
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