
Chinesische Autobauer erreichen 10,6 Prozent Marktanteil in Europa – Brüssel erwägt Zölle
Die fünf größten chinesischen Autogruppen setzten im Mai 65 Prozent mehr Fahrzeuge in Europa ab; parallel treibt BYD die Entwicklung humanoider Roboter voran und Morgan Stanley hebt Lieferprognosen an.
Die fünf größten chinesischen Automobilgruppen – SAIC, BYD, Geely, Chery und Leapmotor – haben im Mai in Europa einen kombinierten Marktanteil von 10,6 Prozent erreicht. Ihre Verkäufe stiegen im Jahresvergleich um 65 Prozent, wie Analysten der Citigroup auf Basis von Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA mitteilten. Geely, zu dem auch Volvo zählt, rückte im Mai auf Rang acht aller Herstellergruppen vor. Während BMW und Mercedes-Benz Zuwächse verzeichneten, gingen die Verkaufszahlen vieler anderer etablierter europäischer Marken zurück. In Brüssel werden laut Medienberichten neue Zölle geprüft, die den Vormarsch bremsen sollen.
Der Export ist zum zentralen Wachstumsmotor geworden. BYD steigerte seine Ausfuhren in den ersten fünf Monaten um 65 Prozent, während der Absatz im Heimatmarkt China aufgrund eines intensiven Preiskampfs um mehr als 20 Prozent einbrach. Vor Aktionären bekräftigte BYD-Gründer Wang Chuanfu das Ziel, innerhalb von fünf Jahren zum weltweit größten Automobilhersteller aufzusteigen – gemessen an der Stückzahl. Toyota setzte 2025 mehr als das Doppelte der 4,6 Millionen Fahrzeuge von BYD ab. Die Aktien des Unternehmens gaben nach der Ankündigung an den Börsen in Hongkong und Shenzhen weiter nach.
Über den Fahrzeugbau hinaus forcieren chinesische Konzerne den Einstieg in die Robotik. BYD-Vizepräsidentin Stella Li kündigte an, innerhalb von ein bis zwei Jahren humanoide Roboter in Verkaufsräumen einzusetzen, die Fahrzeuge erklären und vorführen sollen. Für den Heimgebrauch seien jedoch effizientere Energiesysteme und leistungsfähigere KI erforderlich. Morgan Stanley hob seine Prognose für die Auslieferung humanoider Roboter in China für dieses Jahr auf 50.000 Einheiten an – nach zuvor 28.000 – und begründete dies mit Massenproduktionsplänen von Unternehmen wie Xpeng und Unitree. Bereits 2024 entfielen mehr als 80 Prozent der weltweiten Lieferungen auf chinesische Firmen. In London beginnt unterdessen der Wettlauf um Robotaxis: Das britische Start-up Wayve wird noch in diesem Sommer erste kommerzielle Fahrten mit Sicherheitsfahrer anbieten, Waymo und der chinesische Anbieter Baidu bereiten ebenfalls Starts vor.
Die nächsten Schritte werden von regulatorischen Entscheidungen und ersten kommerziellen Einsätzen bestimmt. In der Europäischen Union richtet sich der Blick auf die mögliche Einführung von Zöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge, die das Wachstumstempo beeinflussen könnten. In London wird der Start des Robotaxi-Betriebs durch Wayve zum Testfall für die Akzeptanz autonomer Fahrdienste in komplexen urbanen Umgebungen. Für die Robotikbranche ist die angekündigte Massenproduktion humanoider Roboter in China der nächste Indikator, ob die angehobenen Lieferprognosen erreicht werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Chinesische Autohersteller setzen ihren stetigen Vormarsch in Europa fort, die fünf größten Gruppen halten inzwischen einen gemeinsamen Marktanteil von 10,6 Prozent. Brüssel erwägt neue Zölle, die als Bremse wirken könnten, doch die Eigendynamik deutet darauf hin, dass die Expansion noch lange nicht abgeschlossen ist.
BYD blickt über das Automobil hinaus und plant, humanoide Roboter in Ausstellungsräume zu stellen und Heimroboter innerhalb von drei Jahren auf den Markt zu bringen. Die globale Expansion des Unternehmens wird als Geschichte von Innovation und Zuversicht dargestellt, nicht als eine von Zollbedrohungen.
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