
Schweizer Effizienz bricht kanadische Träume – Manzambi führt die Nati zum Gruppensieg
Mit zwei Toren kurz nach der Pause gewinnt die Schweiz 2:1 gegen Kanada und verweist den Co-Gastgeber auf Platz zwei, während beide Teams erstmals in ein WM-Achtelfinale einziehen.
Es war ein Abend, der in Vancouver als Fest geplant war und für die kanadischen Gastgeber mit einer lehrreichen Niederlage endete. 40 Sekunden nach Wiederanpfiff zerstörte Ruben Vargas die Illusionen des Co-Gastgebers, als er eine flache Hereingabe des überragenden Johan Manzambi am langen Pfosten kontrolliert zum 1:0 einschoss. Der 20-jährige Manzambi, der schon beim 4:1 gegen Bosnien doppelt getroffen hatte, legte in der 57. Minute nach: Breel Embolo behauptete den Ball mit dem Rücken zum Tor und legte für den Freiburger auf, dessen Rechtsschuss Torhüter Maxime Crépeau durch die Finger rutschte. Die Schweizer Bank feierte die Vorentscheidung, während auf den Rängen die mitgereisten rot-weissen Anhänger die kanadische Stille übertönten.
Dabei hatte die erste Halbzeit wenig von der späteren Dramatik erahnen lassen. Beide Mannschaften begegneten sich mit Respekt, die grossen Chancen blieben Mangelware. Embolo scheiterte nach zehn Minuten freistehend an Crépeau, auf der Gegenseite entschärfte Gregor Kobel harmlose Abschlüsse von Cyle Larin und Ali Ahmed. Die taktische Disziplin der Schweizer, die mit einer Viererkette um Manuel Akanji und Nico Elvedi die Räume eng machte, liess die kanadische Offensive um Jonathan David kaum zur Entfaltung kommen. Aus Schweizer Sicht war es der erhoffte kontrollierte Auftritt, der nach dem Fehlstart mit dem 1:1 gegen Katar die aufsteigende Formkurve bestätigte.
Die kanadische Reaktion nach dem Rückstand trug die Handschrift von Trainer Jesse Marsch, der mit einem Dreifachwechsel frische Kräfte brachte. Promise David, gerade erst eingewechselt, benötigte nur eine Minute, um eine präzise Flanke von Nathan Saliba per Grätsche zum 1:2 über die Linie zu drücken. Das BC Place Stadium erwachte, und in der Schlussphase drängte Kanada auf den Ausgleich, der ihnen den Gruppensieg zurückgegeben hätte. Derek Cornelius verpasste per Kopf nur knapp, und Kobel musste in der Nachspielzeit noch einmal in höchster Not klären. Doch die Schweizer Defensive hielt dem Ansturm stand und sicherte den ungeschlagenen Gruppensieg mit sieben Punkten.
Für Kanada bedeutet die Niederlage trotz des historischen erstmaligen Einzugs in die K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft einen herben Rückschlag. Statt weiter im eigenen Land vor heimischem Publikum antreten zu können, muss das Team um Kapitän Alphonso Davies, der verletzt fehlte, am 28. Juni nach Los Angeles reisen und dort auf den Zweiten der Gruppe A treffen. Die Schweizer hingegen bleiben in Vancouver und haben bis zum 2. Juli Zeit, sich auf einen der besten Gruppendritten aus den Gruppen E, F, G, I oder J vorzubereiten. Bosnien-Herzegowina, das parallel Katar mit 3:1 bezwang, wahrt mit vier Punkten als Gruppendritter die Chance auf ein Weiterkommen über die Rangliste der besten Dritten. Katar hingegen scheidet als Letzter mit nur einem Punkt aus.
Vor dem Anpfiff hatte das Publikum Ismael Kone mit stehenden Ovationen empfangen, als der Mittelfeldspieler nach seinem Beinbruch aus dem Katar-Spiel im Rollstuhl ins Stadion kam. Die emotionale Geste unterstrich die Aufbruchstimmung im kanadischen Fussball, die durch die nüchterne Schweizer Effizienz an diesem Abend einen Dämpfer erhielt. Der Blick richtet sich nun auf die K.-o.-Phase, in der beide Teams ihre historische Chance suchen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das entscheidende Duell zwischen der Schweiz und Kanada um die Spitze der Gruppe B. Beide haben 4 Punkte, Kanada führt aufgrund der Tordifferenz und genießt Heimvorteil in Vancouver. Ein Unentschieden reicht den Gastgebern, um Platz eins zu sichern.
Kanada und die Schweiz treffen in Vancouver im Kampf um die Gruppenführung in Gruppe B aufeinander, beide mit 4 Punkten. Zeitgleich spielen Bosnien und Katar in Seattle. Später greifen Brasilien-Schottland und Marokko-Haiti ins Geschehen ein.
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