
SK Hynix plant 29-Milliarden-Dollar-Listing an der Nasdaq
Der südkoreanische Speicherchiphersteller will mit der Ausgabe von ADRs seine Position im KI-Boom festigen und neue Kapazitäten finanzieren – es wäre eines der größten Aktienangebote der Geschichte.
Die Ankündigung von SK Hynix, mittels American Depositary Receipts (ADRs) bis zu 45,45 Billionen Won (rund 29,4 Milliarden Dollar) an der Nasdaq aufzunehmen, setzt einen neuen Maßstab im globalen KI-Investitionszyklus. Die in Seoul bereits notierten Aktien, die seit Jahresbeginn um etwa 300 Prozent zugelegt und den Börsenwert auf über eine Billion Dollar getrieben haben, weiteten ihre Gewinne nach der Bekanntgabe aus. Der geplante Börsengang der Hinterlegungsscheine – keine klassische Erstnotiz, aber eine der größten Eigenkapitaltransaktionen überhaupt – soll am 10. Juli starten und würde in der Rangliste der größten Aktienplatzierungen nur hinter dem SpaceX-IPO (85,7 Milliarden Dollar) in diesem Jahr liegen.
Der Emissionserlös ist für den Ausbau der Fertigung bestimmt: neue Fabriken im südkoreanischen Yongin-Chipcluster und eine fortschrittliche Verpackungsanlage in Cheongju sowie die Beschaffung von EUV-Lithographieanlagen des niederländischen Herstellers ASML. SK Hynix ist mit einem Marktanteil von 57 Prozent (viertes Quartal 2025) der dominierende Anbieter von High-Bandwidth-Memory (HBM), jener Speicherchips, die in KI-Systemen von Nvidia und Google als Hochgeschwindigkeits-Datenpuffer unverzichtbar sind. Die anhaltende Knappheit dieser Komponenten – der Mutterkonzernchef Chey Tae-won rechnet mit Versorgungsengpässen bis 2030 – verleiht dem Kapitalbedarf eine strukturelle Dringlichkeit.
Aus südkoreanischer Sicht betonen Analysten wie Ryu Young-ho (NH Investment & Securities) den Bewertungseffekt: Die Notierung an der Seite des US-Wettbewerbers Micron Technology an der Nasdaq eröffne die Chance auf eine Neubewertung, die auf die lokalen Aktien zurückstrahlen könne. Sanjeev Rana von CLSA sieht in dieser Erwartung bereits einen Treiber des Kursanstiegs. Am US-Markt hingegen äußern Vermögensverwalter wie Robert Pavlik (Dakota Wealth) und Mark Malek (Siebert Financial) Vorbehalte: Der Zeitpunkt erinnere an spätzyklische Transaktionen, und die Volatilität im KI-Sektor – der Philadelphia Semiconductor Index verlor am Vortag 7,9 Prozent – werfe die Frage auf, ob der Markt solche Volumina zusammen mit den erwarteten IPOs von Anthropic und OpenAI absorbieren könne. Für europäische Investoren erleichtert das ADR-Format den Zugang zu einem zentralen KI-Zulieferer, setzt sie aber zugleich den hohen Bewertungsmultiplikatoren und den starken Kursschwankungen der Branche aus.
Die finale Preisfestsetzung erfolgt nach dem Bookbuilding; als begleitende Banken fungieren Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und JPMorgan. Der nächste faktische Meilenstein ist der avisierte erste Handelstag am 10. Juli, an dem sich zeigen wird, zu welchem Multiple der Markt das Unternehmen im direkten Vergleich mit Micron und anderen Halbleiterwerten einpreist.
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SK Hynix stürzt sich mit einem 29-Milliarden-Dollar-Börsengang an der Nasdaq auf den globalen Speicherhype, obwohl ein jüngster Ausverkauf die Chip-Aktien erschüttert hat. Die Wette lautet, dass der Investorenhunger nach KI-Hardware die Marktunruhe überwiegen wird.
Der 'König des KI-Speichers' SK Hynix zieht es in die USA, dem ADR von TSMC folgend, mit einem kolossalen Angebot von 29,4 Milliarden Dollar. Dieser historische Schritt festigt seine Dominanz in der KI-Lieferkette und öffnet ein neues Kapitel für koreanische Chiphersteller an der Wall Street.
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