
Putin gesteht Treibstoffengpässe nach ukrainischen Drohnenangriffen ein
Der russische Präsident bestätigt Versorgungsprobleme, lehnt aber Kiews Vorschlag für eine beiderseitige Einstellung der Tiefenschläge ab.
Präsident Wladimir Putin hat in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview erstmals eingeräumt, dass die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und Treibstofflager zu einer „gewissen Knappheit“ in Russland geführt haben. Die Versorgungsengpässe, die sich in langen Schlangen an Tankstellen und regionalen Verkaufsbeschränkungen äußern, seien jedoch „nicht kritisch“. Zuvor hatte die Ukraine in der Nacht zwei große Ölraffinerien in den Regionen Krasnodar und Jaroslawl mit Drohnen attackiert und Brände ausgelöst; das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 209 ukrainischen Drohnen über elf Regionen.
Aus Kiewer Sicht sind die Angriffe Teil einer systematischen Kampagne, die Präsident Wolodymyr Selenskyj als „Langstreckensanktionen“ bezeichnet. Ziel sei es, die finanzielle und logistische Basis der russischen Kriegsführung zu schwächen und den Druck auf die Moskauer Führung zu erhöhen, Verhandlungen aufzunehmen. Gleichzeitig hat die Ukraine nach Darstellung Putins neue Vorschläge unterbreitet: ein beiderseitiges Ende der Tiefenschläge sowie eine Begrenzung der Kampfhandlungen auf die vier annektierten Gebiete Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk. Der Kreml wertet dies als Versuch, die eigenen Truppen von der Front abzuziehen und die russische Offensive zu stoppen; man werde Kiew „diese Chance nicht geben“.
Die faktischen Auswirkungen der ukrainischen Schläge werden in westlichen Hauptstädten und von unabhängigen Energieanalysten als zunehmend gravierend eingestuft. Auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim riefen die von Moskau eingesetzten Behörden den Notstand aus und untersagten den Treibstoffverkauf an Zivilisten. Auch in der sibirischen Region Irkutsk wurden Abgabemengen limitiert. Nach Schätzungen des in Washington ansässigen Institute for the Study of War hat sich das russische Vorrücktempo an der Front im Jahr 2026 verlangsamt, während die Treibstoffkrise die öffentliche Stimmung belastet. Die Regierung in Moskau prüft ein vollständiges Exportverbot für Diesel und hat eine Taskforce zur Sicherstellung der Versorgung eingerichtet.
Die Entwicklung fällt in eine Phase diplomatischer Stagnation. Von Washington vermittelte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine liegen seit dem Winter auf Eis; Putin erklärte, er erwarte nach dem Abklingen der Iran-Krise die Ankunft amerikanischer Unterhändler in Moskau. Die ukrainische Führung hat unterdessen eine auf 40 Tage angelegte Operation gebilligt, die den militärischen und wirtschaftlichen Druck aufrechterhalten soll. Beobachter in Brüssel und Washington sehen darin eine bewusste Strategie, die Kosten des Krieges für die russische Bevölkerung spürbar zu machen und die Verhandlungsposition Kiews zu stärken. Ob die russischen Gegenmaßnahmen – darunter der beschleunigte Ausbau der Luftabwehr und höhere Importe – die Lage stabilisieren können, bleibt vorerst offen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Putin musste eine Treibstoffkrise in Russland eingestehen, mit Warteschlangen an Tankstellen und Engpässen in mehreren Regionen infolge ukrainischer Angriffe auf Raffinerien. Der Kreml erwägt ein vollständiges Exportverbot für Diesel, um den Binnenmarkt zu stabilisieren. Die Lage verdeutlicht Moskaus wachsende Schwierigkeiten, die Kriegsanstrengungen aufrechtzuerhalten.
Putin räumte Treibstoffengpässe in Russland nach ukrainischen Angriffen auf Raffinerien ein, spielte deren Auswirkungen jedoch herunter und kündigte eine Arbeitsgruppe zur Sicherstellung der Versorgung an. Ein Exportverbot für Diesel wird erwogen. Die Lage wird als beherrschbare Herausforderung dargestellt, ohne die Reaktionsfähigkeit der Regierung in Frage zu stellen.
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