
Pakistan und Kuwait verhandeln Verteidigungspakt – Gratwanderung zwischen Schutzmacht und Kriegsrisiko
Kuwait strebt eine Stationierung Tausender pakistanischer Soldaten an, doch Islamabad zögert wegen der Spannungen zwischen den USA und Iran sowie seiner Bündnispflichten gegenüber Saudi-Arabien.
Pakistan und Kuwait führen nach Angaben von fünf mit den Gesprächen vertrauten Personen Verhandlungen über eine erhebliche Ausweitung ihrer Verteidigungszusammenarbeit. Die Gespräche, die sich noch in einem frühen Stadium befinden, sehen auf kuwaitischer Seite den Wunsch nach einer umfassenden Sicherheitsgarantie vor, die die Entsendung Tausender pakistanischer Bodentruppen, Kampfflugzeuge, Drohnen und eines Luftverteidigungssystems umfasst. Im Gegenzug stellt Islamabad Forderungen nach Kooperation im Energiesektor und Investitionen, darunter die Einrichtung eines gemeinsamen Treibstofflagers nach dem Modell der Zolllagerung. Beide Seiten machen den Fortgang der Verhandlungen jedoch von einer Beruhigung der militärischen Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran abhängig.
Aus kuwaitischer Sicht gilt Pakistan als verlässliche Option. Eine mit der Sicherheitsplanung des Emirats vertraute Quelle aus dem Nahen Osten beschreibt das Land als „sichere Wahl“: Pakistan verfüge über eine grosse Armee, produziere eigene Kampfflugzeuge, sei sunnitisch geprägt und unterhalte gute Beziehungen zu Washington, was die politische Sensibilität im Vergleich zu anderen Partnern verringere. Pakistanische Regierungs- und Sicherheitsvertreter dämpfen hingegen die Erwartungen. Die „Wunschliste Kuwaits enthalte alles“, doch eine Entsendung von Kampftruppen sei in der gegenwärtigen Phase weder vorgesehen noch darstellbar. Das bestehende Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien fusse auf jahrzehntelanger strategischer Allianz und lasse sich nicht einfach auf Kuwait übertragen. Die iranische Staatszeitung Hamshahri Online wiederum verurteilt Kuwait als Komplizen der „amerikanisch-zionistischen Aggression“ und verweist auf bereits erfolgte „vernichtende Antworten“ der iranischen Streitkräfte.
Die Verhandlungen sind Teil einer breiteren Neuausrichtung der Sicherheitsarchitektur am Golf. Angesichts wachsender Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Schutzmacht suchen mehrere arabische Staaten nach alternativen oder ergänzenden Partnern. Pakistan, das über 660.000 aktive Soldaten, mehr als 420 kampffähige Flugzeuge und ein Nukleararsenal von geschätzten 170 Sprengköpfen verfügt, rückt dabei ins Zentrum des Interesses. Auch Bahrain und Jordanien haben laut den Quellen Interesse an ähnlichen Abkommen bekundet, während die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien den Entwurf eines trilateralen Verteidigungspakts vorbereiten. Für das wirtschaftlich angeschlagene Islamabad sind die Deals ein Instrument, um dringend benötigte Investitionen und Energiesicherheit zu erlangen – ein Tauschhandel, den Analytiker als „Fass gegen Stiefel“ bezeichnen.
Die Gespräche werden von der Sorge überschattet, dass Pakistan durch seine wachsenden militärischen Verpflichtungen in den Krieg zwischen den USA und Iran hineingezogen werden könnte. Nach einem Huthi-Angriff auf Saudi-Arabien am 14. Juli liess Islamabad Teheran mitteilen, dass jeder Angriff auf das Königreich als Angriff auf Pakistan selbst gewertet werde. Damit gerät die bisherige Vermittlerrolle des Landes zwischen Washington und Teheran zunehmend unter Druck. Die Verhandlungen mit Kuwait sollen nach Angaben der Eingeweihten erst dann an Fahrt aufnehmen, wenn die Spannungen zwischen den USA und Iran nachlassen – ein Zeitpunkt, der angesichts der seit Ende Februar 2025 anhaltenden Kampfhandlungen und der wiederholten Angriffe auf kuwaitisches Territorium durch Iran-nahe Milizen ungewiss bleibt.
| Iranische & verwandte Presse | −0.90 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
Kuwait hat vollständig mit der US-israelischen terroristischen Aggression gegen den Iran kollaboriert, und die iranischen Streitkräfte haben bereits eine vernichtende Antwort auf solche Provokationen gegeben.
Der Rahmen verwendet stark anklagende Sprache und beruft sich auf die iranische Militärreaktion, um eine Erzählung gerechtfertigter Vergeltung zu schaffen, wobei die Verteidigungsgespräche als bedeutende Entscheidung dargestellt werden, die Kuwaits Komplizenschaft bestätigt.
Der iranische Rahmen lässt aus, dass die Gespräche in einem frühen Stadium sind und durch die USA-Iran-Spannungen erschwert werden könnten, sowie die Tatsache, dass Pakistan Energiekooperation und Investitionen sucht, was die Gespräche eher als pragmatischen Austausch denn als rein aggressiven Schritt darstellen würde.
Pakistan und Kuwait verhandeln über einen Verteidigungspakt im Austausch gegen Energie und Investitionen; die Gespräche sind vorläufig und könnten durch die USA-Iran-Spannungen beeinflusst werden.
Die Technik besteht darin, die Informationen als direkten Bericht zu präsentieren, wobei mehrere Quellen und ein Factbox verwendet werden, um Glaubwürdigkeit zu verleihen, während potenzielle Komplikationen ohne Parteinahme erwähnt werden.
Der atlantische Rahmen lässt die iranische Perspektive der Aggression und den historischen Kontext der US-israelischen Beteiligung sowie die spezifische Anschuldigung der Komplizenschaft Kuwaits aus. Er lässt auch das Zitat des pakistanischen Diplomaten über die Gefahr, in den Konflikt hineingezogen zu werden, aus.
Der pakistanische Diplomat spricht: Wir werden zur Konfliktpartei werden müssen, anstatt Vermittler zu sein, wenn der Krieg Saudi-Arabien erfasst.
Die Technik verwendet ein direktes Zitat eines pakistanischen Diplomaten, um ein Gefühl von Dringlichkeit und persönlichem Einsatz zu erzeugen, wobei die Verteidigungsgespräche als Folge des breiteren Konflikts und der sich verändernden Rolle Pakistans dargestellt werden.
Der südostasiatische Rahmen lässt die Einzelheiten der Verteidigungspaktverhandlungen mit Kuwait, den Aspekt der Energiekooperation und die Tatsache, dass andere Golfstaaten ebenfalls auf Pakistan zukommen, aus. Er konzentriert sich ausschließlich auf den Wandel Pakistans vom Vermittler zum potenziellen Kämpfer.
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