
Oman unterbreitet Westen formellen Vorschlag für Schifffahrtsgebühren in der Straße von Hormus
Maskat hat Washington und Verbündeten ein Modell für Dienstleistungsentgelte vorgelegt, während Teheran auf obligatorischen Abgaben beharrt und die USA jede Form der Bepreisung ablehnen.
Das Sultanat Oman hat den Vereinigten Staaten und mehreren westlichen Regierungen einen formalen Vorschlag für die Erhebung von Gebühren auf Schiffe unterbreitet, die die Straße von Hormus passieren. Wie die New York Times unter Berufung auf einen iranischen Beamten und vier Diplomaten berichtet, sieht der Plan vor, dass Reedereien für Navigationsdienstleistungen in der Meerenge zahlen. Der Vorstoß erfolgt ungeachtet der öffentlich bekundeten Ablehnung Washingtons und fällt in eine Phase indirekter Gespräche zwischen den USA und Iran in Doha über die künftige Verwaltung der für den globalen Energietransport zentralen Wasserstraße.
Aus Washingtoner Sicht bleibt die Position unverändert: Präsident Donald Trump bezeichnete jeden Vorschlag für Maut- oder Transitgebühren als „inakzeptabel“, und Außenminister Marco Rubio bekräftigte, man werde jeden Versuch ablehnen, den Zugang zu monetarisieren – unabhängig davon, ob von einer Gebühr, einer Maut oder einer Spende die Rede sei. Demgegenüber beharrt Teheran auf einer Kontrolle des Schiffsverkehrs. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, Iran strebe eine gemeinsame Regelung mit Oman an, werde aber notfalls eigenständig handeln. Omanische Regierungsvertreter unterscheiden öffentlich zwischen einem nach ihrer Auffassung völkerrechtswidrigen Transitzoll und freiwilligen Beiträgen für Sicherheitsleistungen, wie sie im Modell der Straße von Malakka existieren. Laut New York Times besteht zwischen Maskat und Teheran Uneinigkeit darüber, ob die Zahlungen freiwillig oder verpflichtend sein sollen.
Die Debatte hat bereits praktische Folgen für den Schiffsverkehr. Nach Angaben von Lloyd’s List stieg die Zahl der Transite in der Woche bis zum 28. Juni um 70 Prozent gegenüber der Vorwoche, wobei fast der gesamte Zuwachs auf eine südliche, näher an Oman verlaufende Route entfiel. Maritime Geheimdienste verzeichnen, dass nahezu die Hälfte des ankommenden Handelsverkehrs diesen Korridor nutzt, der sich dem unmittelbaren iranischen Zugriff entzieht. Aus Sicht ehemaliger US-Militärkommandeure zielen die iranischen Angriffe auf Schiffe in diesem Korridor darauf ab, Versicherungsprämien so hoch zu treiben, dass der kommerzielle Verkehr unwirtschaftlich bleibt, ohne die Meerenge vollständig schließen zu müssen. Die grundsätzliche Bedeutung des Vorgangs reicht über die Region hinaus: Wie das Fachmagazin Frontline analysiert, würde eine erfolgreiche Monetarisierung einer natürlichen Meerenge durch Küstenstaaten einen Präzedenzfall schaffen, der die Erwartungen an andere der weltweit 28 strategischen Engpässe verändern könnte.
Die Gespräche finden im Rahmen einer vorläufigen Waffenruhe-Vereinbarung statt, die einen sechzigtägigen gebührenfreien Transit sowie Verhandlungen über die künftige Verwaltung der Straße von Hormus vorsieht. Für den heutigen Dienstag sind in Doha indirekte Gespräche zwischen US- und iranischen Delegationen unter katarischer Vermittlung angesetzt. Nach Angaben des katarischen Außenministeriumssprechers sind die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in der Stadt, direkte Verhandlungen mit iranischen Diplomaten sind jedoch nicht vorgesehen. Parallel berichtet der saudische Sender Al Arabiya, Iran solle im Rahmen des Abkommens noch in dieser Woche drei Milliarden Dollar eingefrorener Vermögenswerte erhalten.
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Iran und Oman treiben gemeinsam einen Plan voran, Gebühren für Schiffe zu erheben, die die Straße von Hormus passieren, trotz Washingtons Einwänden. Die Initiative wird als Servicegebühr dargestellt und könnte einen Präzedenzfall für das Management der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt schaffen. Ein gemeinsamer Ausschuss wurde eingerichtet, um den Rahmen auszuarbeiten, während der Welthandel genau beobachtet, ob die Freiheit der Schifffahrt neu definiert wird.
Iran versucht aggressiv, seinen Griff auf die Straße von Hormus durch Transitgebühren zu verstärken, ein Schritt, dem die USA und ihre Golfverbündeten mit einem neuen südlichen Schifffahrtskorridor entgegentreten. Der Zeitpunkt wird als bewusster Versuch gesehen, Teherans strategischen Hebel zu bewahren, während alternative Routen seine Kontrolle zu untergraben beginnen. Washington betrachtet den Gebührenplan als Verletzung der freien Schifffahrt und als direkte Bedrohung der globalen Energiesicherheit.
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