
WhatsApp führt Nutzernamen ein – Indische Regierung prüft Betrugsrisiken
Die Meta-Tochter erlaubt erstmals die Kommunikation ohne Telefonnummer; während Datenschützer den Schritt begrüßen, kündigt Neu-Delhi eine sicherheitspolitische Überprüfung an.
WhatsApp hat mit der Reservierung individueller Nutzernamen begonnen und leitet damit einen grundlegenden Wandel seines Identitätsmodells ein. Statt der Mobilfunknummer soll künftig ein frei wählbarer, bis zu 35 Zeichen langer Name als Kontaktmerkmal dienen. Die Funktion wird schrittweise freigegeben und soll bis zum Jahresende weltweit verfügbar sein. Sie richtet sich an die über drei Milliarden Nutzer der Plattform und ist als optionales Privatsphäre-Instrument angelegt – insbesondere für Gruppenchats oder die erste Kontaktaufnahme mit Unbekannten.
Die technische Umsetzung erfolgt über die App-Einstellungen unter „Account“ und „Nutzername“. Der gewählte Name muss aus drei bis 35 Zeichen bestehen, mindestens einen Buchstaben enthalten und darf nicht mit „www.“ beginnen oder auf eine Domainendung wie „.com“ enden. Ein öffentliches Verzeichnis wird es nicht geben; wer jemanden erstmals anschreibt, muss den exakten Nutzernamen kennen. Zusätzlich lässt sich ein optionaler „Nutzernamenschlüssel“ aktivieren, der als zweiter Faktor unerwünschte Kontaktaufnahmen erschwert. Bekannte Persönlichkeiten, Regierungsstellen und Inhaber verifizierter Instagram- oder Facebook-Profile genießen bei der Reservierung Vorrang, um Namensbesetzungen vorzubeugen.
Die Reaktionen fallen regional unterschiedlich aus. Der argentinische Cybersicherheitsexperte Rodrigo Álvarez bezeichnete die Einführung gegenüber Radio Mitre Córdoba als einen der bedeutendsten Schritte, die WhatsApp je im Bereich Privatsphäre unternommen habe, und verwies auf Konkurrenten wie Signal oder Telegram, die eine solche Funktion seit Jahren anbieten. In Indien hingegen hat die Regierung laut übereinstimmenden Medienberichten eine Prüfung der Funktion angekündigt. Aus Regierungskreisen verlautete, man werde die Auswirkungen auf Betrugsszenarien und die öffentliche Sicherheit untersuchen. Unternehmer wie Paytm-Gründer Vijay Shekhar Sharma und Ankur Warikoo warnten öffentlich vor täuschend ähnlichen Nutzernamen, die für Identitätsdiebstahl und finanzielle Betrügereien genutzt werden könnten. Sollten bei der Prüfung Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, könnte Meta eine förmliche Mitteilung erhalten.
WhatsApp selbst verweist auf die eingebauten Sicherheitsmechanismen, darunter der Nutzernamenschlüssel und der dauerhafte Schutz von Namen öffentlicher Personen. Die Einführung wird schrittweise und mit In-App-Benachrichtigungen erfolgen. Der nächste faktische Meilenstein ist die vollständige globale Verfügbarkeit bis Ende 2025 sowie der Abschluss der indischen Regierungsprüfung, deren Ergebnis über mögliche Auflagen für den Messaging-Dienst entscheiden dürfte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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WhatsApp führt die Möglichkeit ein, einen Benutzernamen zu erstellen – eine Änderung, die Cybersicherheitsexperten als grundlegend für den Datenschutz betrachten. Nutzer können nun kommunizieren, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben, und erhalten so mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten. Die Funktion wird schrittweise für die 3 Milliarden Nutzer der Plattform ausgerollt.
Die indische Regierung prüft die neue Benutzernamen-Funktion von WhatsApp, da befürchtet wird, sie könnte Identitätsdiebstahl und Online-Betrug erleichtern. Beamte bewerten die Auswirkungen auf Privatsphäre und Sicherheit; die Plattform könnte regulatorische Maßnahmen erwarten, falls Risiken festgestellt werden. Der Schritt spiegelt die wachsende Sorge wider, dass Anonymität von böswilligen Akteuren ausgenutzt werden könnte.
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