
Nubank ernennt Livia Chanes zur Lateinamerika-Chefin und bündelt regionale Führung
Die brasilianische Digitalbank schafft eine neue CEO-Position für Lateinamerika und unterstellt die Länderchefs in Mexiko und Kolumbien direkt der bisherigen Brasilien-Chefin.
Nubank hat mit sofortiger Wirkung eine neue Führungsstruktur für Lateinamerika geschaffen und Livia Chanes zur regionalen CEO ernannt. Die Managerin behält zugleich die Leitung des brasilianischen Stammgeschäfts. Die Länderverantwortlichen in Mexiko, Armando Herrera, und Kolumbien, Marcela Torres, berichten nun direkt an Chanes, behalten aber die operative Autonomie in ihren Märkten. Mit diesem Schritt bündelt das Fintech die Steuerung seiner drei Kernmärkte unter einer einheitlichen Leitung.
Die Neuordnung erfolgt wenige Tage, nachdem die mexikanische Bankenaufsicht CNBV Nubank am 10. Juli die Lizenz zum Betrieb als Vollbank erteilt hat. Das Institut, das in Mexiko bereits 15 Millionen Kunden zählt und im ersten Quartal 2026 die Gewinnschwelle erreichte, wird nach Abschluss des letzten regulatorischen Schritts zum größten Digitalbank des Landes. Weltweit betreut Nubank inzwischen mehr als 135 Millionen Kunden, davon rund fünf Millionen in Kolumbien und über 115 Millionen in Brasilien.
Chanes war vor sechs Jahren als Produktvorständin zu Nubank gekommen, übernahm 2022 die operative Führung in Brasilien und wurde Anfang 2024 zur CEO des Heimatmarktes ernannt. In dieser Zeit wuchs die brasilianische Kundenbasis um mehr als 50 Millionen, das Unternehmen lancierte mit NuCel einen Mobilfunkdienst und baute das Geschäftskundensegment Nu Empresas auf sechs Millionen Kunden aus. Nubank ist nach eigenen Angaben die größte private Finanzinstitution Brasiliens gemessen an der Kundenzahl.
Aus Sicht des globalen CEO David Vélez ist die Zusammenführung der Region unter Chanes ein folgerichtiger Schritt, um das in Brasilien erprobte Modell schneller auf andere lateinamerikanische Märkte zu übertragen. Die Hürden für finanzielle Inklusion, die man in Brasilien überwunden habe, bestünden in der gesamten Region fort. Chanes selbst erklärte, Mexiko und Kolumbien sollten von den in Brasilien gesammelten Erfahrungen profitieren; der Austausch beschleunige Innovation in alle Richtungen.
Für die kommenden Monate steht der Abschluss des Banklizenzverfahrens in Mexiko im Fokus, mit dem Nubank in den direkten Wettbewerb zu etablierten Instituten wie BBVA, Banamex oder Santander tritt. In Kolumbien sind für 2026 Investitionen von 130 Millionen US-Dollar vorgesehen, während in Brasilien bis 2026 insgesamt 45 Milliarden Real in den Ausbau des Produktangebots fließen sollen.
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