
Nikkei durchbricht erstmals 72.000 Punkte – KI-Investitionen und Iran-Gespräche prägen Asiens Börsen
Tokios Leitindex erreicht ein neues Allzeithoch, während Fortschritte in den US-iranischen Verhandlungen die Ölpreise drücken – die asiatischen Märkte zeigen ein gespaltenes Bild.
Der japanische Nikkei 225 hat am Montag erstmals die Marke von 72.000 Punkten überschritten und im Handelsverlauf ein neues Intraday-Rekordhoch von 72.831,73 Zählern erreicht. Zum Handelsschluss notierte der Index bei 72.364,82 Punkten, ein Plus von 1,6 Prozent. Auch der breiter gefasste Topix legte um 1,1 Prozent zu. Auslöser der Kursgewinne war eine anhaltende Euphorie für Unternehmen aus dem Umfeld der künstlichen Intelligenz, verstärkt durch einen Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei, wonach die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi bis 2040 öffentliche und private Investitionen von rund 370 Billionen Yen (2,29 Billionen Dollar) in strategische Sektoren wie KI und Halbleiter anstrebt.
Die Dynamik wurde von Technologiewerten getragen. In Tokio stiegen SoftBank Group um 2,4 Prozent und der Chipausrüster Tokyo Electron um 2,3 Prozent. In Seoul, wo der Kospi mit 9.114,55 Punkten ebenfalls nahe seinem Rekordhoch schloss, legte der Speicherchiphersteller SK Hynix um 5,6 Prozent zu. Marktbeobachter in Japan werteten die KI-getriebene Rally als zentrale Stütze, warnten jedoch vor einer zunehmend überdehnten Bewertung. Neil Newman von Astris Advisory Japan verwies auf die anhaltenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten, die eine hohe Wachsamkeit erforderten.
Fortschritte in den von Katar und Pakistan vermittelten Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran trugen zur Entspannung bei. Die Gespräche auf hoher Ebene in der Schweiz wurden am frühen Montag abgeschlossen, technische Verhandlungen sollen die Woche über fortgesetzt werden. Die Sorge vor Versorgungsengpässen blieb jedoch bestehen: Während Teheran erklärte, die Straße von Hormus sei am Wochenende erneut gesperrt worden, widersprach Washington und sprach von einem ungehinderten Schiffsverkehr. Die Rohölpreise gaben nach: Brent fiel um 1,4 Prozent auf 79,42 Dollar je Barrel. ING-Rohstoffstrategen warnten, ein dauerhaftes Abkommen bleibe schwierig und berge das Risiko erneuter Feindseligkeiten.
Die übrigen asiatischen Märkte zeigten ein gemischtes Bild. Der Hang Seng in Hongkong verlor 1,0 Prozent, während der Shanghai Composite um 0,2 Prozent zulegte. Australiens S&P/ASX 200 gab leicht nach, Taiwans Taiex stieg um 2,8 Prozent. US-Futures notierten im Minus. Aus Washingtoner Sicht richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den für Donnerstag erwarteten PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve. Die Daten könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs geben und damit auch die Stimmung an den asiatischen und europäischen Handelsplätzen beeinflussen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Haupttreiber der asiatischen Marktbewegungen sind Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die die Ölpreise senkten und für eine gemischte Stimmung sorgten. Der japanische Nikkei erreichte ein Rekordhoch, beflügelt von Technologiewerten im Zuge des KI-Booms, doch die US-Futures fielen, was verhaltenen Optimismus widerspiegelt. Die Erzählung stellt die geopolitische Deeskalation als entscheidende Variable in den Mittelpunkt.
Der historische Anstieg des Nikkei über 72.000 Punkte wird in erster Linie der anhaltenden KI-Euphorie und dem massiven langfristigen Investitionsplan Japans in strategische Sektoren zugeschrieben. Während Fortschritte bei den US-Iran-Gesprächen zusätzlichen Auftrieb gaben, bleibt der KI-Boom die dominierende Kraft, die die Märkte auf neue Höchststände treibt.
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