
Micron und Qualcomm entfachen KI-Rally – Ölpreis fällt unter Vorkriegsniveau
Starke Ausblicke der US-Chiphersteller treiben Asiens Börsen auf Rekorde und stützen Europa, während die Wiedereröffnung der Straße von Hormus die Energiekosten drückt.
Die Quartalszahlen und Prognosen der amerikanischen Halbleiterkonzerne Micron Technology und Qualcomm haben am Donnerstag eine kräftige Erholung an den globalen Aktienmärkten ausgelöst. Micron meldete einen Gewinnsprung auf 28 Milliarden Dollar und erklärte, seine gesamte Produktion an Hochbandbreiten-Speicherchips für KI-Anwendungen sei für das laufende Jahr ausverkauft. Qualcomm hob die Jahresumsatzprognose auf 40 Milliarden Dollar an und stellte einen neuen Datencenter-Prozessor vor. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 4,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 72.366 Punkten, angetrieben von Advantest und Tokyo Electron. Der südkoreanische Kospi kletterte um 5,4 Prozent auf ein Allzeithoch, getragen von Samsung Electronics und SK Hynix.
Die Zahlen dämpften die in den Vortagen aufgekommene Sorge, die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz könnten sich nicht in entsprechenden Erlösen niederschlagen. An den europäischen Handelsplätzen legte der Technologie-Subindex des Stoxx 600 um über zwei Prozent zu, mit deutlichen Aufschlägen bei Infineon, STMicroelectronics und ASML. Auch an der Wall Street notierten die Futures auf den Nasdaq vor Handelsbeginn über zwei Prozent fester. Beobachter in New York werteten die Ausblicke als Signal, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur das hohe Bewertungsniveau der Branche zumindest kurzfristig rechtfertige.
Parallel sank der Preis für die Nordseesorte Brent im Tagesverlauf zeitweise unter 72,50 Dollar je Barrel und damit unter das Niveau vom 27. Februar, dem Tag vor Beginn der US-iranischen Militäroperationen. Auslöser war die schrittweise Wiederaufnahme des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus, nachdem Washington und Teheran über ein dauerhaftes Kriegsende verhandeln. Die Entspannung ließ Energietitel weltweit zurückfallen; Exxon Mobil und Chevron verloren an der Wall Street, während in Mailand Eni nachgab. Der Gaspreis in Amsterdam fiel um ein Prozent auf rund 40 Euro je Megawattstunde.
Aus Washingtoner Sicht richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE), das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve. Er wird für Mai mit einem Anstieg auf 4,1 Prozent erwartet – dem höchsten Stand seit drei Jahren. Das revidierte US-BIP für das erste Quartal wurde unterdessen auf 2,1 Prozent nach oben korrigiert. Sollte der PCE-Wert die Erwartungen nicht übertreffen, rechnen Marktteilnehmer damit, dass die Notenbank ihren Zinspfad nicht weiter straffen muss. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses ist für Ende Juli angesetzt.
| Arabische Golfpresse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Der Golf warnt: Der Ölcrash bedroht die wirtschaftliche Stabilität, während die KI-Euphorie eine westliche Blase ist.
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Der Block lässt die positiven Auswirkungen niedrigerer Ölpreise auf europäische Verbraucher aus und betont lieber makroökonomische Risiken.
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