
Louvre am Limit: Präsident warnt vor Verfall des meistbesuchten Museums der Welt
Nach einem spektakulären Juwelenraub und angesichts maroder Infrastruktur fordert die Museumsleitung dringende Investitionen – ein Weckruf auch für europäische Kulturinstitutionen.
Der Louvre, das meistbesuchte Museum der Welt, steht nach den Worten seines Präsidenten Christophe Leribault «am Ende seiner Kräfte». Vor dem Kulturausschuss des französischen Senats zeichnete Leribault am Mittwoch das Bild einer Institution, deren Infrastruktur und Sicherheitssysteme nach Jahrzehnten der Überlastung an ihre Grenzen gestoßen sind. Auslöser der schonungslosen Bestandsaufnahme war der spektakuläre Raub mehrerer Kronjuwelen im vergangenen Oktober, der die Sicherheitsmängel des Hauses schonungslos offengelegt hatte. Internationale Medien von Moskau bis Buenos Aires griffen die Warnung auf und unterstrichen die globale Bedeutung des Pariser Wahrzeichens.
Die Mängelliste, die Leribault und zuvor bereits seine Vorgängerin Laurence des Cars in einem vertraulichen Schreiben an die Kulturministerin benannt hatten, reicht von undichten Dächern über unzureichende Klimaanlagen bis hin zu veralteten elektrischen Leitungen, die ein akutes Brandrisiko darstellen. In mehreren Sälen kann das für die Konservierung der empfindlichen Exponate notwendige Temperatur- und Feuchtigkeitsregime nicht mehr zuverlässig eingehalten werden. Hinzu kommt eine Beschilderung, die seit Jahrzehnten nicht erneuert wurde und den Besucherstrom von jährlich neun Millionen Menschen kaum noch zu lenken vermag. Aus russischer Perspektive wurde besonders die Sorge um den Zustand der Sammlungen hervorgehoben, während französische Kommentatoren die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bausubstanz als hausgemachtes Versäumnis werteten.
Leribault sprach von einer «Wegegabelung», an der das Museum nun stehe: Die dringendsten Bauarbeiten seien nicht länger aufschiebbar, doch die nötigen Investitionen in Milliardenhöhe seien angesichts der angespannten öffentlichen Haushalte schwer zu mobilisieren. Immerhin soll ab 2027 eine neue Videoüberwachungsanlage installiert werden, und Leribault versprach, die «unaufschiebbaren Probleme selbst in die Hand zu nehmen». Beobachter in Lateinamerika und der frankophonen Welt sehen in der Krise des Louvre ein Menetekel für andere ikonische Museen, deren Besucherrekorde oft in keinem Verhältnis zu den Erhaltungsbudgets stehen.
Für den deutschsprachigen Raum ist der Fall Louvre ein vertrautes Warnsignal. Auch die Museumsinsel in Berlin, das Kunsthistorische Museum in Wien oder das Zürcher Kunsthaus kämpfen mit alternder Bausubstanz und steigenden Anforderungen an Klimatisierung und Sicherheit, während die öffentlichen Mittel begrenzt bleiben. Die Pariser Entwicklung dürfte daher nicht nur die französische Kulturpolitik unter Zugzwang setzen, sondern auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Debatte über nachhaltige Finanzierungsmodelle für das kulturelle Erbe neu entfachen. Die Frage, wie viel ein Staat sich sein Gedächtnis kosten lassen will, stellt sich mit der Louvre-Krise drängender denn je.
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Der Louvre, das meistbesuchte Museum der Welt, steht aufgrund veralteter Infrastruktur und des Schocks eines großen Juwelendiebstahls am Abgrund. Sein neuer Direktor warnt, dass dringend Investitionen von mindestens 660 Millionen Euro nötig sind, um einen unumkehrbaren Verfall zu verhindern. Die Lage wird als kritisch beschrieben, die Systeme haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Der Louvre befindet sich in einem erbärmlichen Zustand, sein Direktor gibt zu, dass er 'am letzten Atemzug' ist. Die Ausstattung des Museums versagt: Dächer sind undicht, die Belüftung unzureichend, die Verkabelung veraltet und brandgefährlich. Dies wird als weiteres Zeichen für den Niedergang eines einst großen westlichen Kultursymbols dargestellt.
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