
Lebenslange Haft für Attentäter von Magdeburg – Gericht stellt besondere Schwere der Schuld fest
Das Landgericht Magdeburg verurteilte den saudischen Psychiater Taleb al-Abdulmohsen wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt 2024 zu lebenslanger Freiheitsstrafe; eine vorzeitige Haftentlassung gilt als ausgeschlossen.
Das Landgericht Magdeburg hat den 51-jährigen Taleb al-Abdulmohsen am Freitag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter sprachen ihn des sechsfachen Mordes und des mehr als dreihundertfachen versuchten Mordes schuldig und stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nach 15 Jahren, wie sie das deutsche Recht sonst vorsieht, faktisch ausgeschlossen. Zugleich behielt sich das Gericht die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung vor, über die zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden soll. Der Angeklagte hatte am 20. Dezember 2024 einen gemieteten BMW X3 mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde durch die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gesteuert; ein neunjähriger Junge und fünf Frauen kamen ums Leben, mehr als 300 Personen wurden verletzt.
Nach der Überzeugung des Gerichts handelte der aus Saudi-Arabien stammende Psychiater nicht aus einer ernsthaften ideologischen Motivation, sondern aus persönlichen Beweggründen. Ein psychiatrischer Sachverständiger diagnostizierte eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und ein übersteigertes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Als auslösendes Moment wertete das Gericht eine zivilrechtliche Niederlage gegen eine säkulare Flüchtlingshilfeorganisation im August 2023, die eine „narzisstische Kränkung“ ausgelöst habe. Der Angeklagte, der sich selbst als ex-muslimischen Aktivisten und Kritiker des saudischen Regimes darstellte, hatte in sozialen Medien seine Sympathie für die rechtsextreme Alternative für Deutschland bekundet und zugleich islamfeindliche Rhetorik verbreitet. Die Bundesanwaltschaft hatte eine Übernahme des Verfahrens abgelehnt, weil sie keine staatsgefährdende Absicht, sondern vorwiegend individuelle Motive erkannte.
Der Anschlag hatte wenige Monate vor der Bundestagswahl im Februar 2025 die Debatte über Migration und innere Sicherheit in Deutschland erheblich verschärft. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt deckte in der Folge erhebliche Versäumnisse auf. Dem Abschlussbericht zufolge wiesen die Stadtverwaltung und der Veranstalter ein „ausgeprägtes Kostenvermeidungsverhalten“ bei der Sicherung des Weihnachtsmarktes auf, dessen Zufahrten offen standen. Bei den Sicherheitsbehörden konstatierte der Ausschuss eine gefährliche „Wissensfragmentierung“: Obwohl der spätere Täter jahrelang zahlreiche Behörden beschäftigt und mit Drohungen überzogen hatte, seien die Erkenntnisse nie zusammengeführt worden. Saudi-Arabien hatte den deutschen Stellen bereits 2023 eine Warnung zu dem Mann übermittelt, die nach Prüfung jedoch als zu vage eingestuft wurde. Auch die ärztliche Selbstverwaltung und der Arbeitgeber im Maßregelvollzug gerieten in die Kritik, weil sie dem Mann trotz erheblicher Zweifel an seiner fachlichen Eignung die Approbation erteilt und ihn weiterbeschäftigt hatten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; der Verurteilte kann Revision einlegen. Die zunächst vorbehaltene Sicherungsverwahrung wird nach Verbüßung der regulären Haftstrafe gerichtlich überprüft. Der Prozess, für den eigens ein temporäres Gerichtsgebäude errichtet worden war, hatte über Monate hinweg die Öffentlichkeit beschäftigt. Der Angeklagte zeigte während der Verhandlung keine Reue, äußerte sich wiederholt wirr und war zeitweise aufgrund eines Hungerstreiks verhandlungsunfähig. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht den Anträgen der Generalstaatsanwaltschaft und der mehr als 200 Nebenkläger. Die Verteidigung hatte die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung bestritten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein aus Saudi-Arabien stammender Arzt, der anti-islamische und rechtsextreme Verschwörungstheorien vertrat, ist für den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht verhängte die Höchststrafe, verwies auf die besondere Schwere der Schuld und wies die Argumentation zurück, seine narzisstische Persönlichkeitsstörung mindere die Verantwortung. Das Urteil unterstreicht, dass die extremistische Ideologie des Täters das Grauen der sechs Morde und Hunderter Verletzter nicht mildert.
Ein saudischer Psychiater ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er mit einem Mietwagen in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt raste und sechs Menschen tötete sowie Hunderte verletzte. Der Fall verschärfte die Einwanderungsdebatte in Deutschland vor der Bundestagswahl 2025. Das Gericht verhängte die Höchststrafe für den Angriff, der etwas mehr als eine Minute dauerte.
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