
Kolumbianische Banken melden 44 Prozent Gewinnplus – Argentiniens Haushalte unter Schuldendruck
Während Kolumbiens Finanzsektor von einer Kreditwende profitiert, steigen in Argentinien die Zahlungsausfälle privater Haushalte – und in Indonesien entbrennt ein Streit um die Liquiditätslage.
Die kolumbianischen Banken haben im Mai einen Gewinnanstieg von 43,8 Prozent auf 6,9 Billionen Pesos verzeichnet, wie die Finanzaufsicht mitteilte. Die Erholung folgt auf eine mehrjährige Phase hoher Zinsen und steigender Kreditausfälle. Die Bruttokredite wuchsen real um 3,2 Prozent – der dreizehnte Monat in Folge mit positiver Jahresrate. Der Anteil notleidender Kredite sank weiter; 96,2 Prozent aller Forderungen wurden fristgerecht bedient. Bancolombia führte die Rangliste mit 3,1 Billionen Pesos an, gefolgt von Davivienda und Banco de Bogotá. Der frühere Anif-Vizepräsident Andrés Langebaek verwies auf eine Normalisierung der Margen und rückläufige Verwaltungskosten, warnte jedoch vor einer Abschwächung des Kreditwachstums in der zweiten Jahreshälfte.
Ein gegensätzliches Bild bietet Argentinien. Dort erreichten die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte 74,9 Billionen Pesos, was 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die Ausfallquote bei Familienkrediten stieg im Mai auf 15,9 Prozent, wie die Beratungsfirma Analytica ermittelte. Besonders hoch ist die Zahlungsunregelmäßigkeit bei Fintech-Krediten (28,4 Prozent) und im Einzelhandel (50 Prozent). Die Regierung um Präsident Javier Milei führt die Entwicklung auf mangelnde Finanzbildung zurück; Oppositionspolitiker machen dagegen Reallohnverluste und gestrichene Subventionen verantwortlich. Der Senator Jorge Capitanich sprach von einer „wirtschaftlichen Pleite Millionen argentinischer Haushalte“.
In Indonesien ist unterdessen ein Streit über die tatsächliche Liquiditätslage des Bankensystems entbrannt. Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa erklärte vor dem Parlament, die vom Stabilitätskomitee KSSK verwendeten Indikatoren – darunter die Geldbasis M0 – seien fehlerhaft und spiegelten nicht die angespannte Lage wider, über die Banken klagten. Die Zentralbank (BI) widersprach umgehend: Der Tagesgeldsatz INDONIA sei von 6,62 auf 6,17 Prozent gefallen, was auf ausreichende Liquidität hindeute. Die BI hat seit Juli 2026 über Repo-, Swap- und Anleihekäufe 837,11 Billionen Rupiah in den Markt gegeben. Die M0 wuchs zuletzt um 12,8 Prozent zum Vorjahr.
In Iran verharrt der Interbanken-Zinssatz nahe der Obergrenze des geldpolitischen Korridors. Er stieg in der Woche zum 24. Tir leicht auf 23,92 Prozent, wie die Zentralbank mitteilte. Der Satz liegt damit nur knapp unter dem Höchstsatz für regelgebundene Kreditaufnahme von 24 Prozent. Beobachter in Teheran werten dies als Zeichen einer anhaltend straffen Liquiditätssteuerung, mit der die Zentralbank Inflationsdruck bekämpft, zugleich aber die Finanzierungskosten für Banken und Unternehmen hoch hält. Die nächsten Inflations- und Geldmengendaten stehen im Fokus.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | +0.50 | aligned |
| Iranische & verwandte Presse | −0.30 | critical |
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