
Deschamps’ letzter Tanz: Frankreich unterliegt England 4:6
Kylian Mbappé würdigte den scheidenden Trainer vor dem Spiel um Platz drei, doch eine wilde Partie endete mit einer Niederlage und dem vierten Platz für Les Bleus.
Im Hard Rock Stadium von Miami endete die Ära Didier Deschamps als französischer Nationaltrainer mit einem spektakulären 4:6 (0:4) gegen England im Spiel um den dritten Platz der Weltmeisterschaft 2026. Die Engländer überrannten den Weltmeister von 2018 in der ersten Halbzeit mit einer beispiellosen Effizienz: Declan Rice, Ezri Konsa und ein Doppelpack von Bukayo Saka sorgten für eine scheinbar vorentscheidende Führung. Nach dem Seitenwechsel zeigte Frankreich jedoch ein anderes Gesicht. Kylian Mbappé, der später mit zehn Turniertoren den Goldenen Schuh gewann, leitete mit zwei Treffern sowie einer Vorlage für Bradley Barcola die furiose Aufholjagd ein. Ousmane Dembélé verkürzte auf 3:4, ehe ein verwandelter Elfmeter von Saka und ein später Treffer von Jude Bellingham den 6:4-Endstand für die Three Lions besiegelten.
Bereits Stunden vor dem Anpfiff hatte Kapitän Mbappé seinem Trainer in den sozialen Medien eine emotionale Hommage gewidmet. „Heute ist dein letzter Tanz. Du, der du uns so viel gegeben hast. Wir hätten dir ein besseres Ende bereiten sollen, aber wir haben versagt“, schrieb der 27-Jährige und fügte hinzu, Deschamps sei der „Hauptdarsteller der Wiedergeburt dieser Mannschaft“ gewesen. Nach der Partie betonte Mbappé, dass diese eine Niederlage das Vermächtnis des Trainers nicht beschmutzen werde. Aus französischer Perspektive überwog trotz des verpassten Podestplatzes die Dankbarkeit für eine 14-jährige Amtszeit, die den französischen Fußball nach der Krise von 2010 wieder an die Weltspitze geführt hatte.
Deschamps, der das Amt 2012 von Laurent Blanc übernommen hatte, verlässt die Bühne als einer der prägendsten Figuren der Verbandsgeschichte. Unter seiner Leitung gewann Frankreich die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, erreichte das Finale 2022 in Katar und stand bei der Europameisterschaft 2016 im eigenen Land ebenfalls im Endspiel. Hinzu kommt der Titel in der Nations League 2021. Mit 122 Siegen aus 186 Partien ist er der erfolgreichste Nationaltrainer Frankreichs und neben Mário Zagallo und Franz Beckenbauer einer von nur drei Akteuren, die den WM-Pokal sowohl als Spieler als auch als Coach stemmten. Sein auf defensive Stabilität und Konterstärke ausgerichteter Stil wurde in Frankreich mitunter als zu pragmatisch kritisiert, doch die Konstanz auf den großen Turnieren – stets mindestens das Viertelfinale – gab ihm recht.
Die Nachfolge scheint bereits geregelt. Nach übereinstimmenden Berichten aus Frankreich, darunter L’Équipe, soll Zinédine Zidane das Amt übernehmen. Die Verträge sollen am 1. September 2026 in Kraft treten. Der ehemalige Weltklassespieler und Champions-League-Siegercoach von Real Madrid übernimmt eine mit Ausnahmetalenten gespickte Mannschaft, die den Anspruch hat, bei der nächsten Weltmeisterschaft wieder um den Titel mitzuspielen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
Die Hommage ist eine maßvolle Anerkennung von Deschamps' Vermächtnis, die sich auf die Fakten seiner Amtszeit und das Bedauern des Teams konzentriert.
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Der atlantica-Block lässt Mbappés Kritik an der Öffentlichkeit aus, die Deschamps' Größe nicht zu schätzen weiß.
Deschamps bekam nicht das Ende, das er verdient hatte, und die mangelnde Wertschätzung der Öffentlichkeit ist eine Schande.
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