
FBI-Einsatz nach WM-Finale: US-Justiz untersucht AFA-Geschäfte, Verband dementiert
Nach der Endspielniederlage gegen Spanien kam es am New Yorker Flughafen zu einem Zugriff des FBI auf Funktionäre des argentinischen Fußballverbands; die AFA bestreitet persönliche Vorladungen und Handy-Beschlagnahmungen.
Der Morgen nach dem verlorenen WM-Finale geriet für die Führung des argentinischen Fußballverbands AFA zum juristischen Nachspiel. Als die Delegation am Montag am John F. Kennedy Airport in New York den Charterflug nach Buenos Aires besteigen wollte, griffen Beamte der Bundespolizei FBI ein. Nach übereinstimmenden Berichten argentinischer Medien wurden Präsident Claudio „Chiqui“ Tapia und weitere Funktionäre festgehalten, ihre Mobiltelefone und elektronischen Geräte beschlagnahmt. Der Abflug verzögerte sich um mehr als zwei Stunden, während Tapia und Marketingchef Leandro Petersen in einem separaten Raum befragt worden sein sollen.
Noch am selben Tag lieferte die AFA ein kategorisches Dementi. In einer offiziellen Mitteilung nannte der Verband die Darstellungen „absolut falsch“. Die vom Bundesbezirksgericht Südflorida ausgestellte Vorladung richte sich nicht gegen Tapia oder Schatzmeister Pablo Toviggino, sondern gegen einen Dritten, der vor einem Grand Jury aussagen und Unterlagen zu verschiedenen Personen – darunter AFA-Funktionären – vorlegen solle. Von einer Beschlagnahme persönlicher Geräte könne keine Rede sein. Aus Washingtoner Sicht bestätigt das Justizministerium die Existenz eines laufenden Ermittlungsverfahrens, äußert sich aber nicht zu operativen Details.
Im Zentrum der US-Untersuchung steht die in Florida registrierte Firma TourProdEnter LLC. Sie wurde 2021 von der AFA als exklusiver Handelsvertreter für sämtliche Auslandsverträge eingesetzt und kassierte dafür eine Provision von 30 Prozent der Einnahmen. Die Ermittler der Bundesstaatsanwälte Patrick Gushue, Christopher Ting und Michael Berger gehen Hinweisen auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung nach. Im Fokus stehen Transfers in Höhe von rund 40 Millionen Dollar, die von TourProdEnter an Gesellschaften ohne erkennbare wirtschaftliche Aktivität geflossen sein sollen. Auslöser war eine Zivilklage des Geschäftsmanns Guillermo Tofoni, der im Rahmen eines Discovery-Verfahrens Zugang zu Bankunterlagen erhielt und diese den Behörden vorlegte.
In Buenos Aires verschärft der Vorgang den Druck auf die ohnehin angeschlagene Verbandsspitze. Gegen Tapia und Toviggino laufen in Argentinien bereits mehrere Verfahren, darunter ein Prozess wegen mutmaßlicher Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von umgerechnet rund 19 Millionen Dollar. Die AFA betont, die US-Vorladung enthalte keinerlei persönliche Maßnahmen gegen ihre Führung. Dennoch wirft die internationale Dimension der Ermittlungen einen langen Schatten auf die künftige Handlungsfähigkeit des Verbandes.
Der nächste Termin ist für den 30. Juli anberaumt. Dann muss der von der AFA genannte Dritte vor dem Grand Jury in Florida erscheinen. Ob und wann die US-Justiz unmittelbar gegen Tapia oder Toviggino vorgeht, hängt vom Ausgang dieser Anhörung ab. Parallel dazu setzen argentinische Gerichte ihre eigenen Untersuchungen fort – ein doppelter Rechtsdruck, der die sportpolitische Landschaft in Buenos Aires nachhaltig verändern könnte.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.50 | critical |
Die AFA und die argentinischen Medien verteidigen die Führung, indem sie den Medien vorwerfen, falsche Nachrichten zu verbreiten.
Offizielle Stellungnahmen werden genutzt, um eine Gegenerzählung zu schaffen, die die Glaubwürdigkeit der ursprünglichen Quellen in Frage stellt.
Die auf Dementi basierende Erzählung lässt aus, dass die US-Gerichtsvorladung an einen Dritten gerichtet ist, der aufgefordert wird, Beweise zu Tapia und anderen vorzulegen, wie einige Quellen desselben Blocks und des russischen Blocks berichten.
Russland stellt das FBI als eine gegen Korruption vorgehende Behörde dar und spielt das Dementi des AFA herunter.
Die Details des Verfahrens (Beschlagnahme, Daten) werden hervorgehoben, um der Anschuldigung Glaubwürdigkeit zu verleihen, während das Dementi auf eine kurze Anmerkung reduziert wird.
Der russische Block lässt das detaillierte Dementi des AFA und die Skepsis der argentinischen Medien bezüglich der Wahrheit der Berichte aus und stellt es als eine bloße abweisende Reaktion dar.
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