Anmelden
Ausgabe von 16:00 CETFreitag, 10. Juli 2026
311 Quellen · 17 Sprachen1062 Briefings heute
Wissenschaft & GesundheitSamstag, 27. Juni 2026

Israelische Studie: Gängige Schmerzmittel in der Schwangerschaft ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko

Eine retrospektive Kohortenstudie mit über 264.000 Schwangerschaften entkräftet langjährige Bedenken zu NSAR und Paracetamol – und lenkt den Blick auf Versorgungslücken bei Frauengesundheit.

Eine israelische Forschergruppe um Dr. Sharon Daniel von der Ben-Gurion-Universität des Negev hat in zwei registerbasierten Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 264.000 Schwangerschaften aus den Jahren 1998 bis 2018 keine unabhängige Verbindung zwischen der Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) im ersten Trimester oder Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen festgestellt. Die in PLOS Medicine und Human Reproduction Open publizierten Analysen zeigen, dass ein in den Rohdaten zunächst sichtbarer leichter Anstieg von Fehlbildungen nach Adjustierung für mütterliche Grunderkrankungen wie hohes Fieber oder chronische Entzündungen verschwand. Die Ergebnisse liefern erstmals belastbare Sicherheitsdaten für zwei der weltweit am häufigsten verwendeten Schmerzmittel in der Frühschwangerschaft.

Die Befunde schließen eine Wissenslücke, die auch den Umgang mit Menstruationsschmerzen betrifft. Eine übergreifende Auswertung von 80 Studien mit mehr als 5.800 Frauen hatte bereits gezeigt, dass NSAR wie Ibuprofen durch die Hemmung der Prostaglandinproduktion deutlich wirksamer gegen Dysmenorrhoe sind als Paracetamol, das vorwiegend zentral die Schmerzwahrnehmung dämpft. Dennoch belegt eine Analyse von Supermarkttransaktionsdaten aus über drei Millionen Käufen, dass Paracetamol das am häufigsten erworbene Mittel gegen Regelschmerzen bleibt. Aus Sicht der israelischen Forscher unterstreicht dies die Notwendigkeit, die Behandlung an der Grunderkrankung auszurichten, statt aus Sorge vor Medikamenten auf weniger geeignete Optionen zurückzugreifen.

Jenseits der Schmerztherapie verweisen britische Dermatologinnen wie Dr. Sima Al Asad und Dr. Nicole Chiang auf einen wachsenden Trend zur Selbstmedikation bei hormonellen Hauterkrankungen. In sozialen Medien wird der Nahrungsergänzungsstoff Inositol, ein natürlich vorkommendes Zuckerderivat, vielfach gegen polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) und hormonelle Akne beworben. Patientinnen kämen zunehmend informiert in die Praxis, berichten die Ärztinnen, doch die Evidenzlage stützt sich bislang überwiegend auf anekdotische Berichte. Die psychische Belastung durch sichtbare Hautveränderungen – von Akne über tumoröse Schwellungen bis zu den von Bella Hadid geschilderten Lyme-Schüben – verdeutlicht, wie sehr chronische Erkrankungen den Alltag prägen. Hadid beschrieb kürzlich in sozialen Medien Episoden mit starken Schmerzen, Erschöpfung und Depressionen; eine US-Influencerin berichtete von jahrelanger Suche nach der Ursache einer Gesichtsentstellung, die schliesslich auf einen gutartigen Tumor zurückgeführt wurde.

Die israelische Studie markiert einen Schritt hin zu evidenzbasierter Beruhigung, doch für viele Bereiche der Frauengesundheit bleiben belastbare Langzeitdaten rar. Der nächste Meilenstein wird sein, ob die Ergebnisse Eingang in aktualisierte Leitlinien der Fachgesellschaften finden und so die klinische Praxis verändern. Parallel dazu bedarf es weiterer kontrollierter Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Inositol, um die Diskrepanz zwischen öffentlicher Nachfrage und wissenschaftlicher Absicherung zu verringern.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Interventismo vs. Sovranità
33%Mittel
3 Blöcke · Positionen von −0.50 bis +0.30
Critici dell'escalationSostenitori della linea dura
EURISRLAT
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.20neutral
Israelische Presse+0.30aligned
Lateinamerikanische Presse−0.50critical
US and Iranian outlets are not represented in this cluster.
Kontinentaleuropäische Presse−0.20
Stimme

Europe watches with concern as the US and Iran trade blows, but acknowledges the legitimacy of the American response to the drone attack.

Mechanismusescalation simmetrica

The liveblog format creates a sense of immediacy and equivalence, framing the conflict as a symmetrical escalation where each side's actions are presented as reactions to the other's.

Auslassung

The bloc omits the specific details of the Iranian drone attack on the tanker that triggered the US strikes, focusing instead on the US response and Vance's statement.

AlarmDringlichkeit
Israelische Presse+0.30
Stimme

Israel supports the American operations and insists on the disarmament of Iranian-backed militias in Lebanon and elsewhere.

Mechanismusgerarchia di minacce

The bloc uses a hierarchy of threats, placing Iran as the primary source of instability and framing US actions as defensive measures within a broader strategic context.

Auslassung

The bloc omits any mention of civilian casualties from the US strikes or the potential for the escalation to undermine the peace process with Iran.

PragmatismusSkepsis
Lateinamerikanische Presse−0.50
Stimme

Iran has the right to defend itself against US bombing, and the peace deal is at risk because of American aggression.

Mechanismusvittimismo

The bloc employs a victimization narrative, presenting Iran as the target of unprovoked US attacks and framing its response as self-defense, while omitting the initial Iranian drone strike.

Auslassung

The bloc omits the fact that the US strikes were a response to an Iranian drone attack on a tanker in the Strait of Hormuz, instead presenting the US as the aggressor.

AlarmEmpörung

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Merlier stürmt in Bordeaux zum Etappensieg – Pogacar behauptet Gelb·Chamenei in Maschhad beigesetzt – Eskalation zwischen USA und Iran überschattet Trauer·Waldbrand in Andalusien: Mindestens elf Tote und zahlreiche Vermisste·Ehemalige britische Ministerin Ann Widdecombe tot aufgefunden – Polizei ermittelt wegen Mordes·EU-Parlament verlängert befristete Chatkontrolle – verschlüsselte Dienste ausgenommen·Jorge Jesus übernimmt Portugals Nationalelf – und setzt auf Cristiano Ronaldo·Syrien meldet Zerschlagung einer IS-Zelle nach Anschlägen während Macron-Besuch·KI-gestützte Ernährung: Kleine Zutatenänderungen machen Mahlzeiten gesünder und günstiger·Merlier stürmt in Bordeaux zum Etappensieg – Pogacar behauptet Gelb·Chamenei in Maschhad beigesetzt – Eskalation zwischen USA und Iran überschattet Trauer·Waldbrand in Andalusien: Mindestens elf Tote und zahlreiche Vermisste·Ehemalige britische Ministerin Ann Widdecombe tot aufgefunden – Polizei ermittelt wegen Mordes·EU-Parlament verlängert befristete Chatkontrolle – verschlüsselte Dienste ausgenommen·Jorge Jesus übernimmt Portugals Nationalelf – und setzt auf Cristiano Ronaldo·Syrien meldet Zerschlagung einer IS-Zelle nach Anschlägen während Macron-Besuch·KI-gestützte Ernährung: Kleine Zutatenänderungen machen Mahlzeiten gesünder und günstiger·
Akt. 07:294 Sprachen · 6 Quellen
VorherigerWissenschaft & GesundheitNächster
6 Quellen|4 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Samstag, 27. Juni 2026

Israelische Studie: Gängige Schmerzmittel in der Schwangerschaft ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko

Eine retrospektive Kohortenstudie mit über 264.000 Schwangerschaften entkräftet langjährige Bedenken zu NSAR und Paracetamol – und lenkt den Blick auf Versorgungslücken bei Frauengesundheit.

Eine israelische Forschergruppe um Dr. Sharon Daniel von der Ben-Gurion-Universität des Negev hat in zwei registerbasierten Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 264.000 Schwangerschaften aus den Jahren 1998 bis 2018 keine unabhängige Verbindung zwischen der Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) im ersten Trimester oder Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen festgestellt. Die in PLOS Medicine und Human Reproduction Open publizierten Analysen zeigen, dass ein in den Rohdaten zunächst sichtbarer leichter Anstieg von Fehlbildungen nach Adjustierung für mütterliche Grunderkrankungen wie hohes Fieber oder chronische Entzündungen verschwand. Die Ergebnisse liefern erstmals belastbare Sicherheitsdaten für zwei der weltweit am häufigsten verwendeten Schmerzmittel in der Frühschwangerschaft.

Die Befunde schließen eine Wissenslücke, die auch den Umgang mit Menstruationsschmerzen betrifft. Eine übergreifende Auswertung von 80 Studien mit mehr als 5.800 Frauen hatte bereits gezeigt, dass NSAR wie Ibuprofen durch die Hemmung der Prostaglandinproduktion deutlich wirksamer gegen Dysmenorrhoe sind als Paracetamol, das vorwiegend zentral die Schmerzwahrnehmung dämpft. Dennoch belegt eine Analyse von Supermarkttransaktionsdaten aus über drei Millionen Käufen, dass Paracetamol das am häufigsten erworbene Mittel gegen Regelschmerzen bleibt. Aus Sicht der israelischen Forscher unterstreicht dies die Notwendigkeit, die Behandlung an der Grunderkrankung auszurichten, statt aus Sorge vor Medikamenten auf weniger geeignete Optionen zurückzugreifen.

Jenseits der Schmerztherapie verweisen britische Dermatologinnen wie Dr. Sima Al Asad und Dr. Nicole Chiang auf einen wachsenden Trend zur Selbstmedikation bei hormonellen Hauterkrankungen. In sozialen Medien wird der Nahrungsergänzungsstoff Inositol, ein natürlich vorkommendes Zuckerderivat, vielfach gegen polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) und hormonelle Akne beworben. Patientinnen kämen zunehmend informiert in die Praxis, berichten die Ärztinnen, doch die Evidenzlage stützt sich bislang überwiegend auf anekdotische Berichte. Die psychische Belastung durch sichtbare Hautveränderungen – von Akne über tumoröse Schwellungen bis zu den von Bella Hadid geschilderten Lyme-Schüben – verdeutlicht, wie sehr chronische Erkrankungen den Alltag prägen. Hadid beschrieb kürzlich in sozialen Medien Episoden mit starken Schmerzen, Erschöpfung und Depressionen; eine US-Influencerin berichtete von jahrelanger Suche nach der Ursache einer Gesichtsentstellung, die schliesslich auf einen gutartigen Tumor zurückgeführt wurde.

Die israelische Studie markiert einen Schritt hin zu evidenzbasierter Beruhigung, doch für viele Bereiche der Frauengesundheit bleiben belastbare Langzeitdaten rar. Der nächste Meilenstein wird sein, ob die Ergebnisse Eingang in aktualisierte Leitlinien der Fachgesellschaften finden und so die klinische Praxis verändern. Parallel dazu bedarf es weiterer kontrollierter Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Inositol, um die Diskrepanz zwischen öffentlicher Nachfrage und wissenschaftlicher Absicherung zu verringern.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Interventismo vs. Sovranità
33%Mittel
3 Blöcke · Positionen von −0.50 bis +0.30
Critici dell'escalationSostenitori della linea dura
EURISRLAT
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.20neutral
Israelische Presse+0.30aligned
Lateinamerikanische Presse−0.50critical
US and Iranian outlets are not represented in this cluster.
Kontinentaleuropäische Presse−0.20
Stimme

Europe watches with concern as the US and Iran trade blows, but acknowledges the legitimacy of the American response to the drone attack.

Mechanismusescalation simmetrica

The liveblog format creates a sense of immediacy and equivalence, framing the conflict as a symmetrical escalation where each side's actions are presented as reactions to the other's.

Auslassung

The bloc omits the specific details of the Iranian drone attack on the tanker that triggered the US strikes, focusing instead on the US response and Vance's statement.

AlarmDringlichkeit
Israelische Presse+0.30
Stimme

Israel supports the American operations and insists on the disarmament of Iranian-backed militias in Lebanon and elsewhere.

Mechanismusgerarchia di minacce

The bloc uses a hierarchy of threats, placing Iran as the primary source of instability and framing US actions as defensive measures within a broader strategic context.

Auslassung

The bloc omits any mention of civilian casualties from the US strikes or the potential for the escalation to undermine the peace process with Iran.

PragmatismusSkepsis
Lateinamerikanische Presse−0.50
Stimme

Iran has the right to defend itself against US bombing, and the peace deal is at risk because of American aggression.

Mechanismusvittimismo

The bloc employs a victimization narrative, presenting Iran as the target of unprovoked US attacks and framing its response as self-defense, while omitting the initial Iranian drone strike.

Auslassung

The bloc omits the fact that the US strikes were a response to an Iranian drone attack on a tanker in the Strait of Hormuz, instead presenting the US as the aggressor.

AlarmEmpörung

Diese Nachricht erschien in

6 Quellen · 4 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Trump erklärt Waffenruhe mit Iran für beendet, stimmt aber Gesprächen zu

9 Sprachen · 43 Quellen

Aus Economy & Markets

SK Hynix’ Rekorddebüt an der Nasdaq: 26,5 Milliarden Dollar für den KI-Chip-Ausbau

5 Sprachen · 14 Quellen

Aus Technology

Peking gelingt erstmals kontrollierte Rückkehr einer orbitalen Raketenstufe

7 Sprachen · 32 Quellen

Mehr lesen