Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETMontag, 22. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen1323 Briefings heute
Geopolitik & PolitikSamstag, 20. Juni 2026

Israel setzt Angriffe auf Libanon aus – Truppen bleiben in besetzten Stellungen

Nach iranischer Drohung mit der Blockade der Straße von Hormus und Abstimmung mit Washington ordnen Netanjahu und Katz eine Feuerpause an, ohne Rückzug aus dem Südlibanon.

Am Samstagabend gaben das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die israelische Armeeführung bekannt, die Angriffe auf Ziele im Südlibanon vorläufig einzustellen. Das israelische Fernsehen (Kanal 12) meldete, die politische Führung habe der Armee befohlen, sämtliche Operationen im Libanon zu stoppen; ein Rückzug aus den seit März besetzten Gebieten sei jedoch ausdrücklich nicht Teil der Anweisung. Demnach erfolgte der Schritt nach Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Die israelische Armee erklärte, sie werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen beseitigen.

Aus israelischer Sicht wird die Entscheidung nicht als Ende der militärischen Präsenz verstanden. Ein nicht namentlich genannter hoher Beamter im Amt des Ministerpräsidenten ließ verlauten, Israel werde so lange im Südlibanon bleiben, wie es zur Verteidigung der nördlichen Grenze nötig sei, und auf jeden Angriff der Hisbollah „mit aller Härte“ antworten. Zugleich bezifferte er die israelischen Luftschläge der vergangenen 48 Stunden auf über 300 terroristische Ziele und sprach von rund 100 getöteten Kämpfern. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Im Libanon und in Teheran wird der israelische Schritt mit der kurz zuvor vom iranischen Militärkommando verkündeten Schließung der Straße von Hormus in Verbindung gebracht. Das zentrale Kommando der Revolutionsgarden hatte erklärt, die strategische Wasserstraße sei als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe und die aus iranischer Sicht mangelnde Umsetzung des ersten Punktes einer mit Washington ausgehandelten Vereinbarung gesperrt worden. Die vom Iran kontrollierte Meerenge ist eine zentrale Passage für den globalen Öltransport; eine Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Energieversorgung auch Deutschlands und Europas. Ein führender israelischer Militärkorrespondent sprach von einer neuen Gleichung, unter der die israelische Armee durch iranischen Druck gebunden werde.

Die libanesische Gesundheitsbehörde meldete inzwischen mehr als 4000 Tote und über 12.000 Verletzte seit Ausbruch der jüngsten Feindseligkeiten. Die Hisbollah wies israelische Vorwürfe, sie habe die Waffenruhe ihrerseits gebrochen, zurück und erklärte, Israel habe allein seit Freitag früh nahezu 300 dokumentierte Verstöße begangen – ein Versuch, „die Einigung zwischen Teheran und Washington zu sabotieren“. In Israel betonten politische Kreise unterdessen, die Armee werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen ausschalten, sich jedoch nicht aus dem beanspruchten Grenzstreifen zurückziehen. Wie die nun ausgesetzte militärische Dynamik mit dem diplomatischen Rahmen der iranisch-amerikanischen Absprachen vereinbart werden soll, ist offen. Europäische Regierungen, darunter Berlin, dürften angesichts der fragilen Energiemärkte und der Gefahr eines größeren regionalen Flächenbrandes auf eine Stabilisierung des status quo drängen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

21%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Iranische & verwandte PresseArabische Golfpresse
Iranische & verwandte Presse/ Regime
TriumphRevanchismusDringlichkeit

Nach der Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat das israelische Regime die Einstellung der Militäroperationen im Südlibanon angeordnet, während es seine Truppen dort belässt. Teheran wertet dies als strategischen Sieg, der die Fähigkeit Irans zeigt, einen Waffenstillstand durchzusetzen.

Arabische Golfpresse/ Saudisch
PragmatismusDistanz

Israel gab in Abstimmung mit den USA eine Einstellung der Feindseligkeiten im Libanon bekannt und betonte, dass die Truppen zur Verteidigung der Grenze im Süden bleiben. Der Einsatz wird als Reaktion auf Provokationen der Hisbollah und als notwendiger Sicherheitsschritt dargestellt, wobei 300 Ziele getroffen und rund 100 Kämpfer ausgeschaltet wurden.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Von Brasilien bis Indien: Bewaffnete Raubzüge und ein Tempeldiebstahl erschüttern Gemeinden·US-Bundesrichter annulliert Vorladungen gegen Gouverneur Walz und weitere Amtsträger·Merlín im Präsidentenpalast: Mexikos virale WM-Ente wird zur politischen Figur·Italien: Zwei vermisste Schwestern lebend gefunden – Mutter und Großvater festgenommen·Five Eyes warnen: KI-Modelle mit staatsgefährdendem Potenzial in Monaten einsatzbereit·Hormuz-Verkehr nach Irans Schließungsankündigung: Daten zeigen widersprüchliches Bild·EZB-Präsidentin Lagarde: Keine Zweitrundeneffekte trotz Kriegsfolgen – Leitzins dennoch erhöht·Manchester United sichert sich das Land für das größte Stadion Großbritanniens·Von Brasilien bis Indien: Bewaffnete Raubzüge und ein Tempeldiebstahl erschüttern Gemeinden·US-Bundesrichter annulliert Vorladungen gegen Gouverneur Walz und weitere Amtsträger·Merlín im Präsidentenpalast: Mexikos virale WM-Ente wird zur politischen Figur·Italien: Zwei vermisste Schwestern lebend gefunden – Mutter und Großvater festgenommen·Five Eyes warnen: KI-Modelle mit staatsgefährdendem Potenzial in Monaten einsatzbereit·Hormuz-Verkehr nach Irans Schließungsankündigung: Daten zeigen widersprüchliches Bild·EZB-Präsidentin Lagarde: Keine Zweitrundeneffekte trotz Kriegsfolgen – Leitzins dennoch erhöht·Manchester United sichert sich das Land für das größte Stadion Großbritanniens·
Akt. 23:432 Sprachen · 5 Quellen
VorherigerGeopolitik & PolitikNächster
5 Quellen|2 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Samstag, 20. Juni 2026

Israel setzt Angriffe auf Libanon aus – Truppen bleiben in besetzten Stellungen

Nach iranischer Drohung mit der Blockade der Straße von Hormus und Abstimmung mit Washington ordnen Netanjahu und Katz eine Feuerpause an, ohne Rückzug aus dem Südlibanon.

Am Samstagabend gaben das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die israelische Armeeführung bekannt, die Angriffe auf Ziele im Südlibanon vorläufig einzustellen. Das israelische Fernsehen (Kanal 12) meldete, die politische Führung habe der Armee befohlen, sämtliche Operationen im Libanon zu stoppen; ein Rückzug aus den seit März besetzten Gebieten sei jedoch ausdrücklich nicht Teil der Anweisung. Demnach erfolgte der Schritt nach Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Die israelische Armee erklärte, sie werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen beseitigen.

Aus israelischer Sicht wird die Entscheidung nicht als Ende der militärischen Präsenz verstanden. Ein nicht namentlich genannter hoher Beamter im Amt des Ministerpräsidenten ließ verlauten, Israel werde so lange im Südlibanon bleiben, wie es zur Verteidigung der nördlichen Grenze nötig sei, und auf jeden Angriff der Hisbollah „mit aller Härte“ antworten. Zugleich bezifferte er die israelischen Luftschläge der vergangenen 48 Stunden auf über 300 terroristische Ziele und sprach von rund 100 getöteten Kämpfern. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Im Libanon und in Teheran wird der israelische Schritt mit der kurz zuvor vom iranischen Militärkommando verkündeten Schließung der Straße von Hormus in Verbindung gebracht. Das zentrale Kommando der Revolutionsgarden hatte erklärt, die strategische Wasserstraße sei als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe und die aus iranischer Sicht mangelnde Umsetzung des ersten Punktes einer mit Washington ausgehandelten Vereinbarung gesperrt worden. Die vom Iran kontrollierte Meerenge ist eine zentrale Passage für den globalen Öltransport; eine Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Energieversorgung auch Deutschlands und Europas. Ein führender israelischer Militärkorrespondent sprach von einer neuen Gleichung, unter der die israelische Armee durch iranischen Druck gebunden werde.

Die libanesische Gesundheitsbehörde meldete inzwischen mehr als 4000 Tote und über 12.000 Verletzte seit Ausbruch der jüngsten Feindseligkeiten. Die Hisbollah wies israelische Vorwürfe, sie habe die Waffenruhe ihrerseits gebrochen, zurück und erklärte, Israel habe allein seit Freitag früh nahezu 300 dokumentierte Verstöße begangen – ein Versuch, „die Einigung zwischen Teheran und Washington zu sabotieren“. In Israel betonten politische Kreise unterdessen, die Armee werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen ausschalten, sich jedoch nicht aus dem beanspruchten Grenzstreifen zurückziehen. Wie die nun ausgesetzte militärische Dynamik mit dem diplomatischen Rahmen der iranisch-amerikanischen Absprachen vereinbart werden soll, ist offen. Europäische Regierungen, darunter Berlin, dürften angesichts der fragilen Energiemärkte und der Gefahr eines größeren regionalen Flächenbrandes auf eine Stabilisierung des status quo drängen.

Divergenz der Quellen

Geopolitik & Politik · 5 Quellen · 2 Sprachen

21%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig88%
Neutral12%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Iranische & verwandte PresseArabische Golfpresse
Iranische & verwandte Presse/ Regime
TriumphRevanchismusDringlichkeit

Nach der Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat das israelische Regime die Einstellung der Militäroperationen im Südlibanon angeordnet, während es seine Truppen dort belässt. Teheran wertet dies als strategischen Sieg, der die Fähigkeit Irans zeigt, einen Waffenstillstand durchzusetzen.

Arabische Golfpresse/ Saudisch
PragmatismusDistanz

Israel gab in Abstimmung mit den USA eine Einstellung der Feindseligkeiten im Libanon bekannt und betonte, dass die Truppen zur Verteidigung der Grenze im Süden bleiben. Der Einsatz wird als Reaktion auf Provokationen der Hisbollah und als notwendiger Sicherheitsschritt dargestellt, wobei 300 Ziele getroffen und rund 100 Kämpfer ausgeschaltet wurden.

Diese Nachricht erschien in

5 Quellen · 2 Sprachen

Verwandte Artikel

Sport

Messi überflügelt Klose: Argentinien nach 2:0 gegen Österreich im Achtelfinale

9 Sprachen · 56 Quellen

Kriminalität & Katastrophen

Zwei Kinder in Frankreich bei extremer Hitzewelle in Auto tot aufgefunden

11 Sprachen · 37 Quellen

Geopolitik & Politik

USA setzen Ölsanktionen gegen Iran für 60 Tage aus – Friedensgespräche in der Schweiz

9 Sprachen · 36 Quellen

Mehr lesen