
Irans Racheliste: Zwischen Vergeltungsrhetorik und diplomatischen Kanälen
Die Veröffentlichung einer Liste mit 13 ausländischen Politikern durch ein Teheraner Blatt fällt mit der ersten Stellungnahme des neuen Obersten Führers zusammen und offenbart den inneriranischen Machtkampf.
Die in Teheran erscheinende Zeitung Hamshahri hat am Wochenende eine Grafik mit den Porträts von 13 ausländischen Politikern veröffentlicht, die sie als Vergeltungsziele für die Tötung des früheren Obersten Führers Ali Khamenei darstellt. Die Abbildung zeigt unter anderem US-Präsident Donald Trump und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu mit Fadenkreuzen, während europäische Regierungschefs in orangefarbenen Häftlingsanzügen zu sehen sind. Die Publikation fiel zeitlich mit der ersten öffentlichen Stellungnahme von Ali Khameneis Sohn und Nachfolger Mojtaba Khamenei zusammen, der erklärte, Vergeltung sei „der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollstreckt werden“. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP erschien die Grafik nicht in der Druckausgabe, und es gibt keine Hinweise auf eine offizielle Billigung durch die Teheraner Führung.
Aus Sicht von Beobachtern in der Region spiegelt die Liste vor allem die Haltung des konservativen Lagers wider, das seit dem Tod Khameneis am 28. Februar bei einem gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriff auf eine harte Linie drängt. Wie die New York Times unter Berufung auf Iran-Analysten berichtet, versuchen Hardliner, das Klima der Trauer zu nutzen, um Kompromisse mit Washington als strategisch gefährlich und moralisch illegitim darzustellen. Demgegenüber setzen pragmatische Kräfte in Teheran weiterhin auf den diplomatischen Kanal über Oman, über den seit Monaten indirekte Gespräche mit den USA laufen. Laut Gulf News nahmen iranische Unterhändler noch wenige Stunden vor der jüngsten Eskalation an Beratungen in Maskat teil, bei denen es um die Wiederherstellung der normalen Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus ging.
Die Aufnahme europäischer Spitzenpolitiker in die Liste begründen iranische Regierungsstellen mit dem Vorwurf, mehrere EU-Staaten hätten den USA während des Konflikts Überflugrechte für Militärmaschinen gewährt und damit indirekt an den Angriffen mitgewirkt. Aus Washingtoner Sicht wiederum bestätigen die Drohungen eine bereits zuvor von Geheimdiensten registrierte Anschlagsgefahr. Präsident Trump erklärte vor Journalisten, er stehe „auf jeder einzelnen dieser Listen“, und verwies auf Berichte über ein vereiteltes Attentatskomplott. Die USA reagierten auf Angriffe auf Handelsschiffe mit Luftschlägen gegen rund 140 Ziele, während Teheran die Straße von Hormus erneut für die Schifffahrt sperrte und mehrere Golfstaaten kritisierte.
Die Vorgänge verdeutlichen, wie schnell militärische Entwicklungen diplomatische Bemühungen überholen können. Noch am Tag vor den amerikanischen Angriffen hatten iranische und omanische Vertreter über Vorschläge zur Öffnung der Wasserstraße beraten, durch die in Friedenszeiten etwa ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggastransporte läuft. Dass die Gespräche dennoch nicht abgebrochen sind, werten Beobachter in Berlin und Washington als Zeichen dafür, dass in Teheran beide Lager um die Deutungshoheit ringen. Der Ausgang dieses Machtkampfes wird maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die Region auf eine neue Runde der Konfrontation oder auf eine Wiederbelebung der Verhandlungen zubewegt. Konkrete nächste Schritte sind derzeit nicht absehbar; die diplomatischen Kontakte über Oman bestehen fort, bleiben jedoch durch die ungelöste Lage an der Straße von Hormus und die innenpolitische Dynamik in Iran hochgradig fragil.
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
Israel hat sich geirrt: Die Ermordung Chameneis hat das Regime gestärkt, nicht geschwächt.
Das Argument nutzt Umfragedaten und eine Ursache-Wirkungs-Logik, um zu zeigen, dass der beabsichtigte Schlag nach hinten losging und das Regime stärker machte als zuvor.
Es lässt die iranische Racheliste und die interne Debatte zwischen Hardlinern und Pragmatikern in Teheran aus.
Der Iran ist gespalten zwischen denen, die Rache wollen, und denen, die verhandeln wollen; die Wahl wird die Zukunft des Landes bestimmen.
Die Erzählung schafft eine binäre Opposition zwischen zwei Lagern, die den Anschein einer ausgewogenen Analyse erweckt, während sie das Ergebnis als entscheidende Wahl darstellt.
Es listet die Weltführer auf der iranischen Liste nicht auf und diskutiert die Ermordung Chameneis nicht als Auslöser.
Der Iran hat eine schwarze Liste von Weltführern veröffentlicht, die ins Visier genommen werden sollen: Trump, Netanyahu, Meloni und andere sind im Fadenkreuz.
Durch die Nennung spezifischer, bekannter Führer personalisiert die Erzählung die Bedrohung und macht sie für das Publikum konkret und dringlich.
Es erwähnt nicht die interne Spaltung im Iran zwischen Falken und Tauben noch die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung.
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