
Huthi-Blockade zwingt Öltanker im Roten Meer zur Umkehr
Die vom Iran gestützte Miliz hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt; erste Tanker ändern ihre Route, während die USA mit Vergeltung drohen.
Die jemenitische Huthi-Miliz hat am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen und damit eine neue Front im eskalierenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran eröffnet. Am Dienstag kehrten zwei mit saudischem Rohöl beladene Supertanker im Roten Meer um und nahmen Kurs auf den Suezkanal, anstatt die Meerenge Bab al-Mandab zu durchqueren. Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG handelte es sich um die Tanker „Rodos“ und „Xin Long Yang“, die für Indien und China bestimmt waren. Ein dritter Tanker, die „New Prime“, drehte vor Oman bei. Die britische Risikomanagementfirma Vanguard sprach von den ersten bestätigten Routenänderungen infolge der Blockadedrohung.
Die Huthis, die weite Teile des Nordjemen und die Küste am Zugang zum Roten Meer kontrollieren, begründeten die Maßnahme mit einer angeblichen saudischen Blockade jemenitischer Häfen und einem Angriff auf den Flughafen von Sanaa. In einer per E-Mail an Reedereien versandten Warnung drohten sie, Schiffe, die saudische Häfen anlaufen, „an jedem Ort“ anzugreifen. Das saudische Außenministerium wies die Vorwürfe als „haltlose Behauptungen“ zurück und kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner Schiffe zu ergreifen. Der Sprecher der von Riad geführten Militärkoalition, Turki al-Malki, stellte eine „entschlossene und rasche“ Antwort auf jegliche Bedrohung in Aussicht. US-Präsident Donald Trump erklärte bei einem Treffen mit dem libanesischen Staatschef Joseph Aoun, die Blockade sei noch nicht in Kraft, doch „wenn so etwas passiert, kümmern wir uns darum“. Er verwies auf frühere Militäroperationen gegen die Huthis.
Die Drohung trifft die globale Energieversorgung in einer ohnehin angespannten Lage. Seit der faktischen Schließung der Straße von Hormus durch die gegenseitigen Angriffe zwischen Iran und den USA ist die Route durch das Rote Meer für Saudi-Arabien zur wichtigsten Ausweichstrecke geworden. Nach Angaben des Datenanbieters Kpler exportiert das Königreich derzeit rund vier Millionen Barrel Rohöl pro Tag über den Hafen Yanbu. Ein wirksamer Blockadeversuch am Bab al-Mandab, durch das normalerweise etwa sieben Prozent der weltweiten Ölexporte fließen, könnte das Angebot zusätzlich verknappen. Die Ölpreise stiegen am Dienstag um rund zwei Prozent, die Sorte Brent notierte über 91 Dollar je Barrel. Für europäische Verbraucher, darunter Deutschland, das einen erheblichen Teil seines Öls über globale Märkte bezieht, drohen weitere Preissteigerungen und höhere Transportkosten, da Reedereien auf die Route um das Kap der Guten Hoffnung ausweichen müssen – ein Umweg, der die Reisezeit um mehrere Wochen verlängert.
Die Eskalation steht im Zusammenhang mit dem seit Tagen andauernden Schlagabtausch zwischen Washington und Teheran. Die US-Streitkräfte flogen in der Nacht zum Dienstag die zehnte Angriffswelle in Folge auf Ziele im Iran, während Teheran seinerseits Stellungen der USA in Kuwait, Bahrain und Jordanien attackierte. Aus westlichen Sicherheitskreisen verlautet, Iran habe die Huthis gedrängt, das Bab al-Mandab zu schließen, falls die amerikanischen Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur anhielten. Unmittelbarer Auslöser der jüngsten Spannungen war der Versuch einer iranischen Maschine, eine Huthi-Delegation nach deren Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Ali Chamenei in Sanaa zu landen, was Saudi-Arabien nach Darstellung der Huthis durch einen Angriff auf die Landebahn verhinderte. Die fragile Waffenruhe im Jemen von 2022 gilt damit als gefährdet. Diplomatische Signale aus Islamabad, wo der iranische Innenminister am Dienstag mit Pakistans Premier zusammentraf, nährten zwar Spekulationen über neue Verhandlungen, doch die militärische Dynamik deutet vorerst auf eine weitere Verschärfung der Krise hin.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
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| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
A US-aligned security analyst frames the Houthi blockade as a direct extension of the US-Iran war, positioning the United States as the guarantor of global trade and security.
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