
Journalist in Oaxaca auf offener Straße erschossen
Der mexikanische Journalist Francisco Alejandro Leyva Aguilar wurde am Mittwoch in San Pablo Etla von Bewaffneten getötet; die Behörden prüfen einen Zusammenhang mit seiner kritischen Berichterstattung.
In der Gemeinde San Pablo Etla im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca ist der Journalist Francisco Alejandro Leyva Aguilar am Mittwochmorgen von unbekannten Angreifern erschossen worden. Nach übereinstimmenden Angaben der Staatsanwaltschaft von Oaxaca und des Gouverneurs Salomón Jara befand sich Leyva Aguilar in einem Imbisslokal, als zwei Personen auf einem Motorrad vorfuhren und mehrfach auf ihn schossen. Der 9-mm-Munition eingesetzt wurde, erlag der Kommunikator noch am Tatort seinen Verletzungen; eine weitere Person wurde nach Behördenangaben verletzt.
Leyva Aguilar war eine bekannte Figur im Bundesstaat: Er hatte die Leitung der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt CORTV innegehabt und veröffentlichte zuletzt die Kolumne „El Zumbido del Moscardón“, in der er regelmäßig Missstände in der Landesregierung anprangerte. Gouverneur Jara bezeichnete ihn als „kritischen Journalisten unserer Regierung“ und betonte, keine Meinungsverschiedenheit rechtfertige Gewalt. Die Staatsanwaltschaft leitete noch am Vormittag eine Mordermittlung ein und kündigte an, die Bundesbehörden – insbesondere die auf Delikte gegen die Meinungsfreiheit spezialisierte Staatsanwaltschaft FEADLE – hinzuzuziehen.
Zum Tathergang teilte die Ermittlungsbehörde mit, Aufnahmen des Videoüberwachungssystems C5 zeigten zwei Verdächtige auf einem Motorrad; einer von ihnen habe die Schüsse abgegeben. Eine Person sei vorläufig festgenommen worden, ein Zusammenhang mit der Tat werde jedoch noch geprüft. Ein behördlich bestätigtes Tatmotiv liegt bislang nicht vor. Die Behörden betonten, sämtliche Spuren zu verfolgen – ausdrücklich auch jene, die mit der journalistischen Tätigkeit des Opfers in Verbindung stehen könnten. Leyva Aguilar hatte in der Vergangenheit von gerichtlicher Schikane berichtet und wenige Tage vor seinem Tod ein Video veröffentlicht, in dem er einen Senator der Regierungspartei Morena mit Treibstoffdiebstahl in Verbindung brachte.
Mit dem Tod Leyva Aguilars sind nach Zählung von Reporter ohne Grenzen in diesem Jahr bereits sieben Journalisten in Mexiko getötet worden; seit dem Jahr 2000 dokumentiert die Organisation mehr als 150 Fälle. Die Ermittlungen der örtlichen und föderalen Behörden dauern an. Das Kabinett für Sicherheit der Bundesregierung erklärte, das Verbrechen werde nicht ungesühnt bleiben.
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