
Iran verkündet Umsetzung des Memorandums mit den USA – Schutz der Verbündeten festgeschrieben
Parlamentspräsident Ghalibaf erklärte bei Treffen mit Hamas, Hisbollah und Ansarullah, das Abkommen von Islamabad enthalte ein Ende der Kampfhandlungen gegen die Widerstandsachse und werde schrittweise umgesetzt.
Am Rande der Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Revolutionsführer in Teheran hat der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf gegenüber verbündeten Gruppierungen Einzelheiten eines mit den Vereinigten Staaten geschlossenen Memorandums öffentlich gemacht. Demnach sei in dem als „Islamabad-Verständigung“ bezeichneten Abkommen festgeschrieben, dass militärische Aktionen gegen Irans Verbündete in der sogenannten Widerstandsachse beendet und die territoriale Integrität der Regionalstaaten respektiert werden müssten. Ghalibaf, der die iranische Verhandlungsdelegation leitete, sagte, das Memorandum befinde sich in der Umsetzung; die Implementierung sei schwierig, aber machbar.
Aus Teheraner Sicht stellt das Abkommen einen diplomatischen Erfolg dar, der die Vereinigten Staaten und Israel faktisch zur Anerkennung der mit Iran verbündeten Milizen zwinge. Ghalibaf betonte in den Gesprächen mit Hamas-Chef Mohammad Darwish, Hisbollah-Vertreter Mohammad Fneish und dem jemenitischen Ansarullah-Politiker Mohammad al-Nuaimi, Iran habe während der Verhandlungen auf der Aufnahme dieser Garantien bestanden. Gleichzeitig unterstrich er, dass Diplomatie nur dann wirksam sei, wenn das Land in voller militärischer Bereitschaft bleibe. Die Führungen von Hamas und Hisbollah werteten das Abkommen ihrerseits als Beleg dafür, dass Iran das Kräfteverhältnis zugunsten der islamischen Gemeinschaft verschoben habe. Die Waffenruhe im Libanon sei nur durch iranische Intervention und die Verpflichtung Washingtons und Israels auf die Bedingungen des Memorandums zustande gekommen, hieß es aus der Hisbollah-Delegation.
Die Erklärungen Ghalibafs deuten auf eine von Iran angestrebte Neuordnung der regionalen Sicherheitsarchitektur hin. Gegenüber den Verbündeten verwies er darauf, dass mehrere islamische Staaten inzwischen erkannt hätten, dass die Zusammenarbeit mit den USA und Israel ihnen weder Sicherheit noch wirtschaftliche Vorteile bringe. Iran setze nun auf eine engere Kooperation innerhalb der islamischen Welt und verweise dabei auf die strategische Bedeutung der von muslimischen Ländern kontrollierten Seehandelswege – mehr als 70 Prozent des Welthandels passierten die Straße von Hormus, den Suezkanal und das Bab al-Mandab. In europäischen Hauptstädten dürfte diese Rhetorik mit Sorge registriert werden, da eine Blockade dieser Routen unmittelbare Auswirkungen auf die Energieversorgung und Lieferketten auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz hätte.
Die Gespräche fanden im Kontext der staatlich orchestrierten Trauerzeremonie für den getöteten Revolutionsführer statt, zu der nach Angaben regimenaher Medien rund 400 ausländische Blogger und Influencer eingeflogen wurden, um die offizielle Darstellung international zu verbreiten. Iran International, ein regimekritisches Medium, berichtete hingegen von einer geringen Beteiligung hochrangiger ausländischer Vertreter und wertete dies als Zeichen wachsender internationaler Isolation. Unabhängig von der Inszenierung bleibt die Umsetzung des Memorandums das zentrale Dossier. Ghalibaf räumte ein, dass die Implementierung mit Herausforderungen verbunden sei; konkrete nächste Schritte oder ein Zeitplan wurden nicht genannt. Beobachter in der Region erwarten, dass die Einhaltung der Bestimmungen über die Einstellung von Kampfhandlungen gegen Irans Verbündete in den kommenden Wochen auf die Probe gestellt werden dürfte.
| Iranische & verwandte Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
Die Widerstandsfront hat unter der Führung des Märtyrers Garantien von Amerika erpresst. Das iranische Volk, vereint in Trauer, zeigt, dass die Revolution weitergeht.
Die Figur des Märtyrerführers wird als Opfersymbol genutzt, um das Abkommen zu legitimieren und die Unterstützung der Bevölkerung zu mobilisieren, wodurch eine Verhandlung in einen Akt des Widerstands verwandelt wird.
Der spezifische Inhalt des Memorandums und etwaige iranische Zugeständnisse werden nicht erwähnt, sondern nur die Garantien für die Widerstandsfront.
Das iranische Regime versucht, seine Schwäche mit einer Massenbeerdigung zu kaschieren, während die Hisbollah versucht, eine Agenda durchzusetzen, die die libanesische Mehrheit ablehnt.
Zwei Erzählungen werden gegenübergestellt: Einerseits wird das Ereignis als Propaganda heruntergespielt, andererseits wird die Isolation der Hisbollah angeprangert, was eine Spannung innerhalb des Blocks erzeugt.
Der Inhalt des Memorandums und die möglichen Auswirkungen auf die regionale Sicherheit werden nicht diskutiert, stattdessen konzentriert man sich auf interne Machtkämpfe.
Der Iran inszeniert eine imposante Beerdigung, um seine Widerstandsfähigkeit zu zeigen, aber die Region beobachtet mit Vorsicht.
Ein beschreibender und sachlicher Ton wird angenommen, der explizite Urteile vermeidet, um sich weder mit dem Iran noch mit seinen Gegnern zu verbünden und eine diplomatische Position zu wahren.
Das Memorandum mit den USA und die Garantien für die Widerstandsfront werden nicht erwähnt, sondern nur das Begräbnisereignis beschrieben.
Erweitere deinen Horizont
Trotz fallender Ölpreise: Opec+ erhöht Fördermenge zum fünften Mal in Folge
7 Sprachen · 17 Quellen
Aus TechnologyOhne US-Chips an die Weltspitze: Chinas Effizienz-Strategie treibt KI-Wettbewerb
2 Sprachen · 4 Quellen
Aus Science & HealthChronischer Stress, Darmflora und das Herz: Was der Körper über die Psyche verrät
5 Sprachen · 11 Quellen