
Trump sieht Lösung des Ukraine-Kriegs „näher als gedacht“ – NATO-Gipfel in Ankara soll neue Impulse bringen
Nach Telefonaten mit Putin und Selenskyj zeigt sich der US-Präsident optimistisch, während russische Raketen Kiew treffen und die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russisches Gebiet ausweitet.
US-Präsident Donald Trump hat eine Lösung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine als „viel näher, als die Leute denken“ bezeichnet. Die Äußerung fiel am Montag in Washington, wenige Stunden bevor Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew und das Umland mit Raketen und Drohnen angriff; dabei wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 28 Menschen getötet. Trump kündigte an, das Thema bei dem am Dienstag beginnenden NATO-Gipfel in Ankara zur Sprache zu bringen, wo für Mittwoch ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angesetzt ist. Eine konkrete Grundlage für seinen Optimismus nannte Trump nicht.
Aus Washingtoner Sicht wird der Gipfel als Gelegenheit für einen erneuten diplomatischen Vorstoß gesehen. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, Trump werde nach dem Gespräch mit Selenskyj voraussichtlich erneut mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefonieren. Der Kreml bestätigte, beide Präsidenten hätten bei ihrem rund 85-minütigen Telefonat am Wochenende vereinbart, die Kontakte „in naher Zukunft“ fortzusetzen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Darstellungen zurück, Trump ändere seine Haltung wie eine Wetterfahne; der US-Präsident vertrete eine konsistente Position und sei offen für die Informationen, die Putin ihm übermittle. Zugleich betonte Peskow, Moskau sehe keine Veränderung in der grundsätzlichen US-Position zur Konfliktlösung.
In Kiew wird die Ausgangslage anders bewertet. Präsident Selenskyj sagte der „Financial Times“, Trump betrachte den Krieg inzwischen in einem neuen Licht – bedingt durch jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie, die im Landesinneren zu Treibstoffengpässen geführt hätten. Selenskyj fügte hinzu, Trump wolle dort sein, wo es Erfolg gebe; dies hänge auch mit den anstehenden US-Zwischenwahlen und seinem Status zusammen. Die ukrainischen Streitkräfte weiteten ihre Angriffe auf russisches Territorium zuletzt aus; nach Darstellung des Kommandeurs der ukrainischen Drohnentruppen wurden in der Nacht zum Montag 47 militärische Ziele in Russland und auf der Krim attackiert, darunter Treibstofflager und Flugabwehrsysteme.
Europäische NATO-Partner begegnen der diplomatischen Initiative mit Skepsis, halten aber an der militärischen Unterstützung Kiews fest. Der finnische Präsident Alexander Stubb erklärte, die Verbündeten befürworteten eine Intensivierung der Drohnenkampagne, um Moskau an den Verhandlungstisch zu zwingen; die Ukraine befinde sich in der besten Position seit Kriegsbeginn. Generalsekretär Mark Rutte forderte von den Mitgliedstaaten klare Pläne zur Erreichung des Fünf-Prozent-Ziels bei den Verteidigungsausgaben, verwies jedoch darauf, dass Europa und Kanada im Durchschnitt bereits vier Prozent für Verteidigung und Sicherheit aufbrächten. Der Gipfel in Ankara, von Diplomaten als „Gipfel der Wahrheit“ bezeichnet, wird damit zum Test, ob die diplomatische Dynamik die militärische Eskalation überholen kann. Konkrete Verhandlungsergebnisse liegen nicht vor; die nächsten Schritte sind das bilaterale Treffen Trumps mit Selenskyj und die erwartete anschließende Kontaktaufnahme mit Putin.
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Trump versichert, dass der Frieden nahe ist und beide Seiten ihn wünschen. Der NATO-Gipfel wird der Ort sein, um voranzukommen.
Direktes Zitat von Trump als autoritative Quelle, ohne Gegengewicht.
Laufende Angriffe und Opfer werden nicht erwähnt, was Trumps Behauptung in Frage stellen könnte.
Trump erkennt Putins Wunsch an, den Konflikt zu beenden, und bezeichnet das Gespräch als positiv. Russland wird als konstruktive Seite dargestellt.
Durch die Hervorhebung von Trumps Bestätigung von Putins Wunsch wird Russland als kooperativ dargestellt.
Ukrainische Anschuldigungen über anhaltende russische Angriffe werden nicht erwähnt, was Trumps Optimismus widersprechen würde.
Trump verkündet einen bevorstehenden Frieden, aber die Fakten vor Ort erzählen eine andere Geschichte: russische Angriffe und zivile Opfer.
Durch den Kontrast zwischen Trumps Worten und der Realität des Krieges Zweifel erzeugen.
Trumps optimistische Aussage über Putins Friedenswillen wird nicht berichtet, stattdessen konzentriert man sich auf die laufenden Angriffe.
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