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Geopolitik & PolitikDienstag, 23. Juni 2026

IMO leitet Evakuierung von über 11.000 Seeleuten aus der Straße von Hormus ein

Die Operation folgt auf das Waffenstillstandsabkommen zwischen Washington und Teheran, doch die künftige Kontrolle der Wasserstraße bleibt umstritten.

Die Internationale Maritime Organisation (IMO) der Vereinten Nationen hat mit der Evakuierung von mehr als 11.000 Seeleuten begonnen, die seit Monaten in der Straße von Hormus festsitzen. Die großangelegte Operation erfolgt in enger Abstimmung mit Iran, Oman, den Vereinigten Staaten, weiteren Küstenstaaten der Region und der Schifffahrtsindustrie, wie IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mitteilte. Grundlage ist das am 18. Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran, das eine Öffnung der strategischen Wasserstraße und die Aufhebung der US-Marineblockade binnen 30 Tagen vorsieht. Nach Angaben des omanischen Hydrographischen Dienstes werden Schiffe in Gruppen eingeteilt und individuell kontaktiert; zwei temporäre Korridore – einer nördlich, einer südlich des verminten traditionellen Verkehrstrennungsgebiets – sollen die Durchfahrt ermöglichen. Die IMO kündigte an, täglich über die Zahl der sicher auslaufenden Schiffe zu berichten.

Die humanitäre Operation wird jedoch von einem grundlegenden Dissens über die künftige Verwaltung der Meerenge überschattet. US-Außenminister Marco Rubio erklärte bei seinem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, kein Staat dürfe auf einer internationalen Wasserstraße Zölle oder Gebühren erheben; dies sei geltendes Völkerrecht. Iran und Oman hingegen kündigten am Dienstag an, eine gemeinsame Administration der Straße von Hormus zu prüfen und dabei auch die Kosten für erbrachte „maritime Dienstleistungen“ zu ermitteln. Der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bekräftigte, die Verwaltung der Meerenge werde „niemals zum Vorkriegsstatus zurückkehren“. Aus Teheraner Sicht ist die Souveränität über die Wasserstraße ein zentrales Verhandlungsgut; die US-Regierung sieht darin einen Versuch, die internationale Schifffahrt mit Abgaben zu belasten.

Parallel dazu besteht ein Dissens über Inspektionen des iranischen Atomprogramms. Während US-Vizepräsident JD Vance und Präsident Donald Trump erklärten, Iran habe „vollständig und auf höchstem Niveau“ Inspektionen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) zugestimmt, wies das iranische Außenministerium dies zurück. Es seien keine Inspektionen der durch US- und israelische Angriffe beschädigten Atomanlagen vorgesehen. Präsident Massud Peseschkian bekräftigte bei seinem Besuch in Pakistan, Iran werde „niemals mit irgendjemandem über seine Verteidigungsfähigkeiten verhandeln“. Die technischen Gespräche in der Schweiz sind abgeschlossen; vier Arbeitsgruppen sollen die Themen Atomprogramm, Sanktionen, Straße von Hormus und regionale Sicherheit behandeln. Die widersprüchlichen Darstellungen verdeutlichen, dass die 60-tägige Frist für ein dauerhaftes Abkommen von ungelösten Kernfragen geprägt ist.

Die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel des globalen Seehandels mit Öl und Flüssiggas lief, war nach dem Beginn der US-israelischen Militäroperation am 28. Februar von Iran faktisch geschlossen worden. Die Folge war ein Anstieg des Brent-Preises auf über 100 Dollar je Barrel und eine Unterbrechung von Lieferketten für Düngemittel und Energie. Seit der Wiedereröffnung haben nach Daten von Kpler 172 Schiffe die Meerenge passiert – weit unter dem Vorkriegsdurchschnitt von 138 Durchfahrten täglich. Mehr als 200 Tanker warten nach BBC-Analysen weiterhin in der Region. Die IMO würdigte die 14 Seeleute, die während des Konflikts ums Leben kamen, und betonte, die Sicherheitsgarantien aller Beteiligten seien Voraussetzung für die Evakuierung.

Die diplomatische Agenda der kommenden Tage umfasst Rubios Weiterreise nach Kuwait und Bahrain sowie die Gespräche Peseschkians in Islamabad. Die Arbeitsgruppen sollen in den nächsten Wochen konkrete Regelungen ausarbeiten. Die IMO wird ihre täglichen Lageberichte fortsetzen. Ob die temporären Korridore in einen dauerhaften, multilateral akzeptierten Mechanismus überführt werden können, hängt wesentlich davon ab, ob Washington und Teheran ihre gegensätzlichen Positionen zur Kontrolle der Wasserstraße und zu den nuklearen Inspektionen einander annähern.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Lateinamerikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
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Die UN-Schifffahrtsagentur hat damit begonnen, Schiffe zu kontaktieren, um 11.000 im Persischen Golf festsitzende Seeleute zu evakuieren, nach dem Waffenstillstand zwischen Iran und den USA. Die groß angelegte Operation wird in Zusammenarbeit mit den Küstenstaaten und mit den erforderlichen Sicherheitsgarantien durchgeführt.

Atlantische / angloamerikanische Presse
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Ein Plan der Vereinten Nationen zur Evakuierung von 11.000 gestrandeten Seeleuten durch die Straße von Hormus ist nach einer Waffenstillstandsvereinbarung im Gange. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation hat Sicherheitsgarantien erhalten und koordiniert die Operation mit Iran, Oman und anderen Küstenstaaten.

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IMO leitet Evakuierung von über 11.000 Seeleuten aus der Straße von Hormus ein

Die Operation folgt auf das Waffenstillstandsabkommen zwischen Washington und Teheran, doch die künftige Kontrolle der Wasserstraße bleibt umstritten.

Die Internationale Maritime Organisation (IMO) der Vereinten Nationen hat mit der Evakuierung von mehr als 11.000 Seeleuten begonnen, die seit Monaten in der Straße von Hormus festsitzen. Die großangelegte Operation erfolgt in enger Abstimmung mit Iran, Oman, den Vereinigten Staaten, weiteren Küstenstaaten der Region und der Schifffahrtsindustrie, wie IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mitteilte. Grundlage ist das am 18. Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran, das eine Öffnung der strategischen Wasserstraße und die Aufhebung der US-Marineblockade binnen 30 Tagen vorsieht. Nach Angaben des omanischen Hydrographischen Dienstes werden Schiffe in Gruppen eingeteilt und individuell kontaktiert; zwei temporäre Korridore – einer nördlich, einer südlich des verminten traditionellen Verkehrstrennungsgebiets – sollen die Durchfahrt ermöglichen. Die IMO kündigte an, täglich über die Zahl der sicher auslaufenden Schiffe zu berichten.

Die humanitäre Operation wird jedoch von einem grundlegenden Dissens über die künftige Verwaltung der Meerenge überschattet. US-Außenminister Marco Rubio erklärte bei seinem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, kein Staat dürfe auf einer internationalen Wasserstraße Zölle oder Gebühren erheben; dies sei geltendes Völkerrecht. Iran und Oman hingegen kündigten am Dienstag an, eine gemeinsame Administration der Straße von Hormus zu prüfen und dabei auch die Kosten für erbrachte „maritime Dienstleistungen“ zu ermitteln. Der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bekräftigte, die Verwaltung der Meerenge werde „niemals zum Vorkriegsstatus zurückkehren“. Aus Teheraner Sicht ist die Souveränität über die Wasserstraße ein zentrales Verhandlungsgut; die US-Regierung sieht darin einen Versuch, die internationale Schifffahrt mit Abgaben zu belasten.

Parallel dazu besteht ein Dissens über Inspektionen des iranischen Atomprogramms. Während US-Vizepräsident JD Vance und Präsident Donald Trump erklärten, Iran habe „vollständig und auf höchstem Niveau“ Inspektionen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) zugestimmt, wies das iranische Außenministerium dies zurück. Es seien keine Inspektionen der durch US- und israelische Angriffe beschädigten Atomanlagen vorgesehen. Präsident Massud Peseschkian bekräftigte bei seinem Besuch in Pakistan, Iran werde „niemals mit irgendjemandem über seine Verteidigungsfähigkeiten verhandeln“. Die technischen Gespräche in der Schweiz sind abgeschlossen; vier Arbeitsgruppen sollen die Themen Atomprogramm, Sanktionen, Straße von Hormus und regionale Sicherheit behandeln. Die widersprüchlichen Darstellungen verdeutlichen, dass die 60-tägige Frist für ein dauerhaftes Abkommen von ungelösten Kernfragen geprägt ist.

Die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel des globalen Seehandels mit Öl und Flüssiggas lief, war nach dem Beginn der US-israelischen Militäroperation am 28. Februar von Iran faktisch geschlossen worden. Die Folge war ein Anstieg des Brent-Preises auf über 100 Dollar je Barrel und eine Unterbrechung von Lieferketten für Düngemittel und Energie. Seit der Wiedereröffnung haben nach Daten von Kpler 172 Schiffe die Meerenge passiert – weit unter dem Vorkriegsdurchschnitt von 138 Durchfahrten täglich. Mehr als 200 Tanker warten nach BBC-Analysen weiterhin in der Region. Die IMO würdigte die 14 Seeleute, die während des Konflikts ums Leben kamen, und betonte, die Sicherheitsgarantien aller Beteiligten seien Voraussetzung für die Evakuierung.

Die diplomatische Agenda der kommenden Tage umfasst Rubios Weiterreise nach Kuwait und Bahrain sowie die Gespräche Peseschkians in Islamabad. Die Arbeitsgruppen sollen in den nächsten Wochen konkrete Regelungen ausarbeiten. Die IMO wird ihre täglichen Lageberichte fortsetzen. Ob die temporären Korridore in einen dauerhaften, multilateral akzeptierten Mechanismus überführt werden können, hängt wesentlich davon ab, ob Washington und Teheran ihre gegensätzlichen Positionen zur Kontrolle der Wasserstraße und zu den nuklearen Inspektionen einander annähern.

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Die UN-Schifffahrtsagentur hat damit begonnen, Schiffe zu kontaktieren, um 11.000 im Persischen Golf festsitzende Seeleute zu evakuieren, nach dem Waffenstillstand zwischen Iran und den USA. Die groß angelegte Operation wird in Zusammenarbeit mit den Küstenstaaten und mit den erforderlichen Sicherheitsgarantien durchgeführt.

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Ein Plan der Vereinten Nationen zur Evakuierung von 11.000 gestrandeten Seeleuten durch die Straße von Hormus ist nach einer Waffenstillstandsvereinbarung im Gange. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation hat Sicherheitsgarantien erhalten und koordiniert die Operation mit Iran, Oman und anderen Küstenstaaten.

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