
Argentiniens BIP wächst 2,3 Prozent – Exporte stützen, Investitionen brechen ein
Das Bruttoinlandsprodukt erreichte ein Rekordhoch, doch die Bruttoanlageinvestitionen fielen um 11,6 Prozent und die Industrie schrumpfte.
Argentiniens Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent gewachsen. Saisonbereinigt legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Indec mitteilte. Der Trendzyklus-Indikator expandierte das achte Quartal in Folge; BIP und privater Konsum erreichten neue Höchststände. Die Expansion blieb jedoch sektoral gespalten.
Die Exporte stiegen um 9,8 Prozent, der private Konsum um 2,7 Prozent – getrieben vor allem von importierten Konsumgütern und Automobilen. Die Bruttoanlageinvestitionen brachen hingegen um 11,6 Prozent ein, die Importe sanken um 7,5 Prozent. Auf der Angebotsseite verzeichneten Fischerei (27,5 Prozent), Landwirtschaft (18,1 Prozent) und Bergbau (12,3 Prozent) die stärksten Zuwächse. Das verarbeitende Gewerbe schrumpfte um 1,7 Prozent, die öffentliche Verwaltung um 1,4 Prozent.
Wirtschaftsminister Luis Caputo sprach von einem „neuen historischen Höchststand“ und betonte, dass zwölf der sechzehn Sektoren expandierten. Ökonomen in Buenos Aires relativierten die Zahlen. Andrés Asiaín (Centro Scalabrini Ortiz) verwies auf die Rolle veränderter relativer Preise und hoher Ausgaben für Importe und Auslandstourismus, die den Konsum treiben, ohne die Lebensverhältnisse zu verbessern. Guido Zack (Fundar) ergänzte, der private Konsum könne wachsen, ohne den Lebensstandard zu heben. Florencia Fiorentin (Epyca Consultores) unterstrich, dass wachsende Sektoren wie der Bergbau kapitalintensiv und exportorientiert seien, während schrumpfende Bereiche wie Industrie und Handel viele Arbeitsplätze stellten und auf den Binnenmarkt ausgerichtet seien.
Die Arbeitsmarktdaten unterstreichen die strukturellen Spannungen. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,8 Prozent (5,7 Prozent bei Mileis Amtsantritt), die Informalitätsrate stieg auf 44,2 Prozent. Die Löhne blieben im Jahresverlauf mit plus 11 Prozent hinter der Inflation von knapp 12 Prozent zurück. Die Zahlungsrückstände privater Haushalte bei Banken schnellten von 3,7 Prozent im April 2025 auf 12,1 Prozent.
Die von der Zentralbank befragten Analysten erwarten für 2026 ein Wachstum von 2,9 Prozent. Die Tragfähigkeit der Erholung hängt davon ab, ob die Investitionen wieder anziehen und sich der Arbeitsmarkt stabilisiert. Die nächsten EMAE- und Inflationsdaten werden mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Argentiniens Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 2,3 %, doch die Zahl verdeckt eine Zwei-Klassen-Entwicklung: Exporte und Landwirtschaft boomen, während Industrie, Handel und Kaufkraft zurückbleiben. Die Erholung ist ungleichmäßig, und es bleiben Zweifel an der sozialen Tragfähigkeit.
Argentiniens Wachstum im ersten Quartal übertraf die Erwartungen und erwies sich als widerstandsfähig, obwohl die Arbeitslosigkeit stieg und die Löhne hinter der Inflation zurückblieben. Die Daten zeichnen ein gemischtes Bild einer vorankommenden Wirtschaft mit deutlichen sozialen Kosten.
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