
Ölpreis fällt unter 74 Dollar – niedrigster Stand seit Beginn des Iran-Konflikts
Die Wiederaufnahme des Tankerverkehrs in der Straße von Hormus und die Aussicht auf iranische Ölexporte drücken die Notierungen auf das Niveau von vor dem Krieg.
Der Preis für die Nordseesorte Brent sank am Mittwoch im Londoner Handel um mehr als 4 Prozent auf 73,65 Dollar je Barrel und unterschritt damit erstmals seit dem 27. Februar die Marke von 74 Dollar. Auch das amerikanische Pendant West Texas Intermediate (WTI) fiel unter 70 Dollar. Beide Benchmarks notieren damit auf dem tiefsten Stand seit dem Tag vor Beginn der Militäroperationen der USA und Israels gegen Iran Ende Februar. Der Rückgang beschleunigte sich im Tagesverlauf, nachdem die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen den Beginn einer Evakuierungsaktion für mehr als 500 im Persischen Golf festsitzende Schiffe mit rund 11.000 Seeleuten bekanntgab.
Als zentrale Ursache der Preisbewegung gilt die schrittweise Normalisierung des Transitverkehrs durch die Straße von Hormus, über die vor dem Konflikt rund ein Fünftel des globalen Ölhandels lief. Grundlage ist eine in der Vorwoche unterzeichnete Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran, die freie Schifffahrt in der Wasserstraße vorsieht. Ergänzend gewährte das US-Finanzministerium eine auf 60 Tage befristete generelle Lizenz für Geschäfte mit iranischem Rohöl und petrochemischen Produkten. Nach Angaben von Präsident Donald Trump passierten allein am Montag 19 Millionen Barrel Öl die Meerenge. Die IMO richtete in Abstimmung mit Oman zwei temporäre Korridore ein – einen nördlichen durch iranische Gewässer und einen südlichen unter Koordination Omans und der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig vereinbarten Iran und Oman die Fortsetzung von Gesprächen über die künftige Verwaltung der Schifffahrtswege.
Die Aussicht auf eine Rückkehr iranischer Exporte in den Weltmarkt veranlasste mehrere Banken zu Prognosesenkungen. JPMorgan reduzierte die Schätzung für Brent im dritten Quartal auf 86 Dollar, Macquarie Group auf durchschnittlich 77 Dollar im Gesamtjahr. Analysten von ING und Mitsubishi UFJ Research verwiesen auf die zunehmende Zahl von Tankerpassagen, die allerdings noch weit unter dem Vorkriegsniveau liege. Am physischen Markt zeigten sich bereits deutliche Schwächezeichen: Die Sorte Dubai Cash notierte am Dienstag mit einem Abschlag von 27 Cent, nachdem sie im März noch Aufschläge von mehr als 60 Dollar erreicht hatte. Asiatische Raffinerien, so Marktbeobachter, seien für die kommenden zwei Monate ausreichend eingedeckt und zeigten kaum zusätzlichen Kaufbedarf. In den USA ordnete Trump unterdessen eine Untersuchung des Justizministeriums an, warum die Benzinpreise an der Zapfsäule nicht im gleichen Tempo sinken wie das Rohöl.
Trotz der Entspannung bleiben Unsicherheiten bestehen. Trump erklärte, Iran habe unbegrenzten nuklearen Inspektionen zugestimmt; Teheran wies dies umgehend zurück. Iranische Militärquellen betonten, dass täglich nur eine begrenzte Zahl von Schiffen in Abstimmung mit der Marine der Revolutionsgarden passieren dürfe. Die offiziellen wöchentlichen Lagerbestandsdaten des US-Energieministeriums, die am Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht werden, gelten als nächster kurzfristiger Impulsgeber. Mittelfristig richtet sich der Blick darauf, wie rasch die iranische Produktion hochgefahren werden kann und ob die OPEC+-Staaten auf den Preisverfall mit einer Anpassung ihrer Fördermengen reagieren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ölpreise setzten ihren Rückgang fort, da die Märkte zunehmend zuversichtlich waren, dass die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormuz wieder normal verlaufen. Die Entspannung zwischen den USA und dem Iran trug dazu bei, Brent und WTI nach unten zu drücken, und verstärkte ein Gefühl der Erleichterung. Die vorherrschende Darstellung betont eine stetige Erholung der Versorgungswege und zerstreut frühere Ängste vor längeren Unterbrechungen.
Der Rückgang der Rohölpreise wurde durch anhaltende Zweifel am US-Iran-Abkommen gebremst, wobei Streitigkeiten über Nuklearinspektionen und neue israelische Angriffe auf den Libanon zur Vorsicht mahnten. Einige Analysten argumentieren, dass die nächste Bewegung der Ölmärkte mehr von der chinesischen Bevorratungsstrategie abhängen wird als von der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Die Darstellung bleibt zurückhaltend und warnt, dass die derzeitige Ruhe vorübergehend sein könnte.
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