
Nach Arsenal-Drama: FIFA will Münzwurf vor Elfmeterschießen reformieren
Ein einziger Münzwurf soll künftig verhindern, dass ein Team beide Vorteile erhält – die Regel könnte bereits in der K.-o.-Phase der WM 2026 greifen.
Das Champions-League-Finale im vergangenen Monat endete für den FC Arsenal mit einer doppelten Niederlage, noch bevor der erste Elfmeter geschossen war. Der englische Klub verlor beide Münzwürfe gegen Paris Saint-Germain: PSG bestimmte das Tor und trat als Erster an. Arsenal unterlag schließlich auch in der Schussfolge. Dieser Ablauf hat nun eine Debatte ausgelöst, die das Regelwerk des Fußballs noch während der laufenden Weltmeisterschaft verändern könnte.
Gegenwärtig sieht das Protokoll der International Football Association Board (IFAB) zwei separate Münzwürfe vor. Der erste entscheidet über die Spielfeldseite, auf der die Elfmeter ausgeführt werden; der zweite legt fest, welches Team beginnt. Aus Sicht der FIFA birgt dieses Verfahren die Gefahr einer kumulierten Benachteiligung: Ein Team kann beide Lose verlieren und damit sowohl den psychologischen Vorteil des ersten Schusses als auch die Nähe zur eigenen Anhängerschaft einbüßen. Britische Medien wie die Times berichten, dass die FIFA das Verfahren auf einen einzigen Münzwurf reduzieren möchte. Der Gewinner dürfte dann nur eine der beiden Optionen wählen – entweder den ersten Schuss oder die bevorzugte Seite. Die jeweils andere Wahl fiele automatisch dem Gegner zu.
Hinter dem Vorstoß stehen statistische Erkenntnisse, wonach das zuerst schießende Team eine um rund 22 Prozent höhere Siegwahrscheinlichkeit besitzt. Auch der Einfluss der eigenen Fans hinter dem Tor gilt als nicht unerheblich. Die FIFA argumentiert, ein solcher Ausgleich mache die Entscheidung weniger zufallsabhängig und fairer. Die argentinische Perspektive liefert indes ein prominentes Gegenbeispiel: Im WM-Finale 2022 gegen Frankreich hatte der Gegner beide Münzwürfe gewonnen und trat zuerst an – dennoch triumphierte Argentinien. Das relativiert die vermeintliche Zwangsläufigkeit der Vorteile, ändert aber nichts am grundsätzlichen Reformwillen des Weltverbands.
Die IFAB, als allein zuständiges Gremium für Regeländerungen, prüft den Vorschlag derzeit. Eine Entscheidung könnte nach Angaben aus dem Umfeld der FIFA binnen weniger Tage fallen. Sollte die Zustimmung rechtzeitig erfolgen, käme die Neuregelung bereits im Achtelfinale der WM 2026 zum Einsatz, das am 28. Juni beginnt. Das Verfahren würde sich dann am Anstoßprozedere orientieren, bei dem der Gewinner des Münzwurfs ebenfalls nur eine von zwei Optionen erhält.
Für die deutsche Nationalmannschaft und alle anderen Teilnehmer der K.-o.-Runde hieße das: Die Vorbereitung auf ein mögliches Elfmeterschießen müsste künftig beide Szenarien berücksichtigen – den ersten Schuss oder die Wahl des Tores. Die Reform wäre eine der kurzfristigsten Regelanpassungen in der Geschichte großer Turniere und würde unmittelbar in die entscheidenden Partien des Turniers eingreifen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die FIFA erwägt, mitten in der Weltmeisterschaft und kurz vor der K.-o.-Phase die Regel für den Münzwurf vor dem Elfmeterschießen zu ändern. Derzeit gibt es zwei Münzwürfe, doch der Vorschlag sieht einen einzigen Wurf vor, bei dem der Gewinner entweder den ersten Schuss oder das Tor wählt und der Verlierer die andere Option erhält, um den statistischen Vorteil zu verringern.
Die FIFA bereitet eine historische Änderung der Elfmeterschießen-Regeln vor, um unfaire Vorteile vor den Schüssen zu beseitigen. Der Vorschlag vereint die beiden Münzwürfe zu einem: Der Gewinner wählt, ob er zuerst schießt oder das Tor auswählt, der Gegner erhält die andere Option. Bei Genehmigung könnte die Neuerung bereits in der K.-o.-Phase der WM 2026 zum Einsatz kommen und einen Schritt zu mehr Fairness und Transparenz bedeuten.
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