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Verteidigung & SicherheitMittwoch, 24. Juni 2026

Nach Ultimatum aus Kiew: Belarus stellt Relaisstationen für russische Drohnenangriffe ab

Präsident Selenskyj erklärte, die von Russland genutzten Relaisstationen an der Grenze seien seit dem 22. Juni außer Betrieb; Minsk äußerte sich nicht.

Die von der Ukraine seit Langem beanstandeten Relaisstationen auf belarussischem Territorium, die russischen Kampfdrohnen zur Navigation dienten, sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit dem 22. Juni nicht mehr in Betrieb. Selenskyj berief sich auf Berichte des Oberkommandierenden der Streitkräfte und der Nachrichtendienste. Unklar blieb, ob die Anlagen demontiert oder lediglich abgeschaltet wurden. Dem vorausgegangen war ein öffentliches Ultimatum vom 19. Juni, in dem Selenskyj dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko eine Woche Zeit gab, die Technik zu entfernen – andernfalls werde die Ukraine selbst tätig werden. Aus Kiewer Sicht handelt es sich um Bodenstationen für sogenannte Mesh-Netzwerke, die russischen Langstreckendrohnen vom Typ „Geran“ und „Gerbera“ eine stabile Videoverbindung bei Angriffen auf Ziele wie Kiew ermöglichen.

Die offizielle Reaktion aus Minsk blieb aus. Lukaschenko hatte zuvor mehrfach erklärt, Belarus werde sich nicht am Krieg gegen die Ukraine beteiligen, solange das Land nicht selbst angegriffen werde. Auf den mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Bus mit belarussischen Kindern im russischen Grenzgebiet, bei dem eine Frau starb, reagierte er zurückhaltend, obwohl er die Drohne der Ukraine zuschrieb. Aus Moskauer Sicht hingegen wird der Druck auf Minsk erhöht: Laut früheren und aktiven europäischen sowie russischen Beamten, die das „Wall Street Journal“ zitierte, setzt der Kreml finanzielle Hebel ein, um Belarus zu einer stärkeren Beteiligung am Krieg zu bewegen – etwa durch die Öffnung einer zweiten Front oder Operationen gegen NATO-Nachbarstaaten. Die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) konstatierte unterdessen eine zunehmende Spannung an der ukrainisch-belarussischen Grenze. Der aus der Ukraine geflohene Parlamentsabgeordnete Artem Dmytruk bezeichnete die angeblichen Relaisstationen in russischen Medien als Erfindung Selenskyjs, um einen politischen Erfolg zu inszenieren.

Die technische Bedeutung der Anlagen liegt in ihrer Funktion als primäre Signalquelle für Drohnenschwärme, die sich gegenseitig als fliegende Relais nutzen. Ein Ausfall könnte Reichweite und Zielgenauigkeit der russischen Angriffe einschränken, unabhängige Bestätigungen für eine tatsächliche Beeinträchtigung der russischen Operationsfähigkeit liegen jedoch nicht vor. Die ukrainische Grenzschutzbehörde registrierte zuletzt einen Rückgang der Drohneneinflüge über die Region Tschernihiw. Aus Kiewer Perspektive ist die Abschaltung auch vor dem Hintergrund einer befürchteten Annäherung zwischen Washington und Minsk zu sehen: Unter der Regierung Trump suchen die USA neue Kommunikationskanäle, was in Kiew die Sorge nährt, die Isolation Lukaschenkos könne aufgeweicht werden.

Für Lukaschenko verschärft sich damit das Dilemma zwischen Moskau und Kiew. Einerseits ist Belarus wirtschaftlich von Russland abhängig und stellt sein Territorium für russische Militäraktivitäten – einschließlich der Stationierung taktischer Nuklearwaffen – zur Verfügung. Andererseits will Minsk eine direkte Kriegsbeteiligung eigener Truppen vermeiden, da es die Verwundbarkeit der eigenen Infrastruktur fürchtet. Der Vorgang um die Relaisstationen bleibt vorerst ohne bestätigte Demontage; die Ukraine kündigte an, die Lage weiter eng zu überwachen. Eine öffentliche Reaktion Lukaschenkos oder der russischen Führung steht weiterhin aus.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Russische & GUS-PresseKontinentaleuropäische Presse
Russische & GUS-Presse/ Staatlich
SkepsisIronieSchadenfreude

Selenskyj hat die Geschichte von Relaisstationen in Belarus selbst erfunden, um später nach deren angeblicher Abschaltung einen „Sieg“ zu verkünden. Ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter spottete über diese politische Fantasie, die den Mangel an echten Erfolgen kaschieren soll. Das Narrativ lautet: Kiew konstruiert Bedrohungen, um imaginäre Triumphe zu feiern.

Kontinentaleuropäische Presse/ DACH+
TriumphDringlichkeitPragmatismus

Selenskyjs Ultimatum an Minsk hat gewirkt: Belarus hat offenbar die Relaisstationen abgeschaltet, die russische Kampfdrohnen lenkten. Dies wird als seltenes Zeichen gewertet, dass eine harte Warnung an den Kreml-Verbündeten Lukaschenko Erfolg haben kann. Der Schritt wird als konkreter Erfolg der ukrainischen Drucktaktik gefeiert.

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Nach Ultimatum aus Kiew: Belarus stellt Relaisstationen für russische Drohnenangriffe ab

Präsident Selenskyj erklärte, die von Russland genutzten Relaisstationen an der Grenze seien seit dem 22. Juni außer Betrieb; Minsk äußerte sich nicht.

Die von der Ukraine seit Langem beanstandeten Relaisstationen auf belarussischem Territorium, die russischen Kampfdrohnen zur Navigation dienten, sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit dem 22. Juni nicht mehr in Betrieb. Selenskyj berief sich auf Berichte des Oberkommandierenden der Streitkräfte und der Nachrichtendienste. Unklar blieb, ob die Anlagen demontiert oder lediglich abgeschaltet wurden. Dem vorausgegangen war ein öffentliches Ultimatum vom 19. Juni, in dem Selenskyj dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko eine Woche Zeit gab, die Technik zu entfernen – andernfalls werde die Ukraine selbst tätig werden. Aus Kiewer Sicht handelt es sich um Bodenstationen für sogenannte Mesh-Netzwerke, die russischen Langstreckendrohnen vom Typ „Geran“ und „Gerbera“ eine stabile Videoverbindung bei Angriffen auf Ziele wie Kiew ermöglichen.

Die offizielle Reaktion aus Minsk blieb aus. Lukaschenko hatte zuvor mehrfach erklärt, Belarus werde sich nicht am Krieg gegen die Ukraine beteiligen, solange das Land nicht selbst angegriffen werde. Auf den mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Bus mit belarussischen Kindern im russischen Grenzgebiet, bei dem eine Frau starb, reagierte er zurückhaltend, obwohl er die Drohne der Ukraine zuschrieb. Aus Moskauer Sicht hingegen wird der Druck auf Minsk erhöht: Laut früheren und aktiven europäischen sowie russischen Beamten, die das „Wall Street Journal“ zitierte, setzt der Kreml finanzielle Hebel ein, um Belarus zu einer stärkeren Beteiligung am Krieg zu bewegen – etwa durch die Öffnung einer zweiten Front oder Operationen gegen NATO-Nachbarstaaten. Die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) konstatierte unterdessen eine zunehmende Spannung an der ukrainisch-belarussischen Grenze. Der aus der Ukraine geflohene Parlamentsabgeordnete Artem Dmytruk bezeichnete die angeblichen Relaisstationen in russischen Medien als Erfindung Selenskyjs, um einen politischen Erfolg zu inszenieren.

Die technische Bedeutung der Anlagen liegt in ihrer Funktion als primäre Signalquelle für Drohnenschwärme, die sich gegenseitig als fliegende Relais nutzen. Ein Ausfall könnte Reichweite und Zielgenauigkeit der russischen Angriffe einschränken, unabhängige Bestätigungen für eine tatsächliche Beeinträchtigung der russischen Operationsfähigkeit liegen jedoch nicht vor. Die ukrainische Grenzschutzbehörde registrierte zuletzt einen Rückgang der Drohneneinflüge über die Region Tschernihiw. Aus Kiewer Perspektive ist die Abschaltung auch vor dem Hintergrund einer befürchteten Annäherung zwischen Washington und Minsk zu sehen: Unter der Regierung Trump suchen die USA neue Kommunikationskanäle, was in Kiew die Sorge nährt, die Isolation Lukaschenkos könne aufgeweicht werden.

Für Lukaschenko verschärft sich damit das Dilemma zwischen Moskau und Kiew. Einerseits ist Belarus wirtschaftlich von Russland abhängig und stellt sein Territorium für russische Militäraktivitäten – einschließlich der Stationierung taktischer Nuklearwaffen – zur Verfügung. Andererseits will Minsk eine direkte Kriegsbeteiligung eigener Truppen vermeiden, da es die Verwundbarkeit der eigenen Infrastruktur fürchtet. Der Vorgang um die Relaisstationen bleibt vorerst ohne bestätigte Demontage; die Ukraine kündigte an, die Lage weiter eng zu überwachen. Eine öffentliche Reaktion Lukaschenkos oder der russischen Führung steht weiterhin aus.

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Selenskyj hat die Geschichte von Relaisstationen in Belarus selbst erfunden, um später nach deren angeblicher Abschaltung einen „Sieg“ zu verkünden. Ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter spottete über diese politische Fantasie, die den Mangel an echten Erfolgen kaschieren soll. Das Narrativ lautet: Kiew konstruiert Bedrohungen, um imaginäre Triumphe zu feiern.

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Selenskyjs Ultimatum an Minsk hat gewirkt: Belarus hat offenbar die Relaisstationen abgeschaltet, die russische Kampfdrohnen lenkten. Dies wird als seltenes Zeichen gewertet, dass eine harte Warnung an den Kreml-Verbündeten Lukaschenko Erfolg haben kann. Der Schritt wird als konkreter Erfolg der ukrainischen Drucktaktik gefeiert.

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