
Trump kündigt Agrarimporte für Iran aus freigegebenen Vermögenswerten an
Die USA wollen eingefrorene iranische Gelder nutzen, um große Mengen Weizen, Soja und Mais von amerikanischen Farmern zu kaufen – in Teheran stößt der Plan auf Widerstand.
Präsident Donald Trump hat bei einem Abendessen mit Landwirten im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt, dass die Vereinigten Staaten „sehr bald“ damit beginnen würden, mit freigegebenen iranischen Vermögenswerten große Mengen amerikanischer Agrarprodukte für den Iran zu erwerben. Er sprach von einem „neuen Markt“ und nannte Weizen, Sojabohnen und Mais. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten amerikanisch-iranischen Verständigung zur Beendigung der militärischen Konfrontation, in deren Rahmen auch die Freigabe eines Teils der eingefrorenen iranischen Guthaben vereinbart wurde. Aus Washingtoner Sicht soll dieser Mechanismus sicherstellen, dass die Mittel direkt für humanitäre Güter verwendet werden und zugleich der heimischen Landwirtschaft zugutekommen.
In Teheran wird der Vorschlag unterschiedlich aufgenommen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, die Islamische Republik werde über die Verwendung freigegebener Vermögenswerte eigenständig nach Maßgabe des nationalen Interesses entscheiden; bei der Beschaffung von Waren seien Preis und Qualität ausschlaggebend, es gebe keine Beschränkungen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf äußerte sich hingegen ablehnend: Teheran wünsche nicht, freigegebene Gelder für amerikanische Produkte auszugeben. Die unterschiedlichen Signale aus Iran deuten auf innenpolitische Abstimmungsprozesse hin, während Washington darauf besteht, dass die Gelder nicht in die Verfügungsgewalt der iranischen Behörden gelangen, sondern direkt an liefernde Unternehmen fließen.
Trump verband seine Ankündigung mit weitreichenden militärischen Behauptungen. Er sagte, die USA hätten die iranische Armee, ihre Führung, Luftwaffe und Marine innerhalb von eineinhalb Wochen „zu 100 Prozent zerstört“ und 159 iranische Schiffe versenkt. Zugleich bekräftigte er, der Iran werde niemals eine Atomwaffe besitzen, und fügte hinzu, Teheran habe dem „zu 100 Prozent“ zugestimmt. Die Verhandlungen würden aus einer „Position absoluter Stärke“ geführt. Ungeachtet dieser Rhetorik bleibt die Sicherheitslage im Persischen Golf angespannt: Ein Angriff auf ein Frachtschiff unter der Flagge Singapurs im Golf von Oman veranlasste die Internationale Seeschifffahrtsorganisation, ihren Evakuierungsplan für die Region vorübergehend auszusetzen. Iranische Stellen hatten zuvor vor der Nutzung nicht genehmigter Routen gewarnt.
Ökonomisch verweist Trump auf stark fallende Ölpreise und einen Rekorddurchsatz von 19 Millionen Barrel am Vortag durch die Straße von Hormus. Die im Verständigungspapier enthaltene iranische Zusage, für 60 Tage die sichere Passage von Handelsschiffen zu gewährleisten, ist ein zentrales Element der Entspannungsbemühungen. Der nächste sachliche Meilenstein wird sein, ob und in welchem Umfang die angekündigten Agrarimporte tatsächlich abgewickelt werden und ob die Sicherheitslage im Golf eine Fortsetzung des Dialogs erlaubt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der amerikanische Präsident, der mit den wirtschaftlichen Folgen seines eigenen Handelskrieges kämpft, sucht nun verzweifelt ein Abkommen mit Teheran. Seine Behauptungen über die militärische Zerstörung werden heruntergespielt, während der Iran als begehrter neuer Markt für US-Farmer umworben wird.
Trumps entschlossenes militärisches Vorgehen hat die iranische Bedrohung neutralisiert und Israel sowie die gesamte Region vor der Vernichtung bewahrt. Nun bietet er aus einer Position absoluter Stärke großzügig an, iranische Vermögenswerte für den Kauf amerikanischer Ernten zu nutzen, und demonstriert damit Macht und Großmut.
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