
Keiko Fujimori erreicht uneinholbaren Vorsprung in Perus Stichwahl
Die konservative Kandidatin liegt nach Auszählung fast aller Stimmen uneinholbar vor ihrem linken Rivalen, der das Ergebnis nicht anerkennt und Betrugsvorwürfe erhebt.
Nach 17 Tagen schleppender Auszählung hat Keiko Fujimori in der peruanischen Präsidentenstichwahl einen mathematisch nicht mehr einholbaren Vorsprung erzielt. Mit 99,86 Prozent der Wahlprotokolle vereint die Kandidatin der rechten Fuerza Popular 50,11 Prozent der gültigen Stimmen auf sich, ihr linksgerichteter Gegner Roberto Sánchez von Juntos por el Perú kommt auf 49,88 Prozent. Die Differenz von rund 43.400 Stimmen übersteigt die noch ausstehenden etwa 40.000 Stimmen, wie das Nationale Amt für Wahlprozesse (ONPE) mitteilte. Eine offizielle Proklamation des Ergebnisses durch das Nationale Wahlgericht (JNE) wird für Mitte Juli erwartet.
Sánchez erklärte noch vor Bekanntgabe der endgültigen Zahlen, er werde eine Regierung Fujimori nicht anerkennen. Er sprach von einem „in Gang befindlichen Betrug“ und beantragte die Annullierung der im Ausland abgegebenen Stimmen – rund 300.000 Wahlzettel, die mehrheitlich zugunsten Fujimoris ausfielen, insbesondere in den Vereinigten Staaten und Japan. Das zuständige Wahlgericht wies den Antrag noch am selben Abend als unzulässig zurück, da er verspätet eingereicht und die vorgeschriebenen Gebühren nicht entrichtet worden seien. Die EU-Wahlbeobachtungsmission bescheinigte dem zweiten Wahlgang einen „ruhigen und geordneten“ Ablauf und erklärte, keine Unregelmäßigkeiten festgestellt zu haben, die die Integrität des Urnengangs gefährdeten. Fujimoris Lager kündigte an, erst nach Auszählung sämtlicher Stimmen den Sieg für sich zu reklamieren, und warf Sánchez undemokratisches Verhalten vor.
Der Wahlausgang vertieft den Rechtsruck in Lateinamerika, der sich zuletzt mit dem Sieg des populistischen Kandidaten Abelardo De La Espriella in Kolumbien manifestierte. Fujimori, die sich im Wahlkampf als verlässliche Partnerin Washingtons präsentierte und Rivalen eine größere Nähe zu Peking unterstellte, setzte thematisch auf innere Sicherheit und die Bekämpfung organisierter Kriminalität. Sánchez, der dem Lager des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo zugerechnet wird, hatte den Fokus auf institutionelle Stärkung und den Abbau sozialer Ungleichheit gelegt. Die regionale Spaltung des Landes spiegelt sich im Stimmverhalten: Fujimori dominierte in den Küstenregionen und urbanen Zentren, Sánchez in den ländlichen Andengebieten.
Für die 51-jährige Fujimori ist es der vierte Anlauf auf das Präsidentenamt; in den drei vorangegangenen Stichwahlen unterlag sie jeweils knapp. Das Erbe ihres Vaters, des wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, polarisiert das Land bis heute. Anders als in früheren Kampagnen stellte sie sich diesmal offensiv in diese Tradition und versprach eine Politik der harten Hand. Peru durchlebt seit Jahren eine institutionelle Dauerkrise: Acht Präsidenten amtierten in ebenso vielen Jahren, keiner beendete seine Amtszeit regulär. Fujimoris Partei verfügt im neu gewählten Kongress über die stärkste Fraktion, jedoch nicht über eine Mehrheit. Sánchez hat für Samstag zu neuen Protesten in Lima aufgerufen und will internationale Instanzen anrufen. Die Amtsübergabe ist für den 28. Juli vorgesehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der linke Kandidat Sánchez prangert einen laufenden Betrug an, weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen, und fordert die Annullierung der Auslandsstimmen, während er seine Anhänger zur Mobilisierung aufruft. Regionale Medien berichten alarmiert über die Vorwürfe und verweisen teils auf fehlende Beweise und die Gefahr einer langwierigen politischen Krise.
Der linke Kandidat in Peru hat die Annullierung der im Ausland abgegebenen Stimmen in der Stichwahl beantragt, während die Auszählung ihn mit rund 40.000 Stimmen hinter seiner konservativen Rivalin sieht. Die Wahlbehörden prüfen noch umstrittene Zählprotokolle, bevor ein Sieger erklärt wird.
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