
Trump eröffnet Feiern zum 250. Jahrestag der USA mit einer Rede im Wahlkampfstil
Die Great American State Fair in Washington begann mit militärischen Überflügen und einer Ansprache, die nationale Einheit beschwor, aber vor allem die Agenda des Präsidenten feierte.
Mit einer Kundgebung auf der National Mall hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die sechzehntägige „Great American State Fair“ und damit die zentralen Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung eröffnet. Vor Tausenden Anhängern, geschützt durch eine kugelsichere Glaswand, erklärte Trump: „Amerika ist zurück.“ Die Veranstaltung, die von der durch Trump per Dekret geschaffenen öffentlich-privaten Partnerschaft „Freedom 250“ organisiert wird, umfasste Überflüge von Tarnkappenbombern und Kampfjets, Auftritte von Militärkapellen sowie eine Rede, die nach übereinstimmender Darstellung internationaler Medien historische Reminiszenzen mit einer Bilanz seiner zweiten Amtszeit und Angriffen auf den politischen Gegner verband.
Aus Sicht der Trump-Administration markiert die Feier den Beginn eines neuen „goldenen Zeitalters“. Der Präsident verwies auf das Abkommen mit Iran, die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Maduro und eine boomende Wirtschaft. In Washingtoner Regierungskreisen wird die Veranstaltung als Ausdruck eines wiedererstarkten Nationalstolzes gewertet. Kritiker in den Vereinigten Staaten, darunter die Demokratische Partei sowie mehrere Künstler, die ihre Teilnahme absagten, sehen darin hingegen eine parteipolitische Vereinnahmung eines nationalen Gedenktages. Sieben demokratisch regierte Bundesstaaten beteiligen sich nicht an der Messe. Europäische Beobachter und Medien heben hervor, dass die Grenze zwischen offiziellem Staatsakt und Wahlkampfauftritt bewusst verwischt worden sei; in französischen und italienischen Kommentaren wird die Personalisierung des Jubiläums als ungewöhnlich für eine Republik beschrieben, die aus einer Revolte gegen die Monarchie hervorging.
Die Kontroverse um die Feierlichkeiten wird durch handfeste Probleme bei Renovierungsprojekten in der Hauptstadt verstärkt. Die von Trump forcierte Sanierung des Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial, die mit rund 14 Millionen Dollar veranschlagt war, führte nach Abschluss der Arbeiten zu Algenblüten und abblätternder Farbe. Die Regierung machte zunächst Sabotage verantwortlich und leitete Ermittlungen ein; aus Behördenunterlagen geht nach Berichten amerikanischer Medien jedoch hervor, dass die Versiegelung bereits vor dem Algenbefall Mängel aufwies. Trump selbst sprach von „Vandalen“ und kündigte Reparaturen an. Das Projekt ist Teil einer Reihe von Bauvorhaben, mit denen der Präsident das Stadtbild Washingtons physisch prägen will – darunter ein Ballsaal im Weißen Haus und ein Triumphbogen.
Die „Great American State Fair“ läuft noch bis zum 10. Juli und soll mit Pavillons aller 50 Bundesstaaten und sechs Territorien, einem Riesenrad, einem historischen Karussell sowie kulturellen Darbietungen an eine Weltausstellung erinnern. Als Höhepunkt ist für den 4. Juli das nach Angaben der Organisatoren größte Feuerwerk der Geschichte geplant. Die Feiern fallen in eine politisch sensible Phase: Trump versucht, nach dem militärischen Konflikt mit Iran und vor den Kongresswahlen im November seine innenpolitische Position zu festigen. Die Debatte darüber, ob das Jubiläum die Nation einen oder spalten wird, dürfte die kommenden Wochen prägen.
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Der 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten wurde mit einer Rede eröffnet, die eher einer Wahlkampfkundgebung als einer Staatszeremonie glich. Der Präsident nutzte den historischen Anlass, um seine politische Marke zu bewerben, und vermischte patriotische Rhetorik mit persönlichen Slogans. Beobachter vermerkten den gedämpften Ton, aber die unverkennbar parteiische Ausrichtung der Veranstaltung.
Der Präsident hat den 250. Geburtstag der Nation gekapert und eine feierliche Gedenkveranstaltung in ein parteiisches Spektakel verwandelt. Nachdem Musiker abgesagt hatten und öffentliche Gelder umgeleitet wurden, wurde die Veranstaltung zu einer Kundgebung für seine politische Bewegung statt zu einem einigenden Fest. Kritiker warnen, dass dies die Grenze zwischen Staatszeremonie und persönlicher Selbstbeweihräucherung verwischt.
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