
Iran warnt vor parallelen Schifffahrtsrouten in der Strasse von Hormus
Teheran knüpft die Sicherheit der Passage an eigene Koordinierungsansprüche – ein Drohnenangriff auf einen Frachter verschärft die Spannungen um die für den globalen Ölhandel zentrale Wasserstrasse.
Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi hat die Einrichtung alternativer Schifffahrtskorridore in der Strasse von Hormus scharf zurückgewiesen. In einer auf offiziellen Kanälen verbreiteten Erklärung stellte er fest, dass eine sichere Durchfahrt nicht durch „vage Arrangements, parallele Routen oder Entscheidungsfindungen außerhalb der Erwägungen Irans als Küstenstaat“ gewährleistet werden könne. Jeder glaubwürdige Rahmen müsse auf einer Abstimmung mit Teheran und den Bestimmungen des Absatzes fünf des Islamabad-Memorandums beruhen; andernfalls werde die ausgewiesene Parallelroute suspendiert. Die Warnung folgte auf einen Drohnenangriff auf den unter singapurischer Flagge fahrenden Frachter „Ever Lovely“ im Golf von Oman, für den Washington die iranischen Revolutionsgarden verantwortlich macht.
Aus Teheraner Sicht zielen die Äußerungen darauf ab, die eigene Rolle als unverzichtbarer Ordnungsfaktor an der Meerenge zu zementieren. Die Berufung auf das wenig bekannte Islamabad-Memorandum unterstreicht, dass Iran bestehende bilaterale Abkommen – mutmaßlich mit Oman – als alleinige Rechtsgrundlage für die Verkehrslenkung betrachtet. Die Drohung, eine „parallel festgelegte Route“ auszusetzen, richtet sich gegen Bestrebungen westlicher und regionaler Akteure, die Abhängigkeit von iranischen Vorgaben zu verringern. Beobachter in der Region verweisen darauf, dass die Revolutionsgarden bereits Stunden vor dem Angriff erklärt hatten, Schiffe würden nur auf den von Iran bestimmten Wegen sicheren Geleitschutz erhalten.
In Washington wird der Vorfall als Test für die Belastbarkeit der jüngsten Waffenruhe-Vereinbarung gewertet. Diese beendete eine amerikanische Seeblockade gegen Iran im Gegenzug für die Zusage Teherans, die Störung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus einzustellen. Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, die Passage müsse frei und ohne Abgaben möglich sein, und drohte mit einem sofortigen Abbruch der laufenden Verhandlungen, sollten sich die iranischen Zusagen als nicht belastbar erweisen. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation setzte unterdessen einen Evakuierungsplan für festsitzende Schiffe in der Region aus.
Die Vorgänge fallen in eine Phase stark gestiegener Rohöltransporte durch die Meerenge. Laut Seeverkehrsdaten erreichten die Lieferungen das höchste Niveau seit Beginn der amerikanisch-israelischen Militäroperationen gegen Iran. Die „Ever Lovely“ befuhr zum Zeitpunkt des Angriffs die vom britischen Zentrum für Seehandelsoperationen empfohlene Route; das Schiff setzte seine Fahrt nach Pakistan ohne nennenswerte Schäden fort. Die Reederei Evergreen Marine erklärte, die Brücke sei an Steuerbord getroffen worden, Motor und Navigationssysteme arbeiteten jedoch normal.
Für die europäische Energieversorgung bleibt die Lage an der Strasse von Hormus ein erhebliches Risiko. Die Meerenge ist der wichtigste Korridor für Rohölexporte aus dem Persischen Golf, und jede längerfristige Beeinträchtigung würde die globalen Märkte unmittelbar treffen. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, ob die in der Waffenruhe vereinbarten Mechanismen zur Deeskalation greifen oder ob die wechselseitigen Schuldzuweisungen die Gespräche zum Erliegen bringen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 2 Sprachen
Iran erklärt, dass die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht durch vage Vereinbarungen oder parallele Routen garantiert werden kann, die seine Rolle als Küstenstaat umgehen. Jeder glaubwürdige Rahmen muss auf der Abstimmung mit Teheran und den Bedingungen des Islamabad-Memorandums beruhen, andernfalls werden solche parallelen Routen ausgesetzt.
Das iranische Regime hat gedroht, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu stören, falls seine Forderungen nicht erfüllt werden, und eine rote Linie gegen alternative Transitwege gezogen. Diese Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit Washington, das auf der Freiheit der Schifffahrt besteht, und wird als direkte Herausforderung für die von den USA geführten Sicherheitsbemühungen gesehen.
Erweitere deinen Horizont
Inflationserwartungen sinken, doch der Dollar setzt Euro und Schwellenländer unter Druck
3 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyAndroid-Erdbebenwarnung rettet Leben in Venezuela – und wirft Datenschutzfragen auf
4 Sprachen · 6 Quellen
Aus Science & HealthCholera-Ausbruch in der Zentralafrikanischen Republik: 197 Fälle, 24 Tote
4 Sprachen · 7 Quellen