
Uruguay scheitert in der Vorrunde – Bielsa: „Ich habe nichts hinterlassen“
Nach dem 0:1 gegen Spanien endet Uruguays WM 2026 ohne Sieg in der Gruppe; der Trainer übernimmt die volle Verantwortung und kündigt seinen Abschied an.
Mit einer 0:1-Niederlage gegen Spanien im Estadio Akron von Guadalajara verabschiedete sich Uruguay am Freitagabend sang- und klanglos aus der Weltmeisterschaft 2026. Das Tor von Álex Baena, begünstigt durch einen folgenschweren Patzer von Torhüter Fernando Muslera, besiegelte das Aus in Gruppe H. La Celeste, vor dem Turnier als Mitfavorit auf den Gruppensieg gehandelt, blieb in drei Partien sieglos – zuvor hatte man gegen Saudi-Arabien und Kap Verde jeweils nur unentschieden gespielt. Zwei Punkte und der letzte Tabellenplatz bedeuten das früheste Scheitern seit zwei Jahrzehnten; erstmals seit 2002 gewann Uruguay bei einer WM kein Spiel.
Der Abend in Jalisco geriet zur Zäsur einer ohnehin brüchigen Ära. Marcelo Bielsa, seit Mai 2023 im Amt, hatte sein Team auf Sieg eingestellt, doch die Mannschaft fand offensiv kaum statt. Die Auswechslung von Kapitän Federico Valverde in der 55. Minute – Bielsa brachte Stürmer Federico Viñas, um „dem Angriff mehr Wucht zu verleihen“ – blieb wirkungslos. Noch vor dem Abpfiff eskalierte die Anspannung: Als ein TV-Produktionsteam Sekunden für das Pflichtinterview benötigte, fuhr der 70-Jährige die Crew mit einem scharfen „¡Dale de una vez!“ an. Später erklärte er, Muslera habe in der Halbzeit selbst entschieden, nicht mehr weiterzuspielen; der Routinier war nach seinem Fehler vor dem Gegentor nicht mehr auf den Platz zurückgekehrt.
In der Pressekonferenz schlug Bielsa einen Ton schonungsloser Selbstkritik an. „Was ich dem uruguayischen Fußball gegeben habe, ist nichts“, sagte der Argentinier und fügte hinzu: „Jeder Beitrag eines Trainers in drei Jahren verpufft, wenn die Ergebnisse ausbleiben.“ Er übernehme die volle Verantwortung für die „Enttäuschung“ und räumte ein, es sei ihm nicht gelungen, aus einer hochtalentierten Mannschaft eine schlagkräftige Einheit zu formen. Aus uruguayischer Sicht fielen die Reaktionen vernichtend aus. Der ehemalige Nationalspieler Diego Lugano warf Bielsa vor, das Umfeld „vergiftet“ und die Spieler nie erreicht zu haben; der Verband habe den Fehler begangen, mit einem „millionenschweren Vertrag“ an ihm festzuhalten. Die Zeitung El Observador sprach von einer der schlimmsten Eliminierungen der vergangenen 50 Jahre, El País nannte Uruguay die „Enttäuschung Südamerikas“.
Der sportliche Niedergang hatte sich seit der Copa América 2024 abgezeichnet. Damals erreichte Uruguay noch das Halbfinale und gewann Bronze, doch eine Massenschlägerei nach dem Aus gegen Kolumbien zog lange Sperren nach sich und belastete die Qualifikation. Der Bruch mit Stürmerlegende Luis Suárez, der Bielsa öffentlich mangelnde Menschlichkeit vorwarf und nicht für die WM nominiert wurde, vertiefte die Risse im Kader. Nach dem Suárez-Eklat gewann Uruguay nur noch fünf von 17 Spielen, darunter ein 1:5 gegen die USA. In Guadalajara blieb das Team auch im dritten Anlauf blass; die erhoffte Reaktion auf die beiden Remis blieb aus.
Für Uruguay endet damit die zweite WM in Folge bereits nach der Vorrunde. Bielsa, dessen Vertrag ausläuft, wird nicht weitermachen; der Verband muss nun einen Neuanfang einleiten. Die unmittelbare Konsequenz: Während Spanien als Gruppensieger in das Achtelfinale einzieht, reist die Celeste vorzeitig ab – ohne einen Sieg, ohne ein Tor aus dem Spiel heraus und mit der Gewissheit, dass eine dreijährige Zusammenarbeit ohne greifbares Erbe geblieben ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die südostasiatische Presse berichtet in ruhigem, sachlichem Ton über Uruguays Ausscheiden und hebt Bielsas Selbstkritik hervor. Der Trainer gibt sich offen die Schuld und sagt, er habe dem uruguayischen Fußball nichts Bedeutendes hinterlassen. Die Nachricht wird als nüchterne Sportmeldung ohne polemische Schärfe präsentiert.
Die lateinamerikanische Presse zeichnet ein Bild von Chaos und Wut rund um Uruguays Ausscheiden: Bielsa ist wütend auf Journalisten und wird von ehemaligen Spielern scharf kritisiert. Die Stimmung in der Kabine wird als vergiftet beschrieben, während dem Trainer vorgeworfen wird, an einem lukrativen Vertrag festzuhalten. Das Scheitern wird als tiefe Krise dargestellt, mit alarmierenden Tönen und moralischer Verurteilung.
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