
HPV-Impfung eliminiert Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen
Neue Studien zeigen zudem, dass die Gürtelrose-Impfung das Demenzrisiko senken kann und Sehprobleme meist Folge von Grunderkrankungen wie Diabetes sind – Prävention wird zum medizinischen Schlüssel.
Eine Impfung im Jugendalter kann die Sterblichkeit an einer der häufigsten Krebserkrankungen junger Frauen praktisch auslöschen. Wie eine im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Studie aus England belegt, ist in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen, die als Mädchen flächendeckend gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft wurden, zwischen 2020 und 2024 kein einziger Todesfall durch Gebärmutterhalskrebs mehr aufgetreten – ohne die 2008 eingeführte Impfung wären in dieser Kohorte 23 Todesfälle zu erwarten gewesen. Bei den heute 25- bis 29-Jährigen sank die Sterblichkeit um 69 Prozent, und selbst bei den 30- bis 34-Jährigen, die zum Zeitpunkt der Impfkampagne bereits älter waren, liegt das relative Sterberisiko noch um 63 Prozent niedriger als bei Ungeimpften. Die Ergebnisse unterstreichen, dass eine einzelne Impfserie im frühen Teenageralter eine Krebsform nahezu ausrotten kann.
Doch nicht nur die HPV-Impfung entfaltet Schutzwirkungen, die weit über das ursprünglich anvisierte Ziel hinausgehen. Eine gross angelegte Analyse mit mehr als 500.000 älteren Erwachsenen, publiziert in den Annals of Internal Medicine, zeigt: Wer den modernen Gürtelrose-Impfstoff Shingrix erhielt, erkrankte im Beobachtungszeitraum mit einer um 24 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit an Demenz als Ungeimpfte. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Alzheimer – hier lag die Risikoreduktion bei 27 Prozent, wobei Frauen stärker profitierten als Männer. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Impfung nicht nur vor der Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus schützt, sondern möglicherweise auch neuroinflammatorische Prozesse dämpft, die zur Demenzentwicklung beitragen. Für Deutschland, wo die Ständige Impfkommission die Gürtelrose-Impfung für über 60-Jährige empfiehlt, eröffnet sich damit eine zusätzliche Perspektive: Impfungen könnten sich als kosteneffiziente Massnahme gegen den kognitiven Abbau im Alter erweisen.
Auch abseits der Impfmedizin bestätigen neue Daten den Wert frühzeitiger Diagnostik. Eine Auswertung von Versicherungsdaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ergab, dass 99,5 Prozent aller Sehbeeinträchtigungen auf zugrunde liegende Erkrankungen zurückgehen – angeführt von Diabetes, grauem Star und trockenem Auge. Sieben von zehn Betroffenen leiden demnach an nicht diagnostizierten Augenleiden, ein Umstand, der bei Diabetikern besonders ins Gewicht fällt. Die Hälfte aller augenbezogenen Versicherungsfälle entfiel auf die Altersspanne zwischen 36 und 65 Jahren, mit einem deutlichen Gipfel um das 50. Lebensjahr. Diese Zahlen mahnen, dass die regelmässige augenärztliche Kontrolle – in Deutschland etwa für Diabetiker im Rahmen des Disease-Management-Programms vorgesehen – keinesfalls vernachlässigt werden darf.
Aus den drei Befunden erwächst eine gemeinsame Botschaft: Prävention, ob durch Impfung oder strukturierte Früherkennung, ist die wirkungsvollste Waffe gegen vermeidbare Krankheitslast. Während England mit HPV-Impfquoten von 88 bis 90 Prozent einen weltweiten Massstab setzt, liegen die Durchimpfungsraten in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Mädchen teils noch deutlich darunter – in Deutschland je nach Bundesland zwischen 40 und 60 Prozent. Die Aussicht, durch eine breitere HPV-Impfung nicht nur Krebs, sondern auch Folgeerkrankungen zu verhindern, sollte den politischen Willen stärken, bestehende Impfprogramme auszuweiten. Zugleich legen die Daten zur Gürtelrose-Impfung und zur Augenprävention nahe, dass Investitionen in Vorsorge nicht allein Leiden mindern, sondern langfristig auch die Gesundheitssysteme entlasten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Erkenntnisse in eine entschlossenere Präventionspolitik münden.
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Eine Analyse von Versicherungsdaten zeigt, dass 99,5 % der Sehprobleme mit Erkrankungen wie Diabetes und Katarakt zusammenhängen. Bis zu 7 von 10 Personen könnten unerkannte Augenkrankheiten haben, was die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen und Prävention besonders im mittleren Alter unterstreicht.
Eine große Studie zeigt, dass die Gürtelrose-Impfung Shingrix das Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen um 24 % senkt. Die Erkenntnis legt nahe, dass die Impfung neben ihren bekannten Vorteilen zu einem wichtigen Instrument der Prävention kognitiven Abbaus werden könnte.
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