Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETMittwoch, 15. Juli 2026
311 Quellen · 17 Sprachen639 Briefings heute
Energie & KlimaMontag, 13. Juli 2026

Hitzewelle treibt Stromnetze in Iran, Algerien und Usbekistan an Belastungsgrenzen – erste geplante Blackouts

Eine anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 45 Grad lässt die Stromnachfrage in mehreren Ländern des Nahen Ostens und Zentralasiens auf Rekordwerte steigen und zwingt Iran zu ersten geplanten Abschaltungen.

In Iran haben die Behörden mit der Umsetzung angekündigter, geplanter Stromabschaltungen begonnen, nachdem die Nachfrage innerhalb weniger Tage um mehr als 6.000 Megawatt – rund neun bis zehn Prozent – auf über 74.000 Megawatt gestiegen war. Aus Teheraner Sicht wird die Fortsetzung der Maßnahmen von zwei Faktoren abhängig gemacht: der Temperaturentwicklung und dem Verbrauchsverhalten der Haushalte. Sollte es gelingen, die Last um mindestens fünf Prozent zu senken, könnten die Eingriffe ausgesetzt werden. Die Programme für die kommenden zwei Tage werden den Kunden im Voraus mitgeteilt; für die südlichen Landesteile mit ihren besonderen klimatischen Bedingungen gelten gesonderte Regelungen.

Parallel dazu meldete das algerische Energieministerium am zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert der Stromnachfrage. Am 13. Juli um 15:30 Uhr Ortszeit wurden 21.378 Megawatt erreicht, nach 21.176 Megawatt am Vortag. Der bisherige Spitzenwert des Vorjahres lag bei 20.628 Megawatt. In Usbekistan rechnet das Energieministerium aufgrund der prognostizierten anomalen Hitze mit einem Tagesverbrauch von bis zu 280 Millionen Kilowattstunden und einer Spitzenlast von 13 bis 13,3 Gigawatt. Bereits im Juli 2025 hatte der sommerliche Verbrauch dort erstmals das Winterniveau überschritten. Die gemeinsame Ursache liegt in einer massiven Nutzung von Klimaanlagen, die in den betroffenen Regionen bei Außentemperaturen von 40 bis 47 Grad den Strombedarf sprunghaft ansteigen lässt.

Die Netzstabilität wird dabei von zwei Seiten belastet. Aus dem iranischen Netzmanagement wird darauf hingewiesen, dass hohe Temperaturen nicht nur die Nachfrage antreiben, sondern auch die Effizienz der Kraftwerke mindern, da ein Teil der Leistung für die Kühlung der Anlagen aufgewendet werden muss. Während Iran auf eine Kombination aus Lastmanagement, Aufrufen zum Stromsparen und alternativen Bezugswegen für die Industrie – etwa über Grünstromzertifikate oder Importe – setzt, hat Usbekistan die Energieunternehmen zu verstärkter Bereitschaft, beschleunigten Reparaturen und zusätzlichen Sicherheitskontrollen an Treibstoffanlagen verpflichtet. In Libanon, wo die verfügbare Erzeugungskapazität nach Angaben der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft derzeit bei lediglich rund 500 Megawatt liegt, führt die Hitzewelle zu einer weiteren Verkürzung der täglichen Versorgungsdauer auf durchschnittlich vier Stunden. Die Gesellschaft warnt, dass das Fehlen von etwa 1.000 Megawatt Reservekapazität täglich einen vollständigen Netzzusammenbruch auslösen könne.

Für die kommenden Tage sagen die Wetterdienste ein Andauern der extremen Temperaturen voraus. In Iran wird der Zeitraum bis Mitte August als kritisch eingestuft; für die Wochenmitte werden dort nochmals steigende Lasten erwartet. Die nächste Belastungsprobe steht damit unmittelbar bevor, während die Behörden in allen betroffenen Ländern die Verbraucher zu freiwilligen Einsparungen aufrufen.

Divergenz — wer erzählt sie wie
0%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von 0.00 bis 0.00
KritischWohlwollend
IRNRUSALM
Abweichung zwischen Presseblöcken
Iranische & verwandte Presse0.00neutral
Russische & GUS-Presse0.00neutral
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00neutral
Iranische & verwandte Presse0.00
Stimme

Der Iran bewältigt die Krise mit geteilter Verantwortung und technischer Transparenz.

Mechanismuspaternalismo istituzionale

Indem die Kürzungen als vorbeugende und vorübergehende Maßnahme dargestellt werden und um die Zusammenarbeit der Bürger gebeten wird, wird die Situation normalisiert und die Kapazität des Systems nicht in Frage gestellt.

Auslassung

Lässt jede Kritik an der Energieplanung oder mangelnden Investitionen aus und stellt Kürzungen als vorübergehende handhabbare Maßnahme dar.

PragmatismusDringlichkeitPaternalismus
Russische & GUS-Presse0.00
Stimme

Russland prognostiziert einen Verbrauchsrekord in Usbekistan ohne Alarmismus.

Mechanismusprevisione tecnica

Durch die Beschränkung auf numerische Daten und Prognosen wird jedes Urteil oder jede Verantwortung vermieden, was objektiv erscheint.

Auslassung

Lässt jede Diskussion über soziale Folgen oder die Möglichkeit von Blackouts aus und beschränkt sich auf eine technische Prognose.

DistanzPragmatismus
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00
Stimme

Algerien feiert neue Verbrauchsrekorde; der Libanon entschuldigt sich für die schlechte Versorgung.

Mechanismusspiegazione difensiva

Algerien nutzt Rekorde, um die Systemkapazität zu zeigen; der Libanon gibt externen Faktoren (Treibstoffpreisen) die Schuld, um interne Kritik zu vermeiden.

Auslassung

Algerien lässt jede Erwähnung potenzieller Störungen oder Netzbelastungen aus; der Libanon lässt seine eigenen betrieblichen Ineffizienzen aus und führt alles auf Treibstoffpreise zurück.

PragmatismusDringlichkeit

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Neues Schuljahr in Indonesien: Staatliche Schulen mit wenigen Schülern, neue Volksschulen eröffnet·Das Verlangen nach Nähe: Warum Hunde und Menschen im Schlaf ähnlichen Mustern folgen·Iran knüpft Ende der Hormus-Blockade an Einstellung aller US-Angriffe·Iran droht mit Schließung der Meerenge Bab el-Mandeb – Ölpreis könnte auf 200 Dollar steigen·USA verhängen Seeblockade gegen Iran und setzen Angriffe fort – Teheran greift US-Stützpunkte an·Trump drängt Netanjahu zum Truppenabzug aus Syrien und Libanon·Autofracht aus China nach Russland binnen eines Monats 15 bis 25 Prozent teurer·Argentiniens Inflation fällt im Juni auf 1,9 Prozent – niedrigster Stand seit zehn Monaten·Neues Schuljahr in Indonesien: Staatliche Schulen mit wenigen Schülern, neue Volksschulen eröffnet·Das Verlangen nach Nähe: Warum Hunde und Menschen im Schlaf ähnlichen Mustern folgen·Iran knüpft Ende der Hormus-Blockade an Einstellung aller US-Angriffe·Iran droht mit Schließung der Meerenge Bab el-Mandeb – Ölpreis könnte auf 200 Dollar steigen·USA verhängen Seeblockade gegen Iran und setzen Angriffe fort – Teheran greift US-Stützpunkte an·Trump drängt Netanjahu zum Truppenabzug aus Syrien und Libanon·Autofracht aus China nach Russland binnen eines Monats 15 bis 25 Prozent teurer·Argentiniens Inflation fällt im Juni auf 1,9 Prozent – niedrigster Stand seit zehn Monaten·
Akt. 18:033 Sprachen · 8 Quellen
8 Quellen|3 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Montag, 13. Juli 2026

Hitzewelle treibt Stromnetze in Iran, Algerien und Usbekistan an Belastungsgrenzen – erste geplante Blackouts

Eine anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 45 Grad lässt die Stromnachfrage in mehreren Ländern des Nahen Ostens und Zentralasiens auf Rekordwerte steigen und zwingt Iran zu ersten geplanten Abschaltungen.

In Iran haben die Behörden mit der Umsetzung angekündigter, geplanter Stromabschaltungen begonnen, nachdem die Nachfrage innerhalb weniger Tage um mehr als 6.000 Megawatt – rund neun bis zehn Prozent – auf über 74.000 Megawatt gestiegen war. Aus Teheraner Sicht wird die Fortsetzung der Maßnahmen von zwei Faktoren abhängig gemacht: der Temperaturentwicklung und dem Verbrauchsverhalten der Haushalte. Sollte es gelingen, die Last um mindestens fünf Prozent zu senken, könnten die Eingriffe ausgesetzt werden. Die Programme für die kommenden zwei Tage werden den Kunden im Voraus mitgeteilt; für die südlichen Landesteile mit ihren besonderen klimatischen Bedingungen gelten gesonderte Regelungen.

Parallel dazu meldete das algerische Energieministerium am zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert der Stromnachfrage. Am 13. Juli um 15:30 Uhr Ortszeit wurden 21.378 Megawatt erreicht, nach 21.176 Megawatt am Vortag. Der bisherige Spitzenwert des Vorjahres lag bei 20.628 Megawatt. In Usbekistan rechnet das Energieministerium aufgrund der prognostizierten anomalen Hitze mit einem Tagesverbrauch von bis zu 280 Millionen Kilowattstunden und einer Spitzenlast von 13 bis 13,3 Gigawatt. Bereits im Juli 2025 hatte der sommerliche Verbrauch dort erstmals das Winterniveau überschritten. Die gemeinsame Ursache liegt in einer massiven Nutzung von Klimaanlagen, die in den betroffenen Regionen bei Außentemperaturen von 40 bis 47 Grad den Strombedarf sprunghaft ansteigen lässt.

Die Netzstabilität wird dabei von zwei Seiten belastet. Aus dem iranischen Netzmanagement wird darauf hingewiesen, dass hohe Temperaturen nicht nur die Nachfrage antreiben, sondern auch die Effizienz der Kraftwerke mindern, da ein Teil der Leistung für die Kühlung der Anlagen aufgewendet werden muss. Während Iran auf eine Kombination aus Lastmanagement, Aufrufen zum Stromsparen und alternativen Bezugswegen für die Industrie – etwa über Grünstromzertifikate oder Importe – setzt, hat Usbekistan die Energieunternehmen zu verstärkter Bereitschaft, beschleunigten Reparaturen und zusätzlichen Sicherheitskontrollen an Treibstoffanlagen verpflichtet. In Libanon, wo die verfügbare Erzeugungskapazität nach Angaben der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft derzeit bei lediglich rund 500 Megawatt liegt, führt die Hitzewelle zu einer weiteren Verkürzung der täglichen Versorgungsdauer auf durchschnittlich vier Stunden. Die Gesellschaft warnt, dass das Fehlen von etwa 1.000 Megawatt Reservekapazität täglich einen vollständigen Netzzusammenbruch auslösen könne.

Für die kommenden Tage sagen die Wetterdienste ein Andauern der extremen Temperaturen voraus. In Iran wird der Zeitraum bis Mitte August als kritisch eingestuft; für die Wochenmitte werden dort nochmals steigende Lasten erwartet. Die nächste Belastungsprobe steht damit unmittelbar bevor, während die Behörden in allen betroffenen Ländern die Verbraucher zu freiwilligen Einsparungen aufrufen.

Divergenz — wer erzählt sie wie
0%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von 0.00 bis 0.00
KritischWohlwollend
IRNRUSALM
Abweichung zwischen Presseblöcken
Iranische & verwandte Presse0.00neutral
Russische & GUS-Presse0.00neutral
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00neutral
Iranische & verwandte Presse0.00
Stimme

Der Iran bewältigt die Krise mit geteilter Verantwortung und technischer Transparenz.

Mechanismuspaternalismo istituzionale

Indem die Kürzungen als vorbeugende und vorübergehende Maßnahme dargestellt werden und um die Zusammenarbeit der Bürger gebeten wird, wird die Situation normalisiert und die Kapazität des Systems nicht in Frage gestellt.

Auslassung

Lässt jede Kritik an der Energieplanung oder mangelnden Investitionen aus und stellt Kürzungen als vorübergehende handhabbare Maßnahme dar.

PragmatismusDringlichkeitPaternalismus
Russische & GUS-Presse0.00
Stimme

Russland prognostiziert einen Verbrauchsrekord in Usbekistan ohne Alarmismus.

Mechanismusprevisione tecnica

Durch die Beschränkung auf numerische Daten und Prognosen wird jedes Urteil oder jede Verantwortung vermieden, was objektiv erscheint.

Auslassung

Lässt jede Diskussion über soziale Folgen oder die Möglichkeit von Blackouts aus und beschränkt sich auf eine technische Prognose.

DistanzPragmatismus
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00
Stimme

Algerien feiert neue Verbrauchsrekorde; der Libanon entschuldigt sich für die schlechte Versorgung.

Mechanismusspiegazione difensiva

Algerien nutzt Rekorde, um die Systemkapazität zu zeigen; der Libanon gibt externen Faktoren (Treibstoffpreisen) die Schuld, um interne Kritik zu vermeiden.

Auslassung

Algerien lässt jede Erwähnung potenzieller Störungen oder Netzbelastungen aus; der Libanon lässt seine eigenen betrieblichen Ineffizienzen aus und führt alles auf Treibstoffpreise zurück.

PragmatismusDringlichkeit

Diese Nachricht erschien in

8 Quellen · 3 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Trump droht Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken

7 Sprachen · 21 Quellen

Aus Economy & Markets

Tyrannosaurus-Rex-Skelett für 50,1 Millionen Dollar versteigert – neuer Rekord im Fossilienmarkt

7 Sprachen · 20 Quellen

Aus Technology

ISS-Verlängerung bis 2030 vereinbart – Sojus MS-29 bringt neue Crew zur Station

3 Sprachen · 9 Quellen

Mehr lesen