
Goldpreis unter Druck: Eskalation am Golf schürt Inflationsängste und Zinserwartungen
Die jüngsten Angriffe Irans auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion treiben die Rohölpreise und nähren die Furcht vor einer strafferen Geldpolitik der Federal Reserve – das zinslose Gold verliert an Attraktivität.
Der Goldpreis ist am Montag deutlich gefallen. Im Spotmarkt gab das Edelmetall um 1,3 Prozent auf 4.036,19 US-Dollar je Feinunze nach, nachdem es bereits in der Vorwoche 1,7 Prozent verloren hatte. Damit steuert Gold auf den vierten Monatsverlust in Folge zu, der sich auf mehr als zehn Prozent summieren würde. Die Futures für August notierten 1,1 Prozent tiefer bei 4.051 Dollar.
Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung sind die erneuten militärischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Teheran feuerte in der Nacht zum Sonntag Raketen und Drohnen auf amerikanische Einrichtungen in Kuwait und Bahrain ab, nachdem Präsident Trump mit der Vernichtung der iranischen Führung gedroht hatte, sollte sich das Land nicht an das Abkommen zur Beendigung des Krieges halten. Zwar vereinbarten beide Seiten noch am Sonntag eine Waffenruhe und die Wiederaufnahme von Gesprächen über den strategisch wichtigen Schiffsweg der Straße von Hormus, doch die Rohölpreise zogen an. Höhere Energiekosten schüren Inflationssorgen und festigen die Erwartung, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs fortsetzt.
Für das zinslos gehaltene Gold ist ein Umfeld steigender Leitzinsen ungünstig, da es mit verzinslichen Anlagen konkurriert. An den Terminmärkten in Chicago preisen Händler für dieses Jahr drei Zinsschritte der Fed ein, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September bei rund 61 Prozent liegt. Marktbeobachter in London verweisen darauf, dass ein erneutes Aufflammen der Kämpfe die Energiepreise weiter in die Höhe treiben und die Inflationserwartungen sowie die hawkishe Haltung der Zentralbanken verstärken könnte. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht am Ende der Woche, so die Einschätzung, würde diesen Trend untermauern und einen nachhaltigen Rutsch unter die Marke von 4.000 Dollar begünstigen.
Die physische Nachfrage zeigt ein gemischtes Bild: In Indien wird Gold erstmals seit Wochen wieder mit einem Aufschlag gehandelt, während die Nachfrage im wichtigsten Verbraucherland China verhalten bleibt. Die spekulativen Netto-Long-Positionen an der Comex stiegen zuletzt leicht an. Unter den weiteren Edelmetallen gab Silber um 2,4 Prozent auf 57,73 Dollar nach, Platin verlor 1,4 Prozent auf 1.590,70 Dollar, während Palladium um 0,6 Prozent auf 1.216,67 Dollar zulegte.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die für Dienstag in Doha angesetzten Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Straße von Hormus sowie auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Beide Ereignisse werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der Inflations- und Zinsdruck anhält und der Goldpreis weiter unter Abgabedruck gerät.
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Gold fiel, weil die Spannungen am Golf Inflationsängste schürten und die Erwartungen auf Zinserhöhungen der Fed festigten, was das zinslose Metall belastete. Der Markt nahm eine rein technische Sichtweise ein und konzentrierte sich auf die Opportunitätskosten der Goldhaltung bei steigenden Renditen.
Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, darunter iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Kuwait und Bahrain, erschütterten die Märkte und trieben den Ölpreis in die Höhe. Eine vorübergehende Waffenruhe und wiederaufgenommene Gespräche brachten zwar etwas Erleichterung, doch die Eskalation verstärkte Inflationsängste und Wetten auf eine weitere Straffung der Fed, was Gold nach unten zog.
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