Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETDienstag, 30. Juni 2026
311 Quellen · 17 Sprachen306 Briefings heute
Wirtschaft & MärkteMontag, 29. Juni 2026

Goldpreis unter Druck: Eskalation am Golf schürt Inflationsängste und Zinserwartungen

Die jüngsten Angriffe Irans auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion treiben die Rohölpreise und nähren die Furcht vor einer strafferen Geldpolitik der Federal Reserve – das zinslose Gold verliert an Attraktivität.

Der Goldpreis ist am Montag deutlich gefallen. Im Spotmarkt gab das Edelmetall um 1,3 Prozent auf 4.036,19 US-Dollar je Feinunze nach, nachdem es bereits in der Vorwoche 1,7 Prozent verloren hatte. Damit steuert Gold auf den vierten Monatsverlust in Folge zu, der sich auf mehr als zehn Prozent summieren würde. Die Futures für August notierten 1,1 Prozent tiefer bei 4.051 Dollar.

Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung sind die erneuten militärischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Teheran feuerte in der Nacht zum Sonntag Raketen und Drohnen auf amerikanische Einrichtungen in Kuwait und Bahrain ab, nachdem Präsident Trump mit der Vernichtung der iranischen Führung gedroht hatte, sollte sich das Land nicht an das Abkommen zur Beendigung des Krieges halten. Zwar vereinbarten beide Seiten noch am Sonntag eine Waffenruhe und die Wiederaufnahme von Gesprächen über den strategisch wichtigen Schiffsweg der Straße von Hormus, doch die Rohölpreise zogen an. Höhere Energiekosten schüren Inflationssorgen und festigen die Erwartung, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs fortsetzt.

Für das zinslos gehaltene Gold ist ein Umfeld steigender Leitzinsen ungünstig, da es mit verzinslichen Anlagen konkurriert. An den Terminmärkten in Chicago preisen Händler für dieses Jahr drei Zinsschritte der Fed ein, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September bei rund 61 Prozent liegt. Marktbeobachter in London verweisen darauf, dass ein erneutes Aufflammen der Kämpfe die Energiepreise weiter in die Höhe treiben und die Inflationserwartungen sowie die hawkishe Haltung der Zentralbanken verstärken könnte. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht am Ende der Woche, so die Einschätzung, würde diesen Trend untermauern und einen nachhaltigen Rutsch unter die Marke von 4.000 Dollar begünstigen.

Die physische Nachfrage zeigt ein gemischtes Bild: In Indien wird Gold erstmals seit Wochen wieder mit einem Aufschlag gehandelt, während die Nachfrage im wichtigsten Verbraucherland China verhalten bleibt. Die spekulativen Netto-Long-Positionen an der Comex stiegen zuletzt leicht an. Unter den weiteren Edelmetallen gab Silber um 2,4 Prozent auf 57,73 Dollar nach, Platin verlor 1,4 Prozent auf 1.590,70 Dollar, während Palladium um 0,6 Prozent auf 1.216,67 Dollar zulegte.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die für Dienstag in Doha angesetzten Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Straße von Hormus sowie auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Beide Ereignisse werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der Inflations- und Zinsdruck anhält und der Goldpreis weiter unter Abgabedruck gerät.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

0%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseArabische Golfpresse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
PragmatismusDistanz

Gold fiel, weil die Spannungen am Golf Inflationsängste schürten und die Erwartungen auf Zinserhöhungen der Fed festigten, was das zinslose Metall belastete. Der Markt nahm eine rein technische Sichtweise ein und konzentrierte sich auf die Opportunitätskosten der Goldhaltung bei steigenden Renditen.

Arabische Golfpresse/ Saudisch
AlarmDringlichkeitPragmatismus

Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, darunter iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Kuwait und Bahrain, erschütterten die Märkte und trieben den Ölpreis in die Höhe. Eine vorübergehende Waffenruhe und wiederaufgenommene Gespräche brachten zwar etwas Erleichterung, doch die Eskalation verstärkte Inflationsängste und Wetten auf eine weitere Straffung der Fed, was Gold nach unten zog.

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Kälte, Schwere, verlorene Koffer: Eine Reise durch die Prüfungen des Fliegens·Washington gibt KI-Modelle von Anthropic frei – geopolitische Spannungen um digitale Souveränität bleiben·Ronald Koeman tritt nach WM-Aus gegen Marokko als Bondscoach zurück·Kolumbianische Zentralbank erhöht Leitzins auf 12 Prozent – Regierung unterliegt im Rat·Afghanische Taliban greifen Pakistan an – neue Eskalation nach Luftschlägen·NASA hält an Blue Origin fest und vergibt neue Mondlande-Aufträge·Von der Adoleszenz bis zur Menopause: Globale Initiativen für frauenspezifische Gesundheitsvorsorge·Das stumme Klingeln im Ranzen: Was Schulen weltweit gegen Ablenkung und Ausgrenzung tun·Kälte, Schwere, verlorene Koffer: Eine Reise durch die Prüfungen des Fliegens·Washington gibt KI-Modelle von Anthropic frei – geopolitische Spannungen um digitale Souveränität bleiben·Ronald Koeman tritt nach WM-Aus gegen Marokko als Bondscoach zurück·Kolumbianische Zentralbank erhöht Leitzins auf 12 Prozent – Regierung unterliegt im Rat·Afghanische Taliban greifen Pakistan an – neue Eskalation nach Luftschlägen·NASA hält an Blue Origin fest und vergibt neue Mondlande-Aufträge·Von der Adoleszenz bis zur Menopause: Globale Initiativen für frauenspezifische Gesundheitsvorsorge·Das stumme Klingeln im Ranzen: Was Schulen weltweit gegen Ablenkung und Ausgrenzung tun·
Akt. 14:283 Sprachen · 4 Quellen
VorherigerWirtschaft & MärkteNächster
4 Quellen|3 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Montag, 29. Juni 2026

Goldpreis unter Druck: Eskalation am Golf schürt Inflationsängste und Zinserwartungen

Die jüngsten Angriffe Irans auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion treiben die Rohölpreise und nähren die Furcht vor einer strafferen Geldpolitik der Federal Reserve – das zinslose Gold verliert an Attraktivität.

Der Goldpreis ist am Montag deutlich gefallen. Im Spotmarkt gab das Edelmetall um 1,3 Prozent auf 4.036,19 US-Dollar je Feinunze nach, nachdem es bereits in der Vorwoche 1,7 Prozent verloren hatte. Damit steuert Gold auf den vierten Monatsverlust in Folge zu, der sich auf mehr als zehn Prozent summieren würde. Die Futures für August notierten 1,1 Prozent tiefer bei 4.051 Dollar.

Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung sind die erneuten militärischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Teheran feuerte in der Nacht zum Sonntag Raketen und Drohnen auf amerikanische Einrichtungen in Kuwait und Bahrain ab, nachdem Präsident Trump mit der Vernichtung der iranischen Führung gedroht hatte, sollte sich das Land nicht an das Abkommen zur Beendigung des Krieges halten. Zwar vereinbarten beide Seiten noch am Sonntag eine Waffenruhe und die Wiederaufnahme von Gesprächen über den strategisch wichtigen Schiffsweg der Straße von Hormus, doch die Rohölpreise zogen an. Höhere Energiekosten schüren Inflationssorgen und festigen die Erwartung, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs fortsetzt.

Für das zinslos gehaltene Gold ist ein Umfeld steigender Leitzinsen ungünstig, da es mit verzinslichen Anlagen konkurriert. An den Terminmärkten in Chicago preisen Händler für dieses Jahr drei Zinsschritte der Fed ein, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September bei rund 61 Prozent liegt. Marktbeobachter in London verweisen darauf, dass ein erneutes Aufflammen der Kämpfe die Energiepreise weiter in die Höhe treiben und die Inflationserwartungen sowie die hawkishe Haltung der Zentralbanken verstärken könnte. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht am Ende der Woche, so die Einschätzung, würde diesen Trend untermauern und einen nachhaltigen Rutsch unter die Marke von 4.000 Dollar begünstigen.

Die physische Nachfrage zeigt ein gemischtes Bild: In Indien wird Gold erstmals seit Wochen wieder mit einem Aufschlag gehandelt, während die Nachfrage im wichtigsten Verbraucherland China verhalten bleibt. Die spekulativen Netto-Long-Positionen an der Comex stiegen zuletzt leicht an. Unter den weiteren Edelmetallen gab Silber um 2,4 Prozent auf 57,73 Dollar nach, Platin verlor 1,4 Prozent auf 1.590,70 Dollar, während Palladium um 0,6 Prozent auf 1.216,67 Dollar zulegte.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die für Dienstag in Doha angesetzten Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Straße von Hormus sowie auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Beide Ereignisse werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der Inflations- und Zinsdruck anhält und der Goldpreis weiter unter Abgabedruck gerät.

Divergenz der Quellen

Wirtschaft & Märkte · 4 Quellen · 3 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral100%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseArabische Golfpresse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
PragmatismusDistanz

Gold fiel, weil die Spannungen am Golf Inflationsängste schürten und die Erwartungen auf Zinserhöhungen der Fed festigten, was das zinslose Metall belastete. Der Markt nahm eine rein technische Sichtweise ein und konzentrierte sich auf die Opportunitätskosten der Goldhaltung bei steigenden Renditen.

Arabische Golfpresse/ Saudisch
AlarmDringlichkeitPragmatismus

Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, darunter iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Kuwait und Bahrain, erschütterten die Märkte und trieben den Ölpreis in die Höhe. Eine vorübergehende Waffenruhe und wiederaufgenommene Gespräche brachten zwar etwas Erleichterung, doch die Eskalation verstärkte Inflationsängste und Wetten auf eine weitere Straffung der Fed, was Gold nach unten zog.

Diese Nachricht erschien in

4 Quellen · 3 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Witkoff und Kushner in Doha – Iran dementiert direkte Verhandlungen

10 Sprachen · 40 Quellen

Aus Technology

WhatsApp führt Nutzernamen ein: Chatten ohne Preisgabe der Telefonnummer

6 Sprachen · 10 Quellen

Aus Science & Health

Ebola-Ausbruch im Kongo weitet sich auf neue Provinzen aus – UNDP warnt vor Milliardenschäden

5 Sprachen · 12 Quellen

Mehr lesen