
Ölpreise steigen nach erneuten Angriffen – fragile Waffenruhe zwischen USA und Iran
Die Eskalation am Wochenende trieb die Notierungen leicht nach oben, doch die Erholung der Schifffahrt im Persischen Golf und Hoffnungen auf Gespräche in Doha dämpften die Aufschläge.
Die Rohölpreise haben am Montag zugelegt, nachdem sich die USA und der Iran am Wochenende erneut militärisch attackiert hatten. Die Nordseesorte Brent stieg um 1,6 Prozent auf 73,15 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um 2,2 Prozent auf 70,75 Dollar. Damit notieren die Preise zwar über den Tiefstständen der Vorwoche, bleiben aber in der Nähe des Niveaus von vor dem Kriegsausbruch Ende Februar. Die Angriffe unterstrichen die Brüchigkeit des am 17. Juni geschlossenen Waffenstillstandsabkommens, das die Kämpfe beenden und die strategisch wichtige Wasserstraße von Hormus wieder öffnen soll.
Trotz der jüngsten Spannungen setzt sich die allmähliche Normalisierung der Öltransporte durch die Meerenge fort. Nach Angaben von Goldman Sachs könnten die Lieferungen bei gleichbleibendem Tempo bereits Anfang Juli wieder das Vorkriegsniveau von 23 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Die Schifffahrtsaktivität hat sich zuletzt verdoppelt, liegt aber weiterhin unter dem üblichen Umfang. Gleichzeitig sendeten Washington und Teheran widersprüchliche Signale zu geplanten Verhandlungen. Während US-Präsident Donald Trump ein Treffen für Dienstag in Doha ankündigte und seine Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner entsandte, dementierte der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi umgehend, dass Gespräche auf technischer Ebene in dieser Woche vorgesehen seien. Teheran will zunächst mit Oman über die Neudefinition von Transitkorridoren beraten.
An den US-Aktienmärkten rückten die geopolitischen Risiken in den Hintergrund. Der Dow Jones Industrial Average erreichte ein Rekordhoch, der Nasdaq Composite legte um mehr als zwei Prozent zu, angetrieben von einer Erholung der Technologiewerte. Alphabet gewann am ersten Tag als Dow-Komponente 4,8 Prozent. Dagegen gaben die Börsen am Golf mehrheitlich nach: Der saudische Leitindex verlor 1,1 Prozent, der Dubai Financial Market 0,4 Prozent. In den Vereinigten Arabischen Emiraten richten sich Autofahrer auf niedrigere Benzinpreise im Juli ein, nachdem die monatliche Preisfestsetzung auf den gesunkenen Rohölnotierungen der vergangenen Wochen basiert. Für Deutschland und Europa signalisiert das gedämpfte Preisniveau eine gewisse Entlastung bei den Energiekosten, auch wenn die Lage fragil bleibt.
Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich vom Fortgang der Diplomatie ab. Sollte es in Doha zu einer Stabilisierung des Waffenstillstands kommen, dürfte der Druck auf die Ölpreise nachlassen. Als nächster wichtiger Datenpunkt gilt der US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag, der Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve geben wird. In Europa richtet sich der Blick auf das EZB-Forum in Sintra und die Inflationsdaten, die ebenfalls am Donnerstag erwartet werden. Die Devisenmärkte zeigten bereits Ermüdungserscheinungen der Dollar-Rally, die nach Einschätzung der ING nur durch neue hawkishe Daten gestützt werden könnte.
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Die Ölpreise stiegen am Montag, nachdem Berichte über eine Einigung zwischen Washington und Teheran auf eine Aussetzung der Feindseligkeiten und die Wiederaufnahme technischer Gespräche in Katar bekannt wurden. Die vorübergehende Waffenruhe, die sichere Durchfahrt für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus vorsieht, beruhigte die Marktängste vor Versorgungsunterbrechungen. Der Fokus liegt auf der diplomatischen Öffnung, nicht auf den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen.
Die Ölmärkte schwankten am Montag, da erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran die Fragilität des vorläufigen Friedensabkommens unterstrichen und den Energietransport durch die Straße von Hormus erneut verlangsamten. Die Preise sprangen zunächst an, gaben dann aber nach, nachdem beide Seiten einer Aussetzung der Feindseligkeiten und der Rückkehr zu Verhandlungen zustimmten. Die Lage hält die Region in Alarmbereitschaft hinsichtlich der Versorgungssicherheit.
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