
Fehlalarm über dem Mittelmeer: Kampfjets aus drei Staaten eskortieren polnisches Passagierflugzeug
Nachdem der Pilot einer LOT-Maschine auf dem Weg nach Tel Aviv versehentlich einen Entführungscode sendete, stiegen israelische, bulgarische und türkische Abfangjäger auf – die Maschine landete schließlich in Burgas.
Am Dienstag hat ein Passagierflugzeug der polnischen Fluggesellschaft LOT auf dem Flug von Warschau nach Tel Aviv einen internationalen Notalarm für eine Entführung ausgelöst, der sich später als Fehlalarm erwies. Die von der bulgarischen Electra Airways betriebene Maschine mit rund 180 Menschen an Bord sendete den Transpondercode 7500, woraufhin die israelische Luftwaffe zwei Kampfflugzeuge über dem Mittelmeer aufsteigen ließ. Auch bulgarische MiG-29 und türkische F-16 eskortierten den Airbus A320, bis der Irrtum aufgeklärt war. Die Maschine wurde nach Burgas am Schwarzen Meer umgeleitet, wo alle Passagiere unverletzt die Maschine verließen.
Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Kontakt zu dem Flugzeug sei vorübergehend abgerissen, später jedoch wiederhergestellt worden; es bestehe kein Verdacht auf einen Sicherheitsvorfall. Das bulgarische Verteidigungsministerium bestätigte den Einsatz eines Abfangjägers und sprach von einem technischen Defekt des Transponders, der das Signal für eine unrechtmäßige Einmischung ausgelöst habe. Die Fluggesellschaft LOT hingegen teilte mit, der Pilot habe den Alarm versehentlich aktiviert und den Fehler in der anschließenden Kommunikation mit der Flugsicherung korrigiert. Aus türkischen Militärkreisen hieß es, die eigenen Jets seien gemäß den NATO-Verfahren aufgestiegen, nachdem das Flugzeug den Luftraum des Bündnispartners erreicht hatte.
Der Vorfall fällt in eine Phase erhöhter Sensibilität für die israelische Zivilluftfahrt. Nach Angaben des Flughafens Ben Gurion wurde dort kürzlich mit über 75.000 Passagieren an einem Tag der höchste Wert seit Beginn des Gaza-Kriegs verzeichnet. In israelischen Medien wurde zudem an einen früheren Zwischenfall erinnert, bei dem eine Maschine der Fluggesellschaft Israir in Slowenien keine Landeerlaubnis erhielt – ein Vorgang, den das Unternehmen als politisch motiviert bezeichnete. Die schnelle Reaktion der Luftstreitkräfte dreier Staaten zeigt, wie standardisiert die Verfahren bei einem Squawk-7500-Alarm im östlichen Mittelmeerraum inzwischen ablaufen.
Die bulgarischen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet, um die genaue Ursache der Falschmeldung zu klären. Die Passagiere wurden in Burgas von der Polizei überprüft und in einen Wartebereich gebracht; die Fluggesellschaft entschuldigte sich für die außergewöhnlichen Umstände und organisierte Ersatzverbindungen. In europäischen Luftfahrtkreisen wird erwartet, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) den Fall zum Anlass nehmen könnte, die Schulungsstandards für Piloten im Umgang mit Notfallcodes zu überprüfen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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