
Eurozone verharrt in der Kontraktion – Dienstleistungen stützen, Industrie schwächelt
Die vorläufigen Juni-Einkaufsmanagerindizes zeigen eine gespaltene Weltwirtschaft: Während die USA expandieren, rutscht Großbritannien ab und die Eurozone bleibt trotz leichter Erholung unter der Wachstumsschwelle.
Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone stieg im Juni auf 49,5 Punkte, nach 48,5 im Mai. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten, doch der Wert liegt weiterhin unter der Marke von 50, die Expansion von Kontraktion trennt. Getragen wurde die leichte Verbesserung vom Dienstleistungssektor, dessen Index von 47,7 auf 48,9 kletterte. Die Industrieproduktion hingegen gab nach: Der entsprechende PMI fiel von 51,6 auf 51,3 Punkte und markierte ein Viermonatstief. Die von FactSet befragten Analysten hatten mit einem stärkeren Anstieg des Gesamtindex auf 49,2 gerechnet.
Die Entwicklung in den beiden größten Volkswirtschaften der Währungsunion dämpft die Aussichten. In Deutschland sank der Composite-PMI von 48,8 auf 48,0 Zähler – der dritte Rückgang in Folge. Auslöser war laut S&P Global der schnellste Einbruch im Dienstleistungssektor seit 2022. Die Bundesbank prognostiziert für das laufende Jahr lediglich ein Wachstum von 0,5 Prozent, getrieben von Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. In Frankreich schrumpfte die Wirtschaftsleistung den sechsten Monat in Folge, belastet von steigenden Energiepreisen, die Beobachter in Paris auf den Nahostkonflikt zurückführen. Das Münchner Ifo-Institut beziffert die Kosten der Energiekrise für Deutschland in den Jahren 2026 und 2027 auf insgesamt 34 Milliarden Euro.
Großbritannien verzeichnete mit einem Composite-PMI von 49,4 den schwächsten Wert seit 14 Monaten. Der Dienstleistungsindex fiel auf 48,7 – das niedrigste Niveau seit drei Jahren. Aus Londoner Sicht belasten der Krieg im Iran und die politische Unsicherheit nach dem Rücktritt von Premierminister Keir Starmer die Verbraucherstimmung. Die Industrie konnte die Verluste teilweise ausgleichen, da Unternehmen vorsorglich Lagerbestände aufbauten. S&P Global warnte jedoch, dass diese Nachfrage temporär sei und bald nachlassen könnte. Die Märkte preisen für Dezember eine Zinserhöhung der Bank of England um 25 Basispunkte ein.
In den USA stieg der Composite-PMI auf 52,2 Punkte, angetrieben von einem Industrieindex auf Vierjahreshoch von 55,7. Der Dienstleistungssektor expandierte mit 51,3 Punkten nur moderat. Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global Market Intelligence, verwies auf eine leichte Aufhellung der Stimmung durch positivere Nachrichten aus dem Nahen Osten, betonte jedoch, dass das Wachstumstempo im Vergleich zur Zeit vor dem Konflikt verhalten bleibe. Die US-Notenbank unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh dürfte die Zinsen bis Jahresende zweimal um jeweils 25 Basispunkte anheben, so die Erwartung an den Terminmärkten.
Die nächsten richtungsweisenden Daten liefern die endgültigen PMI-Veröffentlichungen Anfang Juli. Zudem richten sich die Blicke auf die geldpolitischen Sitzungen der EZB und der Bank of England im Juli, bei denen die Abwägung zwischen Inflationsdruck und Konjunktursorgen im Mittelpunkt stehen wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Aktivität des Privatsektors in der Eurozone schrumpfte den dritten Monat in Folge, jedoch langsamer, der Gesamt-PMI stieg auf 49,5. In Deutschland vertiefte sich die Kontraktion, während das Vereinigte Königreich in den negativen Bereich abrutschte. Die USA expandierten weiter, wenn auch in moderaterem Tempo.
Die Geschäftsaktivität in den beiden größten Volkswirtschaften der Europäischen Union ist im Juni gesunken, wobei Deutschland den dritten Monat in Folge einen Rückgang verzeichnete, angetrieben vom stärksten Einbruch im Dienstleistungssektor seit 2022. Der Nahostkonflikt wird als ein Schlüsselfaktor genannt, der die Wachstumsaussichten untergräbt und die Skepsis gegenüber der Erholung des Blocks nährt.
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