
China hält US-Seismologen seit fast zwei Jahren fest – Familie geht an die Öffentlichkeit
Die Angehörigen des auf Kernwaffentests spezialisierten Forschers Chen Youlin erheben schwere Vorwürfe gegen Peking; Washington drängt auf Freilassung.
Die Familie des amerikanischen Seismologen Chen Youlin hat nach fast zwei Jahren Haft das Schweigen gebrochen und den Druck auf Peking erhöht. Der 54-jährige Wissenschaftler, der auf die seismologische Überwachung von Atomtests spezialisiert ist, wurde im November 2024 während eines Besuchs bei Verwandten in Peking festgenommen und sitzt seither ohne Urteil in Untersuchungshaft. Wie die Organisation Global Reach mitteilte, wird Chen von den chinesischen Behörden der Spionage beschuldigt. Seine Ehefrau, ebenfalls Seismologin, wies die Vorwürfe als „falsch und unvereinbar mit dem offenen Charakter seiner Arbeit“ zurück. Chen, der 2011 die US-Staatsbürgerschaft annahm, hatte mehrere von der US-Regierung finanzierte Forschungsprojekte durchgeführt und dabei eng mit chinesischen Kollegen kooperiert.
Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um eine „unrechtmäßige Inhaftierung“. Das US-Außenministerium bestätigte, den Fall mehrfach bei der chinesischen Führung angesprochen und die sofortige Freilassung gefordert zu haben. Präsident Donald Trump habe das Thema bei seinem Treffen mit Staatschef Xi Jinping im Mai in Peking zur Sprache gebracht, so Global Reach. Peking hingegen weist jede Einmischung zurück. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte, die Justizbehörden handelten „gemäß dem Gesetz“, und es gebe keine „sogenannte unrechtmäßige Inhaftierung“. In China drohen bei Spionage lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Chen ist derzeit der einzige US-Bürger, der offiziell als „willkürlich inhaftiert“ eingestuft ist.
Der Fall ist vor dem Hintergrund wachsender Spannungen um die nukleare Rüstungskontrolle zu sehen. Chens Forschung konzentrierte sich auf die Identifizierung unterirdischer Atomtests, insbesondere in Nordkorea. In US-Regierungskreisen besteht laut Global Reach der Verdacht, dass die Festnahme mit chinesischen Nukleartests zusammenhängen könnte, die gegen den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) verstoßen. Peking könnte versuchen, über Chen Einblick in amerikanische seismologische Methoden zu gewinnen, um eigene Tests besser zu verschleiern. China bestreitet solche Tests und hat den CTBT wie die USA nicht ratifiziert, hält sich aber nach eigener Darstellung an ein Moratorium. Bereits 2020 hatte die Trump-Administration Peking vorgeworfen, einen verdeckten Test in Lop Nur durchgeführt zu haben. Die Inhaftierung Chens könnte zudem das wissenschaftliche Austauschklima belasten; US-Senator Edward Markey warnte, die Behandlung des Forschers untergrabe die Partnerschaft und schrecke andere Akademiker ab.
Die Familie entschloss sich zur Veröffentlichung, nachdem auf die Bitte Trumps keine Reaktion erfolgt war. Chens Gesundheitszustand gibt Anlass zur Sorge: Er leidet an Diabetes, Bluthochdruck und hohem Cholesterin und benötigt nach Angaben der Foley Foundation dringend medizinische Versorgung. Der Fall reiht sich in eine Serie von Festnahmen westlicher Wissenschaftler in China ein; erst vor einem Monat hatte Peking die Verhaftung eines weiteren US-Forschers bestätigt. Mit Blick auf den für September geplanten Besuch Xi Jinpings in Washington erklärte Global Reach, das Thema werde „mit Sicherheit auf der Tagesordnung“ stehen, sollte der Fall bis dahin nicht gelöst sein. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit Bewegung in die diplomatischen Bemühungen bringt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
Die Darstellung der Familie ist glaubwürdig; die chinesischen Anschuldigungen sind unbegründet und politisch motiviert. Die Stimme ist die der Familie und von Interessengruppen, die sich auf die Seite des inhaftierten Wissenschaftlers gegen die chinesischen Behörden stellen.
Die Erzählung stützt sich auf das emotionale Zeugnis der Familie und das Fehlen einer offiziellen chinesischen Antwort, wodurch eine Unschuldsvermutung und Viktimisierung entsteht. Die Technik ist 'Viktimisierung' – den Inhaftierten als Opfer eines ungerechten Systems darzustellen.
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Die Erzählung betont die Sicherheitsimplikationen der Arbeit des Wissenschaftlers zu Nordkorea und das Fehlen eines Prozesses, wobei China als Bedrohung für rechtsstaatliche Verfahren dargestellt wird. Die Stimme ist die eines sicherheitsbewussten Beobachters, der implizit mit den US-Bedenken übereinstimmt.
Die Technik ist 'Sicherheitsierung' – die Geschichte wird als Sicherheitsfrage gerahmt, die die Forschung des Wissenschaftlers mit nordkoreanischen Nuklearbedrohungen und Chinas willkürlicher Inhaftierung verbindet. Dies rechtfertigt internationale Besorgnis und Druck.
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