
China entlässt Pastor einer Untergrundkirche nach Intervention Trumps
Ezra Jin von der Zionskirche ist nach monatelanger Haft in die USA ausgereist; seine Familie spricht von einem Wunder und dankt der US-Regierung – doch Dutzende andere bleiben inhaftiert.
Der Gründer der chinesischen Untergrundkirche Zion, Ezra Jin (auch Jin Mingri), ist nach 266 Tagen in Haft freigekommen und in Los Angeles eingetroffen. Nach Angaben seiner Familie und der Menschenrechtsorganisation ChinaAid wurde Jin am Samstag entlassen, nachdem US-Präsident Donald Trump das Thema bei seinem Peking-Besuch im Mai direkt bei Staats- und Parteichef Xi Jinping zur Sprache gebracht hatte. Xi habe die Freilassung „ernsthaft erwogen“, berichtete Trump damals. Jins Tochter Grace Jin Drexel sprach von einem „unglaublichen Wunder“ und dankte Trump und seiner Regierung für die „herausragende Führungsrolle“. Die chinesische Regierung äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.
Aus Washingtoner Sicht ist Jins Freilassung ein greifbares Ergebnis der direkten Intervention Trumps und könnte als vertrauensbildende Geste Pekings gegenüber der neuen US-Administration gedeutet werden – vorgetragen zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. In Peking hingegen wird der Vorgang als bilaterale Geste ohne grundsätzliche Wende in der Religionspolitik eingestuft. Menschenrechtsorganisationen wie ChinaAid und die Parlamentariergruppe Inter-Parliamentary Alliance on China begrüßen zwar die Freilassung, verweisen aber auf zahlreiche weiterhin Inhaftierte, darunter mindestens acht Mitglieder der Zion-Kirche. Deren Fälle wurden zuletzt an die Staatsanwaltschaft übergeben, unter anderem wegen illegaler Geschäftstätigkeit und Betrugs.
Die Inhaftierung Jins im Oktober vergangenen Jahres war Teil einer breiten Maßnahmenwelle gegen nicht registrierte Kirchen in China. Die Zion-Kirche, die nach ihrer Vertreibung aus Peking 2018 vor allem über digitale Gottesdienste eine Anhängerschaft in 40 Städten erreichte, war offiziell verboten worden, weil sie staatliche Auflagen wie die Installation von Überwachungskameras abgelehnt hatte. Im Juni stürmten Polizeikräfte einen Gottesdienst der Early Rain Covenant Church in Sichuan und nahmen zwei Pastoren fest; schon 2018 war ihr Gründer Wang Yi zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Schätzungen zufolge gibt es in China etwa 130 Millionen Christen, von denen sich ein bedeutender Teil in Untergrundgemeinden organisiert, weil Gottesdienste nur in staatlich anerkannten Kirchen legal sind.
Der Fall Jin wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen Pekings Sicherheitsinteresse und der religiösen Praxis im Land. Während die Führung in Peking organisierte Religion jenseits der staatlichen Kontrollorgane als potenzielle Gefahr für die gesellschaftliche Stabilität betrachtet, hoffen Gläubige und ausländische Regierungen auf weitere Gesten. Trumps Gespräch mit Xi schloss auch den Fall des inhaftierten Hongkonger Verlegers Jimmy Lai ein, bei dem Xi laut Trump von einer „schwierigen Angelegenheit“ sprach. Jins Freilassung allein ändert daher nichts an den laufenden Verfahren gegen andere Mitglieder der Zion-Kirche oder der Early Rain Church. Das chinesische Außenministerium blieb eine offizielle Stellungnahme vorerst schuldig.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The release of Pastor Ezra Jin is celebrated as a miracle and a victory for religious freedom, thanks to President Trump's personal intervention with Xi Jinping. The narrative highlights the persecution of underground churches in China and portrays the US as the defender of Christian rights. The family's gratitude towards Trump and God underscores the emotional and moral tone.
The German and French press report the pastor's release with a mix of relief and factual detail, acknowledging the role of Trump's diplomacy without excessive celebration. They mention the long detention and the broader context of China's religious controls. The tone is more restrained, focusing on the event itself rather than political triumph.
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