
Millionen bei Trauerfeier für Chamenei – Nachfolger bleibt abwesend
Während in Teheran Massen für den getöteten Obersten Führer mobilisiert werden, wirft die Abwesenheit seines Sohnes und Erben Mojtaba Fragen zur Stabilität der Nachfolge auf.
In Teheran haben am Sonntag die zentralen Trauerzeremonien für den am 28. Februar bei einem amerikanisch-israelischen Luftschlag getöteten ehemaligen Revolutionsführer Ali Chamenei begonnen. Unter Leitung des Großajatollahs Dschafar Sobhani beteten mehrere Millionen Menschen im Imam-Chomeini-Mosalla für den Verstorbenen und vier mit ihm getötete Angehörige. Die Söhne Mustafa, Masud und Meitham geleiteten den Sarg; der neue Führer Mojtaba Chamenei, der bei dem Angriff schwer verwundet worden sein soll, blieb auch am zweiten Trauertag fern.
Aus Teheraner Regierungssicht gerät die Massenmobilisierung zur Demonstration nationaler Geschlossenheit. Das Außenministerium listete mehr als 70 Teilnehmerstaaten auf – darunter Saudi-Arabien, Ägypten und Katar – und wertet die Präsenz als Beleg regionaler Bindung. Staatliche Medien erwarten allein in der Hauptstadt bis zu 20 Millionen Trauergäste und betonen die symbolische Erneuerung des Treueids auf die Führung. Die bis zum 9. Juli über Ghom, Nadschaf und Kerbela nach Maschhad reichenden Rituale sollen in Teheraner Lesart die Legitimität des Systems nach dem verlustreichen Krieg und den sozialen Protesten des Frühjahrs festigen.
In Washington herrscht hingegen eine Mischung aus taktischer Zurückhaltung und Skepsis. Präsident Donald Trump äußerte Verwunderung über die gezeigte Trauer und mutmaßte, es könne sich um „falsche Tränen“ handeln. Er bestätigte, dass die Waffenstillstandsgespräche beider Seiten für eine Woche ausgesetzt seien und die USA keine militärische Aktion während der Zeremonien ergreifen würden, da sonst kein Verhandlungspartner übrig bliebe. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Mojtaba Chamenei sei aus Furcht vor israelischen Geheimdienstzugriffen die Teilnahme an der Beisetzung in Maschhad untersagt worden.
Die Abwesenheit des neuen Führers lenkt die Aufmerksamkeit auf die prekäre Nachfolge. Mojtaba Chamenei, der als treibende Kraft hinter einer Machtkonsolidierung von Klerus und Revolutionsgarden gilt, hat sich seit Februar nicht öffentlich gezeigt; lediglich schriftliche Verlautbarungen werden ihm zugeschrieben. Regionale Beobachter sehen die Inszenierung der Trauerfeiern deshalb auch als Versuch, die Handlungsfähigkeit des Regimes trotz der Abwesenheit des obersten Entscheidungsträgers darzustellen. Die Einbindung der anderen Söhne, insbesondere des als Geschäftsmann bekannten Mustafa und des für die Werkverwaltung des Vaters zuständigen Masud, dient nach Darstellung Teheraner Offizieller der Kontinuitätsstiftung.
Nach dem Trauerzug durch das Zentrum Teherans am Montag wird der Leichnam nach Ghom überführt und anschließend in den irakischen Pilgerstädten Nadschaf und Kerbela aufgebahrt. Die Beisetzung im Schrein des Imam Reza in Maschhad ist für den 9. Juli vorgesehen. Die Feuerpause mit Washington hält vorerst, doch die ungeklärte Frage nach Mojtaba Chameneis faktischer Machtausübung bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die anstehenden Verhandlungen über eine dauerhafte Nachkriegsordnung.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Huge crowds attend Khamenei's funeral in Tehran, but the absence of his successor Mojtaba raises questions about internal unity. The funeral proceeds with foreign delegations but the succession remains uncertain.
Millions of mourners perform the funeral prayer for the martyred leader Imam Khamenei in a majestic ceremony reflecting the nation's devotion. The massive turnout reaffirms the people's loyalty to the Islamic Revolution.
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