
Aoun beharrt auf direkten Verhandlungen mit Israel – Hisbollah warnt vor Spaltung
Trotz der Ablehnung durch die Hisbollah hält Präsident Joseph Aoun an dem von Washington vermittelten Rahmenabkommen fest und fordert eine innerlibanesische Lösung der Waffenfrage.
Präsident Joseph Aoun hat sich am Freitag unmissverständlich zu den direkten Verhandlungen mit Israel bekannt und ein Zurückweichen ausgeschlossen. Das unter amerikanischer Vermittlung zustande gekommene Rahmenabkommen sei der einzig realistische Weg, um den israelischen Abzug aus dem Südlibanon, die Freilassung von Gefangenen und den Wiederaufbau zu erreichen. Aoun räumte ein, der Weg sei aufgrund der Machtverhältnisse, der israelischen Kalkulationen und der iranisch-amerikanischen Spannungen nicht einfach, doch der Krieg habe keine Ergebnisse gebracht und dürfe nicht wiederholt werden. Er werde dem libanesischen Volk die Bedeutung dieses Schrittes erklären, betonte er bei Treffen mit Politikern und Journalisten.
Die Reaktionen auf Aouns Kurs fallen entlang der konfessionellen und politischen Bruchlinien des Landes aus. Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem hatte das Abkommen als „nichtig und ungültig“ verworfen und die Fortsetzung des bewaffneten Widerstands angekündigt. Parlamentspräsident Nabih Berri, ein enger Verbündeter der Schiitenpartei, warnte vor einer Spaltung der Libanesen und erklärte, das Abkommen werde nicht umgesetzt. Aoun entgegnete, die Kritik ziele darauf ab, die libanesische Akte wieder zu einem Instrument in den Händen Teherans zu machen. Unterstützung erhielt er dagegen von der christlichen Partei Lebanese Forces um Samir Geagea, die einen funktionierenden Staat mit einer einzigen Armee als Voraussetzung für jede Lösung bezeichnete und das Abkommen als alternativlos einstufte.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Zukunft der Waffen der Hisbollah. Aoun erklärte, solange die Loyalität der Partei dem Iran gelte, werde es keinen Fortschritt geben. Erst wenn die Entscheidungen der Hisbollah libanesisch würden, könne eine innerlibanesische Lösung gelingen. Er werde US-Präsident Donald Trump bei seinem bevorstehenden Besuch in Washington darlegen, dass die Entwaffnung nicht von außen, sondern nur im Rahmen einer umfassenden sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Strategie zu bewältigen sei. Aus Washingtoner Sicht gilt das Abkommen als Test für die amerikanische Glaubwürdigkeit, Israel zur Einhaltung zu bewegen. Aoun wertet die Einladung ins Weiße Haus als „goldene Gelegenheit“, den Druck auf Israel zu erhöhen und die historische Dimension des Konflikts seit 1949 zu erläutern.
Konkret soll eine US-Delegation noch in dieser Woche in Beirut mit der Armeeführung die Einrichtung sogenannter Pilotzonen besprechen, aus denen sich Israel zurückziehen und die libanesische Armee stationiert werden soll. Aoun äußerte vorsichtigen Optimismus für „positive Schritte vor Ort“ in der kommenden Woche. Gleichzeitig wartet Beirut auf die Benennung eines Vertreters für den Ausschuss, der aus dem Memorandum zwischen Washington und Teheran nach den Gesprächen in Islamabad hervorgehen soll; weder der Libanon noch der Iran haben bisher ihre Kandidaten benannt. Die libanesische Armee, deren Integrität Aoun ausdrücklich gegen Zweifel verteidigte, bereitet sich auf die Übernahme der Sicherheitsverantwortung im Süden vor.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
Die Hisbollah und ihre Verbündeten verurteilen Präsident Aoun, weil er dem amerikanischen und israelischen Druck nachgegeben und den libanesischen Widerstand gefährdet habe.
Sie stellen Aouns Schritt als Verrat am Erbe des Widerstands und als verfassungswidrig dar, wodurch der Verhandlungsprozess delegitimiert wird.
Der Block lässt die innenpolitische Unterstützung für Aouns Verhandlungsposition und die Kritik an den Verbindungen der Hisbollah zum Iran aus.
Präsident Aoun und seine Verbündeten betonen das Recht des Staates auf Verhandlungen und kritisieren die ausländische Loyalität der Hisbollah.
Sie stellen Aoun als Verkörperung der libanesischen Souveränität dar und setzen ihn der Hisbollah als ausländischem Agenten gegenüber, wodurch die Verhandlung zu einer Frage der nationalen Identität wird.
Der Block lässt die verfassungsrechtlichen Einwände der Hisbollah und die breite Unterstützung für den Widerstand aus.
Libanesische Akteure, sowohl pro-Aoun als auch pro-Hisbollah, äußern ihre gegensätzlichen Positionen und spiegeln die innenpolitische Debatte wider.
Indem der Block beide Seiten ohne klare Stellungnahme präsentiert, stellt er das Thema als legitime politische Meinungsverschiedenheit innerhalb des Libanon dar.
Der Block lässt den regionalen geopolitischen Kontext und die Einzelheiten des Rahmenabkommens aus.
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